Filmstill aus Ardel Font, Abschlussarbeit von Vanessa Schmutz, 2024, Foto: Claudia Breitschmid
Gaum-Langemann-Förderpreis 2024
Vanessa Schmutz, Fachklasse Grafik EFZ

Der Preis für Grafik geht an Vanessa Schmutz für ihre Arbeit Ardel Font. Die ausgewählte Fachjury schreibt in ihrem Bericht: «In der Arbeit wird eine Schrift zum Leben erweckt – tatsächlich zu Leben erweckt. So etwas hat die Jury noch nicht gesehen. Die Schrift ist die Hauptfigur in ihrem Film. Das Verhältnis von Bild und Text ist bemerkenswert. Der Text spielt die Hauptrolle, das Bild ist Kulisse, das der Schrift ihr Leben einhaucht durch eine raffinierte Dramaturgie und Bildwahl und den recht exzessiven Einsatz von filmischen Mitteln und Effekten.

Der Ardel Font knüpft an Formen von Jugendstil und Art Deco an. Die Schrift ist nicht retro, sondern ganz im Hier und Jetzt. Der Ardel Font hat ein stabiles, ruhiges und unaufgeregtes Schriftbild und ist insgesamt sehr stimmig und sehr gut lesbar. Das Manual zum Font ist mit einem altenschmierigen Druckverfahren auf dünnes, seifiges Papier gedruckt. In diesem Manual verschmelzen Inhalt und Material zu einem Objekt. Auch das haucht der Schrift Leben ein, es macht den Ardel Font sinnlich und haptisch spürbar.»

Der Entscheid, mit der Ardel Font zu arbeiten, lag für Vanessa Schmutz in deren visuell historischen Ursprungs und beschreibt es folgendermassen: «Ardel» ist eine Schrift, die von den visuellen Eigenschaften der Goldenen Zwanziger inspiriert ist, genauer gesagt von der prunkvollen Filmindustrie Hollywoods, auch bekannt als «Classical Hollywood Cinema».«Modern Meets Old» – ist der Ausgangspunkt für diese Typografie. «Ardel» übernimmt Elemente der Stilrichtungen Art Déco und Jugendstil, aber übersetzt in die heutige Zeit. Dabei definieren die flimmernden Inktraps den Hauptcharakter: Einst aus rein funktionalen Gründen entwickelt, finden sie jetzt in «Ardel» zu ihrer eigentlichen visuellen Bestimmung. Die Inktraps ziehen sich durch die gesamte Schrift, lassen sieornamental wirken und machen auf diese Weise «Ardel» zu einer klaren Displayschrift. «Ardel» eignet sich perfekt als Titel meines Filmvorspanns.»

Die Gaum-Langemann Stiftung hat dieses Jahr zum zweiten Mal im Rahmen der Abschlussausstellung der Fachklassen Fotografie EFZ/ BM und Grafik EFZ/BM im Juli 2024 die mit je CHF 2 500.– dotierten Förderpreise für die beiden Abschlussarbeit mit besonderem Potenzial vergeben.

Mit der Auszeichnung unterstützt die Gaum-Langemann Stiftung junge Menschen in der Schweiz bei ihrer Berufsausbildung und fördert insbesondere handwerklich-gestalterische Berufsausbildungen. Die Auswahl erfolgt duch eine Jury, die sich aus Expert:innen aus der fotografischen und grafischen Berufspraxis und einer Vertretung der F+F zusammensetzt.

Filmstill aus dem Diplomfilm Ex-Nihilo von Bianca Gadola, 2020
F+F Förderpreis 2020
Bianca Gadola, Studiengang Film HF
Alles ist relativ. Der Diplomfilm Ex-Nihilo von Bianca Gadola ist relativ gut – sogar so gut, dass die Jury ihr dafür einen Förderpreis der F+F, dotiert mit CHF 3 000.–, verleiht. Neben Bianca erhält auch Laura Heer-Vermot-Petit-Outhenin aus dem Studiengang Modedesign für ihre Kollektion REALITY IS PERCEPTION einen Förderpreis. Aufgrund der hohen Qualität der diesjährigen Arbeiten, zeichnet der Stiftungsrat erstmals zwei Projekte aus.

Ex-Nihilo ist ein Film über das Filmemachen und die Entstehung des Weltalls aus dem Nichts. Oder wie Bianca selbst schreibt: «Es ist ein Film, der gerne ein Science-Fiction-Film wäre, sich jedoch in den Gesetzen und Begrifflichkeiten des Universums verliert und nicht viel mehr ist, als einen absurden Versuch, das Weltall zu verstehen.»

