Wege zum Funktionalismus
Franka Grosse
Aufbauend über vier Semester beschäftigen sich die Studierenden mit angewandter visueller Gestaltung – von etwa 1850 bis in die Gegenwart. In Teil 1 thematisieren wir die Geschichte der Visuellen Kommunikation von Mitte des 19. bis in die dreissiger Jahre des letzten Jahrhunderts.

Die Studierenden lernen an den Beispielen des Historismus und der Reformbewegung gestalterische Haltungen des Industriezeitalters kennen. Sie machen sich mit Impuls gebenden Einflüssen aus der modernen Kunst vertraut und beobachten, wie eine praktisch–funktionale Entwurfshaltung im Design des frühen 20. Jahrhunderts an Bedeutung gewinnt. Über die Auseinandersetzung mit exemplarischen gestalterischen Kräften wie der Arts–And–Crafts–Bewegung oder dem Russischen Konstruktivismus gilt es, ein Verständnis des Begriffs der Moderne im Grafik–Design zu erarbeiten.
 
Visuelle Gestaltung HF
Studiengang Visuelle Gestaltung HF
Grafik Design hat das Ziel vielschichtige Inhalte in visuelle Botschaften zu übersetzten. Im Studiengang Visuelle Gestaltung HF lernst du kommunikative Anliegen mittels Bild und Typografie prägnant und eigenständig zu vermitteln.
 
Du erwirbst im Studiengang Visuelle Gestaltung HF vom Entwurf über die Konzeption bis hin zur Realisation sämtliche Kompetenzen, grafische Aufträge praxisnah und zeitgemäss auszuführen. Zudem verfügst du über Fähigkeiten in Kommunikation und Planung, sowie über die fachspezifischen Fertigkeiten, um deine grafischen Lösungen zu entwickeln, zu realisieren und selbstbewusst zu vertreten.

Das Erarbeiten tragfähiger Konzepte ist dabei ebenso zentral, wie die Verschränkung analoger und digitaler Medien und Werkzeuge.
Fundierte Entwurfstechniken, Experimentierfreude und breite Fachkenntnisse bilden die Grundlagen für deine bewusste, gestalterische Sprache. Dazu gehört es deinen gestalterischen Prozess zu reflektieren und unterschiedliche Methoden der Bildfindung zu erproben.

Projekte, die für Kund_innen realisiert werden, ebenso wie die Arbeit in interdisziplinären Teams gewährleisten dir die praxisorientierte Vorbereitung auf das Berufsleben. Die Dozierenden vertreten eine Vielfalt an gestalterischen Positionen und bieten dir zusätzlich wertvolle Vernetzungsmöglichkeiten.

Um die kommunikativen Absichten von Auftraggeber_innen differenziert und verantwortungsbewusst zu visualisieren, stehst du, im Dialog mit dem kulturellen und gesellschaftlichen Umfeld sowie den aktuellen Technologien und den unterschiedlichsten berufsspezifischen Fachleuten.

Das sechssemestrige Studium Visuelle Gestaltung HF vermittelt im ersten Studienjahr die Basis, um im Hauptstudium komplexere grafische Aufgaben anzugehen. Techniken der Bildgenerierung wie Zeichnen, Fotografie, Animation und Sampling, Grundlagen in Typografie, Layout und Screendesign sowie Präsentation und produktionstechnisches Wissen bilden dabei die Schwerpunkte. Das Hauptstudium ist zunehmend projektorientiert, das Diplomsemester zeichnet sich durch ein selbst konzipiertes Abschlussprojekt aus. Zudem vermittelt das Studium fachspezifisches Theoriewissen und sensibilisiert für Fragen der Kultur und Gesellschaft.

Der Studiengang Visuelle Gestaltung HF richtet sich an kommunikative Menschen, die mit offenen Augen durchs Leben gehen und ihre Umwelt mitgestalten wollen.
Visuelle Gestaltung HF
Zulassungsbedingungen
Mindestalter 18 Jahre. Abschluss auf Sekundarstufe II (drei- bis vierjährige berufliche Grundausbildung mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis oder Matura). Die Vorbildung muss nicht einschlägig, bzw. fachspezifisch sein. Eignungsabklärung. Bewerber_innen können beim Nachweis herausragender gestalterischer Fähigkeiten auch ohne abgeschlossene Sekundarstufe II «sur dossier» aufgenommen werden.
 
