Woher weiss ich, ob das Kunststudium zu mir passt?
Du willst eine eigene künstlerische Praxis entwickeln oder vertiefen und herausfinden, welche Themen, Medien und Arbeitsweisen wirklich zu dir gehören? Im Kunststudium setzt du dich intensiv mit deiner eigenen Arbeit und aktuellen Kunstdiskursen auseinander. Wenn du Lust hast, selbstständig zu arbeiten, Dinge auszuprobieren, deine Position immer wieder zu hinterfragen und Kunst zu deinem beruflichen Umfeld zu machen, ist das Studium genau richtig für dich.
Welche Voraussetzungen brauche ich für das Kunststudium?
Du musst mindestens 18 Jahre alt sein und in der Regel die Sekundarstufe II abgeschlossen haben – zum Beispiel mit einer drei- bis vierjährigen Berufslehre mit EFZ oder einer Matura. Deine Vorbildung muss nicht fachspezifisch sein. Eine Matura brauchst du nicht. Bei herausragenden gestalterischen Fähigkeiten ist eine Aufnahme auch ohne abgeschlossene Sekundarstufe II «sur dossier» möglich.
Wie läuft das Aufnahmeverfahren ab?
Zur Online-Anmeldung reichst du ein Motivationsschreiben, deinen Lebenslauf, Arbeits- und Ausbildungszeugnisse sowie dein Portfolio ein. Bei positiver Beurteilung wirst du zu einem persönlichen Aufnahmegespräch eingeladen; danach wird über die Aufnahme entschieden. Die Prüfungsgebühr beträgt CHF 150.–.
Für den regulären Studienstart im August werden die aktuellen Anmeldefristen jeweils auf der Website publiziert. Zusätzlich bietet die F+F aktuell auch einen Einstieg ins Frühlingssemester an.
Was soll ich in meinem Portfolio zeigen?
Dein Portfolio soll dein bisheriges künstlerisches und gestalterisches Arbeiten dokumentieren und einen Einblick in deine bisherige Praxis geben. Wenn du unsicher bist, was für deine Bewerbung sinnvoll ist, kannst du vorab ein Abklärungsgespräch mit der Studiengangsleitung vereinbaren.
Wie ist das Studium aufgebaut und was mache ich konkret?
Das Kunststudium dauert drei Jahre beziehungsweise sechs Semester und schliesst mit einer Diplomarbeit ab. Im Zentrum steht deine eigene künstlerische Praxis. Verbindlich sind zwei Fixtage pro Woche für Seminare und Mentorate, dazu kommen Semesterprojekte, Vertiefungsseminare und eine Arbeitspräsentation pro Semester. In den Mentoraten besprichst du deine Arbeiten und Strategien mit Fachleuten aus Kunst, Theorie und Vermittlung.
Das aktuelle Programm reicht beispielsweise von Zeichnung, Malerei, Keramik und Performance über Fotografie und Drucktechniken bis zu Kunstgeschichte, Vermittlung und zeitgenössischer Netzkultur. Praktika in der Kunstszene oder ein Austausch an einer europäischen Kunsthochschule sind ebenfalls möglich.
Wie viel Zeit muss ich für das Studium einplanen?
Kunst HF ist ein Vollzeitstudium. Auch wenn zwei Fixtage pro Woche für Seminare und Mentorate verbindlich sind, arbeitest du darüber hinaus selbstständig an deinen Projekten, Vertiefungen und Präsentationen. Die Ateliers der F+F stehen dir dafür auch ausserhalb der Studienzeit zur Verfügung.
Kann ich neben dem Studium arbeiten?
Kunst HF ist ein Vollzeitstudium, einen grossen Teil deiner Studienzeit organisierst du jedoch selbstständig. Wie viel Erwerbsarbeit sich daneben gut vereinbaren lässt, hängt deshalb von deiner individuellen Situation ab. Wenn du im Frühlingssemester startest, verlängert sich das Studium um ein Semester, das du zum Beispiel für Erwerbsarbeit, ein Praktikum, einen Austausch oder eine Studienpause nutzen kannst.
Was ist besonders am Kunststudium an der F+F?
Du hast viel Freiheit – aber nicht ohne Austausch und Feedback. Du entwickelst deine eigene künstlerische Sprache, kannst deine Arbeit selbstorganisiert vorantreiben und hast rund um die Uhr Zugang zu den Ateliers. Gleichzeitig diskutierst du deine Arbeiten regelmässig in Mentoraten und Arbeitspräsentationen mit Dozierenden, Mitstudierenden und Gästen aus dem Kunstbetrieb.
Zur offenen Studienkultur gehören auch Mitbestimmung und kurze Wege zur Studiengangsleitung. Semesterprojekte entstehen gemeinsam mit erfahrenen Personen aus der Kunstwelt; Praktika und internationale Austausche ermöglichen zusätzlich den Blick über die eigene Praxis hinaus. Und anders als für ein Bachelorstudium an einer Fachhochschule brauchst du für das HF-Studium keine Matura.
Was kostet das Studium?
Für Studierende mit zivilrechtlichem Wohnsitz in der Schweiz oder Liechtenstein kostet das Studium CHF 7’425.– pro Semester beziehungsweise CHF 1’237.50 pro Monat. Darin enthalten ist die individuelle Nutzung der Schulinfrastruktur inklusive Atelierarbeitsplatz, auch ausserhalb der Unterrichtszeiten.
Gibt es Stipendien oder andere Finanzierungsmöglichkeiten?
Der Studiengang ist staatlich anerkannt und grundsätzlich stipendienberechtigt. Ob du ein Stipendium erhältst, hängt vom Einzelfall und deinem Wohnkanton ab. Informiere dich am besten frühzeitig bei der Berufsberatung oder dem Berufsinformationszentrum deines Wohnkantons. Im Kanton Zürich sind das AJB und die regionalen biz Anlaufstellen.
Welchen Abschluss erhalte ich – und wie kann es danach weitergehen?
Du schliesst mit dem eidgenössisch anerkannten Titel «dipl. Bildende Künstler:in HF, Professional Bachelor» ab. Auf Englisch lautet der Titel «Professional Bachelor in Fine Arts».
In welchen Bereichen kann ich nach dem Studium arbeiten?
Der Kunstberuf kann ganz unterschiedliche Formen annehmen: Du kannst selbstständig künstlerische Werke und Projekte realisieren oder im Rahmen privater und öffentlicher Aufträge arbeiten. Dein berufliches Umfeld kann der lokale oder internationale Kunstbetrieb sein.
Auch Tätigkeiten ausserhalb des klassischen Kunstbetriebs sind möglich – zum Beispiel in Visueller Gestaltung, Fotografie, Video und Film, in Medien sowie in Kultur und Vermittlung.
Wo kann ich mehr über das Kunststudium erfahren?
Einen Einblick in den Studiengang kannst du jederzeit mit der Studiengangsleitung vereinbaren. Zusätzlich findet zweimal pro Jahr ein Open House statt. Dort kannst du das Studium kennenlernen und auch mit Studierenden ins Gespräch kommen.
Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz im Kunststudium?
KI wird im aktuellen Studienprogramm als Teil gegenwärtiger künstlerischer und gesellschaftlicher Diskurse behandelt. In Seminaren beschäftigst du dich zum Beispiel mit der Frage, wie KI-Wissen und unsere Wahrnehmung von Technologie verändert oder welche Rolle künstlich generierte Bilder spielen.