Die Autorin und Regisseurin Bianca Gadola vier Geschichten, die parallel verlaufen, sich kreuzen und sich gegenseitig ins Gehege kommen. Die Ebenen wandern vom Kleinen ins Grosse, von der Meta-Ebene ins Explizite: Die Szene, die Schauspielprobe, das Drehbuchschreiben und die Recherche. Schreiben die Drehbuchautorinnen (im Film) ihr Script um, ändert sich auch die Filmsequenz. In diesem Chaos der Gleichzeitigkeit beschreibt Ex-Nihilo die Relativitätstheorie und verstrickt sie mit Camus Überlegungen zum sinnsuchenden Menschen im sinnlosen Universum. Welten prallen aufeinander – auch visuell.

Die kluge Konstruktion und die stimmige Inszenierung überzeugten die Jury des Förderpreises. Bianca ist ein «unterhaltsamer und visuell überzeugender Film gelungen», schreibt sie in ihrem Bericht. Die Jury gratuliert ihr und allen Mitwirkenden.

Und wie geht es für Bianca Gadola weiter? «Es ist noch vieles offen, vieles unklar - was ich momentan aber auch gerade schätze. Klar ist: ich werde weiter machen.»

Die Preise wurden anlässlich der Diplomfeier 2020 der HF-Studiengänge Film, Fotografie, Kunst, Modedesign und Visuelle Gestaltung von Rolf Staub (Präsident der Stiftung F+F) den beiden Preisträgerinnen überreicht. Der diesjährigen Jury gehörte Nadja Baldini (Co-Kuratorin der Diplomausstellung), Zuzana Ponicanova (Vertretung des Stiftungrates) und Christoph Lang (Rektor der F+F Schule für Kunst und Design als Delegierter der Schulleitung) an.
NEVERENDING I – Lärm machen, Kira van Eijsdens, Diplomarbeit 2021, Foto: Claudia Breitschmid
F+F Förderpreis 2021
Kira van Eijsden, Studiengang Kunst HF
Der F+F Förderpreis 2021 wird an Kira van Eijsden für ihre Arbeit NEVERENDING I – Lärm machen verliehen. Diese künstlerische Position, zusammen mit ihrer Performance ES BRODELT hat die Jury überzeugt und begeistert. Das Werk ist für die Jury nicht nur ausserordentlich gut durchdacht, sondern auch inhaltlich hochaktuell, brisant und ortsspezifisch, womit van Eijsden den Zuschlag erhält.

NEVERENDING I – Lärm machen besteht aus acht Monitoren, die auf einem äusserlich prekären Holzgerüst angebracht sind. Dieses hat die Künstlerin aus Materialien der vorhergehenden Ausstellung in der Kunsthalle direkt vor Ort aufgebaut. So hat sie Sprache und Material der Institution angeeignet und umgenutzt, um sich buchstäblich Raum zu verschaffen. Auf jedem der Monitore ist die Künstlerin als Performerin vor einem Green Screen zu sehen. Sie verkörpert dabei verschiedene Rollen und Rollenmuster, die Frauen zugeschrieben werden, und untersucht diese körperlich, sprachlich und musikalisch. Besucher*innen können über einen Schaltkasten zwischen den unterschiedlichen Filmen umschalten.

Die starke visuelle Präsenz und die zentrale Positionierung des Werks in der Ausstellung deckt sich mit der konzeptuellen und inhaltlichen Ausrichtung der Arbeit: van Eijsden will selbstbewusst und gezielt Platz einnehmen und fordert diesen ein. Der Künstlerin gelingt es somit sowohl inhaltlich wie auch räumlich ein klares Zeichen der Selbstermächtigung zu setzten.

Wut und Zorn gegen das Patriarchat und seine Auswucherungen werden in der Arbeit mal intim, mal wissenschaftlich oder musikalisch thematisiert. Mit Verve, Selbstkritik und einer Prise Selbstironie nähert sich van Eijsden der brisanten Thematik: eindringlich, kraftvoll, aber eben auch humorvoll.

Obwohl technisch aufwendig, wurden für das Holzgerüst vorhandene Mittel eingesetzt, wodurch ein weiteres hochaktuelles Thema wie die Nachhaltigkeit in der Kunstproduktion von der Künstlerin berücksichtigt wird.