Aufnahmeverfahren
Nach Eingang des Anmeldeformulars wird den Bewerber_innen das Thema für eine Projektaufgabe mitgeteilt, welche zusammen mit einer Arbeitsdokumentation und einem Motivationsschreiben beim Sekretariat einzureichen ist. Bei positiver Beurteilung der Unterlagen wirst du zu einem persönlichen Aufnahmegespräch eingeladen. Danach wird über die Aufnahme in den Studiengang entschieden. Eintritte während des laufenden Semesters sind in der Regel ausgeschlossen. Die Prüfungsgebühr beträgt CHF 150.–.
 
Studienbeginn & Dauer
Der Studiengang startet jeweils im August und umfasst 5400 Lernstunden verteilt auf sechs Semester. Einschlägige Berufserfahrung und Vorbildungen können dem Studium angerechnet werden.
 
Kosten
Der Studiengang ist staatlich subventioniert. Die Studiengebühren betragen für Studierende mit zivilrechtlichem Wohnsitz in der Schweiz oder Liechtenstein pro Semester: CHF 8 400.– (= CHF 1 400.– mtl.).

Inbegriffen ist die individuelle Benutzung der Schulinfrastruktur ausserhalb der Unterrichtszeiten. Ausgeschlossen sind persönliche Utensilien, Geräte und Materialien.
 
Ausbildungsstufe
Tertiärstufe, Höhere Berufsbildung, Höhere Fachschule.
 
Diplom
Eidgenössisch anerkannter Titel dipl. Gestalterin/dipl. Gestalter HF Kommunikationsdesign mit Vertiefungsrichtung Visuelle Gestaltung.
 
Berufliche Perspektiven
Tätigkeiten in Grafik Design Ateliers, in Kommunikations- oder Werbeagenturen, in Kommunikationsabteilungen von Firmen oder Institutionen. Selbständige Tätigkeit
Visuelle Gestaltung HF
Anmeldung, Bewerbung
Studiengang Visuelle Gestaltung HF

Zulassungsbedingung
Mindestalter 18 Jahre. Abschluss auf Sekundarstufe II (drei- bis vierjährige berufliche Grundausbildung mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis oder Matura). Bewerber_innen können beim Nachweis herausragender gestalterischer Fähigkeiten auch ohne abgeschlossene Sekundarstufe II «sur dossier» aufgenommen werden.

Aufnahmeverfahren 
Nach Eingang des Anmeldeformulars wird den Bewerber_innen das Thema für eine Projektaufgabe mitgeteilt, welche zusammen mit einer Arbeitsdokumentation und einem Motivationsschreiben beim Sekretariat einzureichen ist. Bei positiver Beurteilung der Unterlagen wirst du zu einem persönlichen Aufnahmegespräch eingeladen. 

Infoabend
Sind noch Fragen offen? Dann besuche uns unverbindlich an einem der monatlichen Infoabenden, lerne die Schulleitung kennen und informiere dich persönlich vor Ort um deine Fragen zu klären.

Online-Anmeldung zum Aufnahmegepräch:

  • Bewerbung Schuljahr 2018/19
    Ausbildungsbeginn: August 2018
    Prüfungsgebühr: CHF 150.00
    Anmeldung
Einführung Textil
Esther Annen
In dieser Lernveranstaltung lernst du praxisorientiert die verschiedenen Typen von Nähmaschinen kennen: Was sie können, wie sie eingefädelt werden, wie sie gewartet werden wollen. Ziel dieser Einführung ist der sichere Umgang mit Overlock und Co.
 
