Walter Pfeiffer – seit den Anfängen dabei, Foto: Walter Pfeiffer, 2021
Zeitzeug:innen
«Manchmal habe ich richtig Sehnsucht»
Walter Pfeiffer war schon immer Künstler. Vielleicht hatte dies die Kunst aber eher bemerkt als er selbst. Der Kunstunterricht in der allerersten Gründungsklasse für Farbe und Form – damals noch an der Kunstgewerbeschule Zürich, aber schon mit denselben Dozierenden wie später an der F+F – sollte seine Welt auf den Kopf stellen.

«Wenn die Studis heute an die Schule kommen, können sie schon alles! Ich wusste damals nichts von Duchamp und Andy. Ich lernte alles an der Schule. Und realisierte erst dort, dass es noch andere Kreative gibt, ähnlich getrieben wie ich.»

An seine eigene Ausbildung beim Künstler Hansjörg Mattmüller erinnert er sich gern. Die Klasse hob sich ab von der restlichen Schule: «Dort war alles so grau und wir waren so farbig», sagt Walter Pfeiffer, «manchmal habe ich richtig Sehnsucht. Ich vermisse die Leute, die ehemalige Bibliothek.» Der Kunstunterricht hat ihm damals eine neue Welt eröffnet, eine zähe Welt, die ihn nur langsam reingelassen hat und nun nicht mehr loslässt.

Bevor ihn die Kunst an sich band, machte Pfeiffer die Ausbildung bei der EPA. Die Arbeit im Kaufhaus lehrte ihn nicht nur das Handwerk als Dekorateur, sondern bot ihm auch eine Lebensschule: Die stichelnden Intrigen unter den Kolleginnen seien keine schlechte Vorbereitung gewesen auf die Strippenziehereien in der Kunstwelt und in der Modeindustrie, denen er Jahre später als Fotograf begegnen sollte.

Walter Pfeiffer redet angeregt, seine Gedanken springen oft schneller als die Zunge. Er lenkt das Gespräch durch Zeiten und Begegnungen, streut im Vorbeigehen seine Bonmots wie: «Mich fasziniert der Schein, die Realität interessiert mich nicht.» Oder: «Ich gehe immer vom Schlimmsten aus, in der Hoffnung, dass es so schlimm gar nicht kommen kann.» Das Anekdotische ist nicht verwirrend gemeint, sondern eine Einladung, ihm zu folgen.

Die intensive Freundschaft zu seinem damaligen Lehrer und Schulleiter Hansjörg Mattmüller führte Walter Pfeiffer in den 70er Jahren an die neue Gestaltungsschule F+F, die sich 1971 als Gegenentwurf abgespalten hatte von der staatlichen, steif geratenen Kunstgewerbeschule. Hier sollte er nun unter dem Titel Inspiration zeichnen unterrichten. Eine didaktische Ausbildung sollte nicht fehlen, denn – der Walti könne ja so gut mit Menschen – so lockte Mattmüller. Und man mag es ihm glauben, dass kein anderer die Ideen so hätte sprudeln lassen können. Der Blick zurück klingt nicht verklärt: «Es war ein Brotjob. Der Lohn reichte gerade für mich und die Katzen.» Die F+F hat wilde Zeiten erlebt, sie war – und ist – aber auch immer ein Ort, an dem man die Kunst ernst nimmt.

Zunächst war die Fotografie für Walter Pfeiffer Mittel zum Zweck, eine Hilfestellung für seine Zeichnungen. Das angeborene Zittern in der Hand liess ihn den harten Blitz als Stilmittel entdecken. Den Blick für den Moment und das Schöne, das Sinnliche und das Lustvolle, den hat er zeichnend wie fotografierend, damals wie heute. Doch erst nach zähen «Lehr und Wanderjahren», mehreren veröffentlichten Büchern wie Welcome Aboard. Photographs 1980–2000 sowie die Ausstellung In Love With Beauty im Fotomuseum Winterthur 2008, entdeckte ihn die Modeindustrie. Plötzlich war er gefragt bei den grossen Namen.