Die Mehrkanal-Installation wirkt auf angenehme Art offen und skalierbar, ohne dabei beliebig zu sein. Die Jury schätzt sehr, dass gerade diese Offenheit Raum für Imagination und Reflektion lässt und damit weit über den Moment hinausweist. Den überzeugenden Einbezug des Publikums verstärkt zusätzlich diesen Aspekt. Besucher*innen wird eine Wahlmöglichkeit zugesprochen, ihre Agency wurde von der Künstlerin in der Werkkonzeption angelegt. Das heisst, das Publikum erhält die Macht, auszuwählen – aber auch Filme abzubrechen. So wird ihm Raum überantwortet, was keine kleine Geste ist, sondern zukunftsweisend.

Die Jury ist der Auffassung, dass mit der Diplomarbeit NEVERENDING I – Lärm machen eine Künstlerin ausgezeichnet wird, die eine sehr aktuelle Thematik formal zeitgemäss umgesetzt hat. Sie ist beeindruckt von der darstellerischen Präsenz, von der konzeptuellen Stringenz, vom Sinn für subversives Spiel und von der dem Werk innewohnenden Grosszügigkeit. Die Jury hofft, in naher Zukunft noch mehr von ihr als Künstlerin und Performerin zu sehen. Die Verleihung des Förderpreises soll Kira van Eijsen dabei bestärken, den eingeschlagenen künstlerischen Weg fortzuführen. Dafür wünschen wir ihr im Namen der Schule alles Gute und gratulieren.

Der F+F Förderpreis wird seit 2017 jährlich verliehen und ist mit CHF 4 000.– dotiert. Der Jury gehörten 2021 die Kuratorin der Diplomausstellung, Irene Grillo, der Direktor der Kunsthalle Zürich, Daniel Baumann und der Rektor der F+F Schule für Kunst und Design, Christoph Lang an.
Leandra Tiemann, Diplomarbeit mod.lab, 2026, Foto: Claudia Breitschmid 
F+F Förderpreis 2026
Der diesjährige F+F Förderpreis geht an Leandra Tiemann für ihr Projekt mod.lab im Studiengang Visuelle Gestaltung. Mit dieser Arbeit formuliert Leandra Tiemann eine überzeugende und zukunftsweisende Antwort auf aktuelle Herausforderungen der digitalen Gestaltungspraxis und zeigt auf, wie gestalterische Werkzeuge neu gedacht und gemeinschaftlich weiterentwickelt werden können.

Ausgehend von ihrer Recherche zur digitalen Autonomie in der visuellen Kommunikation überführt sie theoretische Fragestellungen in eine konkret nutzbare Plattform. Auf mod-lab.org stellt sie Werkzeuge zur Verfügung, die die Manipulation und generative Erstellung grafischer Elemente ermöglichen. Der zugrunde liegende Quellcode wird über GitHub oder vergleichbare Repositories öffentlich zugänglich gemacht und im Sinne von Open Source zur Einsicht, Weiterentwicklung und Verbreitung freigegeben. Die Plattform eröffnet Designer:innen die Möglichkeit, anpassbare Werkzeuge zu nutzen und zu entwickeln, um individuelle Gestaltungskonzepte umzusetzen und gestalterische Prozesse zu vereinfachen und zu erweitern.

In der Diplomausstellung übersetzte Leandra Tiemann die Idee von mod.lab in eine sorgfältig inszenierte Installation, die ihren persönlichen Arbeitskontext aufgreift und für Besucher:innen erfahrbar macht. Zwei Bildschirme eröffnen unterschiedliche Zugänge zum Projekt: Während auf dem einen ein Video die Anwendung der Plattform dokumentiert, lädt der rechte dazu ein, mod.lab unmittelbar selbst zu erkunden. Die Open Source Bibliothek ist intuitiv und übersichtlich gestaltet und ermöglicht auch Personen ohne gestalterischen Hintergrund oder besondere technische Vorkenntnisse einen unmittelbaren und intuitiven Zugang.

Mit mod.lab schlägt Leandra Tiemann eine Brücke zwischen individuellem gestalterischem Schaffen und einem Verständnis von Design als gemeinschaftlichem Prozess des Teilens, Lernens und Weiterentwickelns. Besonders hervorzuheben ist die Verbindung von gestalterischer Praxis, technologischem Verständnis und gesellschaftlicher Haltung. Das Projekt versteht Open Source nicht nur als technische Infrastruktur, sondern als kulturelle Praxis des Teilens und Experimentierens.