Visuelle Gestaltung HF
Luca Vincenti, Symbol, Zeichen, Logotype, 2016
Arbeitspräsentation 1
Franco Bonaventura
Ilia Vasella
Rose Müller
Nach dem ersten Studienjahr führst du die erlernten Fähigkeiten in einem selbständig erarbeiteten Projekt zusammen. Damit überprüfst du deinen Wissensstand und du kannst erste Schwerpunkte innerhalb des Studienfaches setzten.
Für die Arbeitspräsentation 1 erarbeitest du ein Produkt, es ist eine auf das Studienfach bezogene freie Interpretation eines vorgegebenen Themas. Die Auseinandersetzung mit den bisher im Studium entstandenen Arbeiten und deren sorgfältige Zusammenstellung und Dokumentation runden die Arbeitspräsentation 1 ab. Die Resultate werden in einer gemeinsamen Ausstellung, mit den Studiengängen Fotografie und Mode öffentlich gemacht. Die Ergebnisse der Projektarbeit und deine Arbeitsdokumentation präsentierst du einer internen Jury und stellst dich ihren Fragen

 
Zeichnen 1: Grundlagen
Markus Weiss
Bild: Andrea Heller
Über ein breites Spektrum an Bildinhalten und Arbeitsmethoden werden unterschiedliche zeichnerische Kompetenzen und Zugänge entwickelt.

Im ersten Block während des Herbstsemesters vermitteln wir dir einige Grundlagen des Zeichnens. Ziel ist es, zeichnerische Grundkompetenzen auszubilden, die in den folgenden Modulen spezifisch weiterentwickelt werden können. Anhand von experimentellen Übungen erfährst du unterschiedliche Arbeitswege, erprobst zeichnerische Techniken, regst damit gestalterische Prozesse an und reflektierst deine Resultate. Der Fokus liegt dabei auf der Wahrnehmung und der Beobachtung des zeichnerischen Raumes sowie auf dem Experimentieren und Skizzieren. Damit bildest du dir deine eigene zeichnerische Sprache aus.
Visuelle Gestaltung HF
Diplom, Antonino Russo, 2017
Visuelle Gestaltung HF
Typografie: Wort und Satz
Rahel Arnold
Franco Bonaventura
Semesterausstellung 2017, © Claudia Breitschmid
Weshalb ist ein Text angenehm zu lesen? Wie finde ich mich zwischen Untertiteln und Zitaten, Bildlegenden und Fussnoten zurecht? Um der Organisation und Lesbarkeit von Texten auf die Spur zu kommen, untersuchst du das Schriftbild im Mengensatz auf seine Abhängigkeiten von Parametern wie Schriftgrösse, Zeilenabstand und Seitenlayout.
Wie kann grafische Gestaltung eingesetzt werden, um einem spezifischen Inhalt zu einer eigenständigen und passenden Erscheinung zu verhelfen? Wie werden Texte hierarchisiert und komponiert, um Inhalt strukturiert zu visualisieren? Welche Satzarten gibt es? Wie wirken sie und welche Eingriffe verhelfen zur gewünschten Ausdrucksform? Du experimentierst mit dem typografischen Wortbild im Mengensatz und erprobst so die theoretischen Grundlagen der Satztechnik auf ihre visuelle Wirkung. Weiter wird das effiziente Arbeiten in Adobe InDesign vertieft.
Visuelle Gestaltung HF
Der Buchstabe, 2016
Visuelle Gestaltung HF
Informationsgrafik
Michael Stünzi
Daniel Röttele
Informationsgrafik, Joël Cavin, 2016
Informationsgrafik meint die Übersetzung datenbasierter Inhalte in visuelle Darstellungsformen. Sie hat das Ziel Zusammenhänge und Sachverhalte narrativ und nachvollziehbar aufzuzeigen.
Die bildhafte Vermittlung kann abstrakte Informationen verständlicher machen, im besten Fall sogar neue Erkenntnisse darüber erschliessen. Mit welchen gestalterischen Mitteln gelingt es dir komplexe Zusammenhänge und Datensätze in erlebbare und einleuchtende Informationsgrafiken zu übersetzen? Du lernst unterschiedliche Zugänge der Datenvisualisierung kennen und machst so in diesem spezifischen Feld des Grafik Design erste Schritte. 
 