«Für ein Shooting schickte mir ID Magazine die tollsten und teuersten Stücke von London nach Zürich. Ich inszenierte sie mit meinen Studis an der F+F.» Walter Pfeiffer fotografiert für die Vogue und Dior. Und unterrichtet an der F+F – inzwischen Fotografie.

Mit den Studierenden erwandert er die Schweiz mit dem Fotoapparat, er begleitet Projekte und Publikationen. Was er dem Nachwuchs mitgeben will? «Nicht zu fest an die Karriere denken. Durchhaltevermögen, Pünktlichkeit. Humor, Leidenschaft und Offenheit.» Wie er es geschafft hat? «Schicksal, Glück und ein Blick für Gelegenheiten.» Das ist die kurze Antwort. Ausserdem müsse man es aushalten können, eines «aufs Dach» zubekommen. Erfolg ist harte Arbeit – und Walter Pfeiffer ist ein Workaholic. Er erzählt das alles in der Pause zwischen zwei Aufträgen. «In einem Alter, in dem andere längst die Pension geniessen», schimpft er, aber den Ärger nimmt man dem Arbeitsverfallenen so ganz nicht ab.

Text: Anna Raymann
Gregory Tara Hari, Selbstportrait, 2021
Zeitzeug:innen
«Die F+F hat mir die Zürcher Kunstszene erschlossen»
Gregory Hari hat nicht von selbst zur Kunst gefunden – und auch nicht die Kunst ihn. Seine Eltern haben ihm die Schule ausgesucht. Seinen Plan, Modedesign zu studieren unterstützten sie weniger, die Kunst hingegen schon. 

Wenn sich Gregory Hari an seine Studienzeit an der F+F erinnert, fallen ihm noch vor den Geschichten die Leute ein. Mit vielen von ihnen hat er auch 10 Jahre nach seinem Abschluss noch Kontakt: «An der F+F ist man kollegial, auch über die Schule hinaus». Er erwähnt Marie-Antoinette Chiarenza, Walter Pfeiffer, dessen Technikverweigerung ihm imponierte und an Radoje Markovic, dessen imposante Plattensammlung er erbte. Wer an der F+F studiert, bringt ganz unterschiedliche Motivationen und Geschichten mit in das intime Umfeld der Schule. «Man war sich sehr nah, aber nicht unbedingt gleichgesinnt», sagt Gregory, «man reibt sich auch mal aneinander, aber daraus entsteht Bereicherndes.» 

Im Studium an der F+F fand Gregory zur Performance und über die Performance zur Arbeit und Auseinandersetzung mit dem Körper. Bei seiner ersten Performance, 2013, bearbeitete er während vier Stunden Kleidungsstücke, trennte Nähte auf und teilte so Torso von Armen. Viele Jahre später zitierte er die Arbeit in neuer Formalität. Inzwischen ist sein Medium seltener die Performance, öfter die Malerei. 

Geschichten und Kunst, frühe und späte Arbeiten: bei Gregory kreuzen, überschneiden und durchwinden sich die Themen. «Ich versuche meine Arbeit als Ganzes zu verstehen. Selbst wenn ich etwa an der F+F doziere, ist das irgendwie Teil meiner Arbeit», beschreibt Gregory seine Haltung. Er interessiert sich in seiner künstlerischen Praxis für politische, soziale und geschichtliche Betrachtungen. Ihn beschäftigt die Repräsentation von Macht und ihren Körpern in all ihren Aspekten – sei es eine Geflüchtete, ein König oder eine Miss Schweiz. Dem Thema nimmt er sich aktuell in einem Aufenthalt in Paris an.

Gregory scheint immer im Austausch, für sein Schaffen braucht er die Begegnung. Nach seinem Studium an der F+F hat er den Master in Fine Arts in Basel gemacht, wo er viele internationale Kontakte knüpfte. Jeweils einmal im Jahr erkundet er für mindestens einen Monat einen anderen Ort. Da ist es hilfreich, gut vernetzt zu sein. «Aber die F+F hat mir die Zürcher Kunstszene erschlossen», fügt Gregory an. Da fällt ihm ein, dass er seinen ehemaligen Performance-Dozent der F+F in Paris noch gar nicht besucht hat und macht sich rasch eine Notiz. 