Die Jury würdigt die Klarheit der Konzeption, die sorgfältige Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen von Designer:innen, die Experimentierfreude und spielerische Offenheit, die den entwickelten Werkzeugen eingeschrieben ist. Indem sie Werkzeuge öffentlich und kostenlos zugänglich macht, entsteht ein nachhaltiges Ökosystem, das Wissen demokratisiert und kreative Eigenständigkeit fördert. 

Besonders bemerkenswert ist, dass die Plattform bereits bereits kurz nach ihrer Veröffentlichung über einen Open Call Beiträge Schweizer Designer:innen versammeln konnte. Dies unterstreicht nicht nur die Relevanz des Anliegens, sondern verweist auch auf das Potenzial von mod.lab, weit über den Rahmen der Diplomausstellung hinaus Wirkung zu entfalten. Die Arbeit überzeugt durch ihre gesellschaftliche Aktualität, ihre gestalterische Qualität und ihren hohen Innovationsgrad. Gerade in einer Zeit rasanter technologischer Entwicklungen leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Diskussion über digitale Souveränität im Design. Es eröffnet neue Perspektiven auf kollaborative und selbstbestimmte Formen der Gestaltung und zeigt, wie technologische Werkzeuge zu Orten des Austauschs, der Teilhabe und der kreativen Eigenständigkeit werden können.

Der Förderpreis der F+F wird seit 2017 verliehen und ist mit CHF 4 000.– dotiert. Die Auszeichnung soll die Preisträger:innen darin bestärken ihr Projekt weiterzuverfolgen und den eingeschlagenen künstlerischen Weg fortzuführen. In diesem Jahr setzt sich die Jury aus der Künstlerin Zuzana Ponicanova, F+F-Rektor Christoph Lang und der Kuratorin der diesjährigen Diplomausstellung, Celine Matter, zusammen.
Abschlussausstellung Fachklassen Fotografie und Grafik EFZ/BM 2025
Vernissage
Mi. 02.07.2025, 18.00–21.00 Uhr
Ausstellung
03.–06.07.2024
F+F, Flurstrasse 89, 8047 Zürich
Begrüssung
18.30 Uhr, Erdgeschoss
Bruno Hass, Prorektor
Marc Latzel, Leiter Fachklasse Fotografie
Franziska Widmer, Leiterin Fachklasse Grafik

Preisvergabe
Gaum-Langemann-Förderpreise für Fotografie und Grafik
18.30 Uhr, Erdgeschoss

Öffnungszeiten
Donnerstag–Sonntag 12.00–18.00 Uhr

Absolvent:innen Fachklasse Fotografie:
  • Catrin Isabell Bautista Casilla
  • Johann Bigler
  • Oonagh Erfmann
  • Saskia Helg
  • Miwa Kawasaki
  • Morris Köchle
  • Sinia Luna Mader
  • Mascha Negri
  • Noel Neuhaus
Absolvent:innen Fachklasse Grafik:
  • Eleni Nina Giannakis
  • Anthony Hofmann
  • Clementine Krauss
  • Lilly Kuriger
  • Angelina Linley
  • Allegra Marinho da Silva
  • Rahman Mogushkov
  • Karina Ottowitz
  • Alina Perrenoud
  • Mischa Roos
  • Anna Signorelli
  • Bigna Teichmann
Diplomkollektion, silent rebel von Janine Stähelin, 2019, Foto: Yannick Monteiro
F+F Förderpreis 2019
Janine Stähelin, Studiengang Modedesign HF
Die Jury für den Förderpreis der F+F bestand dieses Jahr aus dem Kuratorenteam der Diplomausstellung – Fanny Hauser und Viktor Neumann – der Vertreterin des Stiftungsrates Zuzana Ponicanova und dem Rektor Christoph Lang. Die Jury hat die 19 Diplomarbeiten aus den 5 Studiengängen begutachtet und befand mehrere Abschlussarbeiten als preiswürdig. Obwohl der Jahrgang als stark eingeschätzt wurde, konnte sich die Jury einstimmig darauf einigen, eine Diplomarbeit mit dem Förderpreis, der mit CHF 4 000.– dotiert ist, auszuzeichnen.

Der Förderpreis der F+F geht 2019 an die Kollektion silent rebel von Janine Stähelin. 

Die Diplomandin überzeugte über die fertige Kollektion hinaus: «Die Jury ist tief beeindruckt von der Komplexität und Sensibilität des künstlerischen Prozesses, der eine substantielle, kritische Auseinandersetzung und Befragung von tradierten Körperkonzepten und Rollenbildern offenbart hat.»