Why Pictures Now?
Luca Beeler
Ann-Kathrin Eickhoff
Wir besuchen gemeinsam Ausstellungen in Zürich und Umgebung. Wir denken über Formen der künstlerischen Bildproduktion und ihre institutionellen Rahmenbedingungen nach und stellen sie in ideologische und politische Zusammenhänge Warum zeigen Museen oder Galerien heute noch Bilder? Wie «zirkulieren» Bilder in der Kunstwelt und in der Kunstgeschichte? Die Frage nach der Repräsentation, die Lawler in ihrer Auseinandersetzung mit Bildern beschäftigt, wollen wir auf die Frage der Präsentation übertragen und in Bezug auf Museen, Galerien, Kunsthallen oder Offspaces setzen.
Geschichte der Fotografie II
Teresa Gruber
Bild: Child laborer in the Mollohan Mills, Newberry, South Carolina, Lewis Hine, December 1908
Obwohl die Betrachtung des fotografischen Bildes als Fenster auf die Welt kritisch zu hinterfragen ist, spielt das Medium auch in der heutigen Berichterstattung die Rolle eines Beweismittels. Das Seminar befasst sich mit diesem Widerspruch und untersucht die Bedeutung von Fotografien als Zeugnisse: Schon im 19. Jahrhundert diente die Kamera als Instrument, wissenschaftliche Entdeckungen zu belegen, historische Ereignisse aufzuzeichnen und gesellschaftliche Missstände anzuprangern. Anhand von Beispielen soll insbesondere die Geschichte der erzählenden Bildserie nachverfolgt werden – von den ersten fotojournalistischen Beiträgen in illustrierten Zeitschriften über Positionen der sozial engagierten Reportage bis hin zu Projekten zeitgenössischer Fotografen, die diese Traditionen fortführen und reflektieren.
 
Einführung Siebdruck
Yves Sablonier
Das Ziel der Einführung ist einerseits, die Möglichkeiten der Werkstatt in deine Gestaltungsprojekte einbeziehen zu können, andererseits sollst du die Werkstatt und Geräte selbständig benutzen können.
 
Performing your body! Lustvolle Körper und genderkritische Kulturproduktion
Sofia Bempeza
Bild: Zärtliche Pantomime 4, Renate Bertlmann, 1976
Wir betrachten Arbeiten und Positionen und diskutieren Texte über Gender, Körper und Sexualität.

EXTANT

«Index Pain – Pokes Exhaust Into Webbed Masks – – – – Love Flirts Again – – – –

Mother – Roisterous Swain – Lock With Twain Lips Akin – Love Flirts Gain – – – –

I Stain: Incarnadined – Whence I Remain: Mind.» Gedicht von Elsa von Freytag–Loringhofen, ca. 1924

Zahlreiche Autor_innen aus der Bildenden Kunst, dem Film, der Theorie, Mode oder Literatur haben sich in den letzten Dekaden mit Fragen des Verhältnisses von Körper, Gender und Sexualität auseinandergesetzt. Von der Dada–Baroness Elsa von Freytag–Loringhofen bis zu den Künstlerinnen der feministischen Avant–Garde der 70er und den Queer–Inszenierungen der letzten Jahre geht es vielen Akteur_innen darum, sowohl gemeinschaftliche als auch ihre eigenen Stimmen zu verkörpern oder zu performen. Damit hinterfragten sie auch bestimmte Erzählungen sowie gesellschaftliche Rollenverteilungen. Dabei analysieren wir aktuelle und frühere Genderdiskurse und betrachten insbesondere die queer–feministische Theorieentwicklung und Geschichtsschreibung sowie die politische Grammatik von Gender in aktuellen Bewegungen (z. B. Slutwalks, #metoo). 
Fotolabor Projekt
Regula Müdespacher
Bild: Mélanie Savelkouls
Vor allem im Fotolabor lassen sich fotografische Prozesse hautnah erleben. Das Arbeiten mit lichtempfindlichen Materialien ermöglicht diverse Gestaltungsmöglichkeiten. Ob Filmentwicklungen in Schwarz–Weiss oder Farbe, Vergrösserungen ab Negativen oder das Arbeiten im Kontaktverfahren.