Text: Anna Raymann
Foto: Torvioll Jashari
Mitteilungen
Öffentliche Veranstaltungen
Gestalterischer Vorkurs Fotografie HF
Walter Pfeiffer
Preisvergabe & Gespräch
Mo. 09.01.2017, 20.00 Uhr
Ausstellung
06.–10.01.2017
11.00–20.00 Uhr
photo17, Maag Halle
Im Rahmen der photo17 wurde Walter Pfeiffer von der Jury der Swiss Photo Academy mit dem Lifetime Award für sein Lebenswerk geehrt.

Walter Pfeiffer gehörte viele Jahre zu den Zürcher Untergrund-Fotografen und wurde in den 1970er Jahren zur Leitfigur des kulturellen Aufbruchs eines androgynen Zürichs. Lange verkannt, wurde der Autodidakt erst spät zum international gefeierten Star-Fotografen. Mit seinen weltberühmten Arbeiten für i-D oder Vogue und seiner ikonischen «Schnappschuss-Ästhetik» inspirierte der Zürcher ganze Generationen berühmter Fotografen wie Terry Richardson oder Juergen Teller.

Im photoFORUM der photo17 spricht Walter Pfeiffer am Abend des Bildes, präsentiert vom Tages-Anzeiger, über seine Arbeit. 
Bild: Raphael Eggenschwiler, Isabel Rotzler, Samuel Trümpy, 2017
Ausstellungen
Öffentliche Veranstaltungen
Gestalterischer Vorkurs Fotografie HF
Old Style/New Style
Vernissage
Do. 29. März 2018, ab 16.00 Uhr
F+F, Flurstrasse 89, Zürich, Raum F89-E02, Erdgeschoss
Das Projekt Old Style/New Style unter der Leitung von Walter Pfeiffer wird ausgestellt. Studierende aus dem Studiengang Fotografie HF und dem Vorkurs/Propädeutikum haben während zwei Wochen unterschiedliche Vorstellungen und Auffassungen von Style und Portrait ausgelotet und bildlich umgesetzt. Eine experimentelle, verspielte fotografische Herangehensweise stand dabei im Vordergrund.
Mitteilungen
Öffentliche Veranstaltungen
Walter Pfeiffer –
Arte Metropolis
So. 03.04.2016, um 16.50 Uhr
arte.tv
Am liebsten fotografiert Walter Pfeiffer ohne Stativ und technische Raffinessen. Immer aber ist der bald 70-Jährige auf der Suche nach der Schönheit, «weil man nicht weiss, wie schnell sie verblüht», sagt er.

Wie sein Vorbild Andy Warhol arbeitet der Schweizer leidenschaftlich gerne mit interessanten Unbekannten von der Strasse. Erst in seiner zweiten Karriere als Fotograf wurde der Designer und Hochschullehrer international erfolgreich. Heute wird der Autodidakt auch für Shootings von Magazinen wie der Vogue gebucht. Metropolis trifft den Fotografen in Zürich.
Mitteilungen
Öffentliche Veranstaltungen
Kunst HF
KUNSTLICHT GALA
Multimediale Kunst-Versteigerung
Türöffnung ab 19.00 Uhr
Versteigerung ab 20.00 Uhr
Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1, 8001 Zürich
Am Samstag, 28. Mai 2022, findet im Cabaret Voltaire die multimediale Kunst-Versteigerung KUNSTLICHT GALA zugunsten geflüchteter Menschen statt.

Die Veranstaltung richtet sich klar gegen die gewaltvolle abschottende Grenzpolitik und steht für eine breite Solidaritätsbewegung für alle Menschen auf der Flucht. Der Gesamterlös der Versteigerung wird den Hilfsorganisationen Sans-Papiers Anlaufstelle Zürich, Brava – gemeinsam gegen Gewalt an Frauen,Sea-Watch – zivile Seenotrettung von Flüchtenden und Médecins Sans Frontières gespendet.