Janine Stähelin hat über den gesamten Entstehungsprozess bis hin zur finalen Präsentation ihrer Kollektion gezeigt, wie Formen und Schnitte, Materialentwicklung und –zusammensetzung in ihrer Kollektion gekonnt zusammenspielen und dadurch Gefühle zu transportieren vermögen. Auch von ihrer Klarheit im Umgang mit der räumlichen und performativen Präsentation war die Jury beeindruckt: «Dies zeugt von einer ästhetisch-gestalterischen Expertise sowie einer klaren und eigenständigen künstlerischen Sprache.»

Die Kollektion silent rebel erzählt von dem Spannungsverhältnis zwischen Stärke und Fragilität oder vielmehr von der Stärke der Fragilität. Sie erlaubt es, das Konzept von Stärke zu überwinden und Fragilität zu zelebrieren. 

Die Jury gratuliert Janine Stählin von ganzem Herzen und hofft, dass der Förderpreis es ihr ermöglichen wird, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzuverfolgen: «Wir wünschen ihr und allen anderen Diplomandinnen und Diplomanden alles Beste für ihre Zukunft.»
Framing Grayscales, Diplomarbeit von Marc Gertsch, 2023, Foto Ausstellungsansicht: Claudia Breitschmid
F+F Förderpreis 2023
Marc Gertsch,  Studiengang Visuelle Gestaltung HF
Der diesjährige F+F Förderpreis wird Marc Gertsch aus dem Studiengang Visuelle Gestaltung HF für seine Diplomarbeit Framing Grayscales verliehen. «Mit seiner tiefgründigen, auf eigenständiger Forschung und kritischer Selbstbefragung basierenden Arbeit» ist es ihm gelungen, die Jury zu überzeugen.

In Framing Grayscales setzt sich Marc Gertsch kritisch mit der diskriminierenden Dimension von Design auseinander. Sein Fokus gilt spezifischen Schriftarten, die kulturelle Elemente, Symbole und Praktiken zwecks kommerzieller oder ästhetischer Trends aus ihrem ursprünglichen Kontext reissen und in einer Weise verwenden, die stereotype und oberflächliche Darstellungen bestimmter Kulturen verstärken, während die eigentlichen Urheber:innen unsichtbar bleiben. Designer:innen tragen somit eine Verantwortung, sich diesen Dynamiken bewusst zu werden, um eine inklusive und gerechte Praxis zu fördern.

Die Jury zeigt sich von der Bearbeitung dieses «augenöffnenden, bisher nur wenig erforschten Themenfeldes von ausserordentlicher gesellschaftlicher Relevanz» beeindruckt. Neben dem «interdisziplinären Ansatz dank vermittelnder Rolle der unterschiedlichen, protestartigen Blachen», wird die «dennoch spielerische Herangehensweise mit Grafik und Design» hervorgehoben, womit die Arbeit in vielen unterschiedlichen Ausstellungs- und Vermittlungskontexten funktionieren und agieren könne. Framing Grayscales kläre nicht nur im Kontext des grafischen Designs über kulturelle Aneignung, «ethnische Schriften» und Diskriminierung in Design auf, sondern biete sich darüber hinaus auch anderen Interessent:innen zur Sensibilisierung gegenüber dem spezifischen Schriftgebrauch an. Die Jury sieht ein grosses Potenzial in der Thematik und ist der Überzeugung, dass Marc Gertsch mit seinem sorgfältigen und souveränem Gestaltungsansatz in der Zukunft noch weitere vielversprechende Anwendungen gelingen werden.

Der Förderpreis der F+F wird seit 2017 verliehen und ist mit CHF 4 000.– dotiert. Die Auszeichnung soll die Preisträger:innen darin bestärken ihr Projekt weiterzuverfolgen und den eingeschlagenen künstlerischen Weg fortzuführen. In diesem Jahr setzt sich die Jury aus der Künstlerin Claudia Kübler, F+F-Rektor Christoph Lang und der Kuratorin der diesjährigen Diplomausstellung, Marlene Bürgi, zusammen.
Abschlussausstellung Bild der Arbeit Endogen von Saskia Helg, Foto: Claudia-Breitschmid
Ausstellungen
Öffentliche Veranstaltungen
Fachklasse Fotografie EFZ/BM
Gaum-Langemann-Förderpreis 2025
Saskia Helg, Fachklasse Fotografie EFZ

Der Preis für Fotografie geht an Saskia Helg für ihre Arbeit Endogen. Die Fachjury schreibt in ihrem Bericht: «Endogen besticht durch ihren mutigen und experimentell unbeschwerten Einsatz der fotografischen Mittel, und schliesslich der gelungenen Montage von Text und gut editierten Bildsequenzen. Endogen gibt uns einen berührenden Zugang zu einem aktuellen und relevanten Thema: dem Leben in einer Welt, in der alle connected sind, aber du doch allein.»