Die Spendengala umfasst die Versteigerung von über 25 künstlerischen Beiträgen verschiedener Zürcher und internationaler Kunstschaffender – unter anderen MANON und Walter Pfeiffer, Mickry3 sowie vielen weiteren Künstler:innen – alle vereint in einer besonderen Verbindung zum Cabaret Voltaire und zur F+F Schule für Kunst und Design.

Die bedeutsame und gleichzeitig unterhaltende Veranstaltung richtet sich an ein breites Publikum möglicher Spender:innen. Umrahmt wird die Spendenaktion von vielseitigen künstlerischen Performances und Live-DJ-Musik.

Barbetrieb – Eintritt frei!

Kunstlicht ist ein Verein, gegründet von Studierenden der F+F. Die Veranstaltung wird unterstützt von der F+F Schule für Kunst und Design und dem Cabaret Voltaire Zürich.

Instagram/Facebook: @kunstlichtgala, @cabaretvoltaire, @ffzhart

Facebook-Event
Mitteilungen
Öffentliche Veranstaltungen
Zwischenlager
11.02.–10.04.2011
Helmhaus Zürich, Limmatquai 31, 8001 Zürich
Die seit Herbst 2006 von der Kommission Bildende Kunst angeregten Ankäufe der Stadt Zürich - kuratiert von Ian Anüll und F+F-Stv. Rektor Andreas Vogel werden unter dem Titel «Zwischenlager» als Gesamtschau auf Zeit im Helmhaus Zürich gezeigt.

Unter den 72 vertretenen Werken sind zahlreiche aktuelle und ehemalige F+F-Dozierende und -Studierende:
Luigi Archetti, Stefan Burger, Andreas Dobler, Federica Gärtner, Clare Goodwin, Marianne Halter, Patrick Hari, Daniel Robert Hunziker, Cat Tuong Nguyen, Walter Pfeiffer, Peter Tillessen, Costa Vece und Raffael Waldner.
 
Mitteilungen
Öffentliche Veranstaltungen
Selection of recent photographs: Walter Pfeiffer
07.09.–12.10.2013
SULTANA, 12 Rue des Arquebusiers, 75003 Paris, Frankreich
Ausstellung vom 7. September bis 12. Oktober 2013, Vernissage am Samstag, 7. September von 16.00–21.00 Uhr.
Mitteilungen
Öffentliche Veranstaltungen
Tom Burr / Walter Pfeiffer
14.11.2007–19.01.2008
Swiss institute, 38 St Marks Pl, New York

The Swiss Institute präsentiert die erste gemeinsame Ausstellung von Tom Burr und Walter Pfeiffer. Obwohl beide von unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und Medien kommen, gelten beide als wichtige Figuren in der Kunstwelt, welche die jüngeren Generationen kontinuierlich beeinflussen.

Kuratiert von Florence Derieux und Gianni Jetzer.
Bildrausch. Drawings 1966–2018
Buchvernissage
Mi. 03.10.2018, 18.00 Uhr
18.45 Uhr Walter Pfeiffer im Gespräch
F+F Schule für Kunst und Design, Erdgeschoss
Walter Pfeiffer ist als Fotograf mittlerweile weltberühmt. Das zeichnerische Werk des Künstlers kennen freilich nur wenige, dabei begann Pfeiffer seine künstlerische Laufbahn als Zeichner. Das Buch bietet einen überfälligen Überblick über sein zeichnerisches Schaffen, das in einem reichen Dialog mit seinen fotografischen Arbeiten steht.

In den frühen 1970er-Jahren schuf Pfeiffer grossformatige, hyperrealistische Bleistiftzeichnungen, die auch Ausgangspunkt seines fotografischen Schaffens waren, da er dafür Vorlagen brauchte. In diesem Stil entstanden freie Arbeiten, aber auch Pfeiffers legendäre Poster für das Zürcher Filmpodium, Zeitschriftenillustrationen und Auftragsportraits. Ab den 1980ern und vor allem in den 90er-Jahren, als Pfeiffer vorübergehend das Fotografieren aufgab, folgten Zeichnungen in Tusche, Farbstift und Wasserfarben, in denen das elegante, freie Spiel der Linien und Farben in den Vordergrund tritt – intime Portraits von schönen Jungs und engen Freundinnen, Stillleben und Blumenbilder. Sie sind geprägt von Heiterkeit und wacher Sinnlichkeit, sicherem Strich und dem Oszillieren zwischen zeichnerischer Reduktion und der Lust an ornamentaler Fülle.

Das Buch ersdcheint bei Edition Patrick Frey und ist kein konventioneller Werkschau-Band, sondern ein eigenständiges Künstlerbuch, das den Zeichnungen ihre Lebendigkeit und die Betrachter einen neuen Walter Pfeiffer entdecken lässt.
Samuel Trümpy, 2019
Vorträge
Öffentliche Veranstaltungen
Fotografie HF
Vive la nature morte!
Magazin Launch
Mi. 08. Mai 2019, 17.30–20.00 Uhr
F+F, Flurstrasse 89, 8047 Zürich, 3. Stock, F89-304
Im Stillleben-Projekt Vive la nature morte! des Fotografen Walter Pfeiffer haben sich die Studierenden des Studiengangs Fotografie mit der Inszenierung von nachhaltigen Designprodukten auseinandergesetzt. Die Objekte wurden ihnen vom Magazin SI GRUEN zur Verfügung gestellt. Eine Auswahl der entstandenen Fotografien wird als Bildstrecke in der Mai-Ausgabe des Magazins publiziert.

In zwei Begleitseminaren haben die Studierenden ihre Bilder von den digitalen Daten bis zu druckfertigen Vorlagen bearbeitet. Im ersten Seminar haben sie unter der Leitung von Franco Bonaventura eigene Layouts entwickelt. Der Feinschliff an den digitalen Bildern und die Produktion von Proofs für das Magazin standen im zweiten Seminar, das Remo Süsstrunk leitete, im Zentrum des Geschehens.

Auf den Abschluss des Projekts und die gelungene Kooperation möchten wir anstossen. An der Vernissage präsentieren wir die Mai-Ausgabe von SI GRUEN sowie die Broschüren mit den Layouts der Studierenden.

Eintritt frei!
Dijan Kahrimanovic, Alumnus Fotografie HF, Diplom 2014
Zeitzeug:innen
On-Off mit der Kunst
Bevor Dijan Kahrimanovic Kunst gemacht hat, war er Metzger. Nachdem ihn die Kunst verlassen hat, arbeitete er im Büro und im Handel, Import/Export.

«Ich und die Kunst», sagt Dijan, «führen eine On-Off-Beziehung. Wie jede Beziehung muss man auch die zur Kunst pflegen, an ihr arbeiten, sich immer wieder neu sammeln.» Inzwischen haben die beiden wieder zueinander gefunden. Mit der Arbeit in einer Galerie fördert er junge Künstler:innen, auch privat baut er eine kleine Sammlung auf. «Das geht sogar mit dem Budget eines Kreativen», lacht Dijan.

Der Blick auf die Werke regt ihn zu eigenen Arbeiten an. Dijan Kahrimanovic arbeitet gross, raumgreifend, raumnehmend: Ein Panzer? Ein Pickup? Oder doch im kleineren Format, aber nicht unbedingt leiser: Ein gefälschter Pass, das Archivbild als fiktives Zeugnis. Performativ oder in Installationen verhandelt er immer wieder die Rolle der Kunst, des Künstlers in der Kunstszene, auf dem Kunstmarkt.

An der F+F hat Dijan nach dem Vorkurs Fotografie studiert. «Dort hatte ich eine anstrengende, aber eben auch die beste Zeit.» Seine Projekte plante er aufwändig, spähte bei anderen Abteilungen, machte zwischendurch noch einen Austausch nach Boston. «Die F+F gibt kein Ziel vor. Sie gibt Stichworte und von dort aus führen hunderte Wege fort», sagt Dijan, «letztlich geht es nicht um richtig oder falsch, sondern darum, eine Haltung zu entwickeln.» Trotzdem spürte er schon da, dass seine Beziehung zur Kunst eine komplizierte war. Gelegentlich zweifelte er, gut genug zu sein, um auch ausserhalb der Schule bestehen zu können. Die Einblicke und Perspektiven, die die Dozierenden aus der Praxis mit in den Unterricht brachten, machten ihm Mut: «Es war sehr inspirierend von Figuren wie Walter Pfeiffer zu lernen! Wie er Kunst und Fotografie verknüpft begeistert mich.»

Nach seinem Abschluss wurde seine Arbeit mit dem Helvetia Kunstpreis ausgezeichnet, er stellte an der jungen Kunstmesse Liste aus. Türen öffneten sich, andere schlossen. Es ist eben kompliziert. «Aber inzwischen kann ich Kunst machen, von Kunst leben und gemeinsam mit anderen nach Lösungen für den Kunstmarkt suchen.»

Text: Anna Raymann
Mitteilungen
Öffentliche Veranstaltungen
Retrospektive von Walter Pfeiffer in Hyères
30.04.–03.05.2010
Am 1. Mai findet ein Ausstellungsbesuch in Anwesenheit der «Schweizer Legende» (so das Festival) statt. Ausserdem ist Walter Pfeiffer Mitglied der Foto-Jury des Festivals.

«Walter Pfeiffer, a forerunner of the intimate, festive snapshot, has created an oeuvre of seminal importance for contemporary photography without ever seeming to and without ever leaving his country of birth, Switzerland. Pfeiffer's photography encapsulates a lifestyle; his shots of friends who get together in order to party and dress up also convey moments of intimacy, of simple beauty. Portraits alternate with still lifes and landscapes. Pfeiffer is moved, plays around, has fun and takes photographs all at the same time.

His photography, like the wall of his house on which he pins his momentary sources of inspiration, is made up of a jumble of faces, bodies, colors, textures and kinds of light.

Featuring photographs from 1970 to 2010, together with recent fashion series produced in particular for i-D, Vogue Paris, Vogue Hommes, Achtung and Das Magazin, the exhibition will highlight the forward-looking character of Pfeiffer's work and the extraordinary influence it has exerted on the generation represented by Juergen Teller, Wolfgang Tillmans and Ryan McGinley. It will celebrate the perpetual vitality and verve of an artist who today more than ever, camera in hand and with a light heart, seeks out the fleeting manifestations of beauty.» (aus dem Pressetext)
Bild: Walter Pfeiffer
Mitteilungen
Öffentliche Veranstaltungen
Mit Links
Fr. 11.12.2009
Ankerstrasse 25, Zürich
Happening mit Poster, Buch und Walter Pfeiffer.
>>> More info
Mitteilungen
Öffentliche Veranstaltungen
Fotografie HF
Forum Vebikus
mit Walter Pfeiffer
Vernissage
18.11.2006 ab 17.00 Uhr
Öffnungszeiten
Do. 18.00–20.00 Uhr
Fr.–So. 12.00–16.00 Uhr
Kulturzentrum Kammgarn, Baumgartenstrasse 19, 8200 Schaffhausen
Vorträge
Fotografie HF
Öffentliche Veranstaltungen
Mit Haut und Haar
Vernissage
Mi.01.04.2009, ab 17.00 Uhr
Ausstellung
02.–04.04.2009
9.00–18.00 Uhr
Flurstrasse 89, 8047 Zürich
Eine Ausstellung des Studiengangs Fotografie unter der Leitung von Walter Pfeiffer.

Im vierwöchigen Kurzprojekt Mit Haut und Haar stand die menschliche Figur mit ihren verschiedenen Besonderheiten im Zentrum. Gesucht wurde nach einer neuen Sicht auf die Genres Akt und Porträt. Dabei waren den Studierenden bezüglich der Vorgehensweise und fotografischen Umsetzung keinerlei Grenzen gesetzt. In freien Ansätzen wurden unterschiedliche künstlerische Sichtweisen erprobt und vertieft

Studierende: Miriam Dörr, Milena Gysin, Dominik Hodel, Mikko Kaufmann, Benjamin Koechlin, Lucy Marthaler, Catherine Pearson, Gregor Röthlisberger, Aline Stadelmann, Dominik Zietlow.
 
Zur Lehrveranstaltung von Jimmy Schmid: Musikalische Interpretation typografischer Elemente
Projektpräsentationen
bis 10. Dezember 2004
Foyer, Flurstrasse 89
Die Auswahl umfasst Arbeiten aus folgenden Lehrveranstaltungen:
Ruth Held: Kommunikationsdesign
Beni Rauber: Welcome to Panoela!
Walter Pfeiffer: Zeichnen
Valentin Hindermann, Marco Walser: Vertiefung Typografie
Jimmy Schmid: Typografie - Der Buchstabe
Lea Huber: Illustration
Das Magazin, Nr. 7 2005, Walter Pfeiffer, 2005.
Mitteilungen
Öffentliche Veranstaltungen
Walter Pfeiffer
Das Magazin + vfgPool-Soirée
Podiumsgespräch
Do. 24.02.2005 um 19.00 Uhr

Das Magazin
Publikationsdatum
Sa. 19.02.2005
Galerie Plattformelf, Körnerstrasse 11, 8004 Zürich


 
Bild: Ohne Titel, Marker auf Papier von Chiara Siciliano, 2022
Presse
Öffentliche Veranstaltungen
KUNSTLICHT GALA
Medienmitteilung
16.05.2022
Am Samstag, 28. Mai 2022, findet im Cabaret Voltaire die multimediale Kunst-Versteigerung KUNSTLICHT GALA zugunsten geflüchteter Menschen statt.

Die Veranstaltung richtet sich klar gegen die gewaltvolle abschottende Grenzpolitik und steht für eine breite Solidaritätsbewegung für alle Menschen auf der Flucht. Der Gesamterlös der Versteigerung wird den Hilfsorganisationen Sans-Papiers Anlaufstelle Zürich, Brava – gemeinsam gegen Gewalt an Frauen,Sea-Watch– zivile Seenotrettung von Flüchtenden und Médecins Sans Frontières gespendet.

Die Spendengala umfasst die Versteigerung von über 25 künstlerischen Beiträgen verschiedener Zürcher und internationaler Kunstschaffender – unter anderen MANON und Walter Pfeiffer, Mickry3 sowie vielen weiteren Künstler:innen – alle vereint in einer besonderen Verbindung zum Cabaret Voltaire und zur F+F Schule für Kunst und Design.

Die bedeutsame und gleichzeitig unterhaltende Veranstaltung richtet sich an ein breites Publikum möglicher Spender:innen. Umrahmt wird die Spendenaktion von vielseitigen künstlerischen Performances und Live-DJ-Musik.

Kunstlicht ist ein Verein, gegründet von Studierenden der F+F. Die Veranstaltung wird unterstützt von der F+F Schule für Kunst und Design und dem Cabaret Voltaire Zürich.
Mitteilungen
Öffentliche Veranstaltungen
Transformer: Aspects of Travesty
13.12.2013–28.02.2014
Richard Saltoun, 111 Great Titchfield Street, London W1W 6RY
On the 40th anniversary of «Transformer: Aspects of Travesty» - a groundbreaking show curated by Jean-Christophe Ammann in 1974 - Richard Saltoun Gallery announces a re-staging that will reunite all the artists in London. This is the first such reunion to commemorate the exhibition, which deals with the aesthetics of desire and sexuality through travesty and drag performance.

Transformer will include works from all the artists featured in the original exhibition:

Luciano Castelli, Jürgen Klauke, Urs Lüthi, Pierre Molinier, Tony Morgan, Luigi Ontani, Walter Pfeiffer, Andrew Sherwood, Katharina Sieverding, Werner Alex Meyer (alias Alex Silber), The Cockettes and Andy Warhol.