Die Gaum-Langemann Stiftung hat dieses Jahr zum dritten Mal im Rahmen der Abschlussausstellung der EFZ/BM Fachklassen Fotografie und Grafik im Juli 2025 die mit je CHF 2 500.– dotierten Förderpreise für die beiden Abschlussarbeit mit besonderem Potenzial vergeben.

Mit der Auszeichnung unterstützt die Gaum-Langemann Stiftung junge Menschen in der Schweiz bei ihrer Berufsausbildung und fördert insbesondere handwerklich-gestalterische Berufsausbildungen. Die Auswahl erfolgt duch eine Jury, die sich aus Expert:innen aus der fotografischen und grafischen Berufspraxis und einer Vertretung der F+F zusammensetzt.

Gaum-Langemann-Förderpreise 2025
Mi. 02.07.2025

Im Rahmen der Abschlussausstellung der Fachklassen Fotografie und Grafik sind die Gaum-Langemann-Förderpreise vergeben worden. Ermöglicht hat dies die Gaum-Langemann Stiftung. Sie unterstützt junge Menschen in der Schweiz bei ihrer Berufsausbildung und fördert insbesondere handwerklich-gestalterische Berufsausbildungen. Es wurden zwei Preise überreicht:

  • Preis für die beste Abschlussarbeit Fotografie erhielt Saskia Helg mit der Arbeit Endogen
  • Preis für die beste Abschlussarbeit Grafik erhielt Anna Signorelli mit der Arbeit Frauen im Raum

Die mit je CHF 2 500.– dotierten Preise werden für Abschlussarbeiten mit besonderem Potenzial vergeben. Die Auswahl erfolgt duch eine Jury, die sich aus Expert:innen aus der fotografischen und grafischen Berufspraxis und einer Vertretung der F+F zusammensetzt.

Wir gratulieren beiden Absolventinnen herzlich!

Abschlussausstellung 
Fachklassen Fotografie und Grafik EFZ/BM 2023
Vernissage
Mi. 05.07.2023, 18.00–21.00 Uhr
Ausstellung
06.–09.07.2023
F+F, Flurstrasse 89, 8047 Zürich
Begrüssung
Bruno Hass, Stv. Rektor
Marc Latzel, Leiter Fachklasse Fotografie
Franziska Widmer, Leiterin Fachklasse Grafik
18.30 Uhr, Erdgeschoss

Preisvergabe
Gaum-Langemann-Förderpreise für Fotografie und Grafik
18.30 Uhr, Erdgeschoss

Öffnungszeiten
Do.–So. 12.00–18.00 Uhr

Absolvent:innen Fotografie EZF
  • Anja Bär
  • Laurin Eggimann
  • Valentin Hehli
  • Julia Kopp
  • Ladina Seraina Küntzel
  • Samuel Letsch
  • Nina Ritter
  • Lisa Vogelsanger
  • Kilian Walker
  • Yannick Wilkesmann
Absolvent:innen Grafik EFZ
  • Daniela Dellanoce Naar
  • Liv Hägeli
  • Felix Helbling
  • Milena Morales
  • Corin Ommerli
  • Domingo Schneider
  • Jessica Sojat
  • Sarah Spuhler
  • Rémy Vetsch
Facebook-Event
 
Installation Freiraum – Präludium und Fuge Op. 201 von Celia Längle, Foto: Claudia Breitschmid
F+F Förderpreis 2018
Celia Längle, Studiengang Fotografie HF
Der Förderpreis der F+F zeichnet alljährlich Diplomarbeiten aus, die überraschen, überzeugen und Potential für folgende Arbeiten aufzeigen.

2018 sind 27 Diplomarbeiten entstanden, davon haben die Abteilungsleitungen 12 für den Förderpreis nominiert. Die Arbeit der Jury war dieses Jahr nicht einfach und Eva Wagner, Michael Hiltbrunner und Christoph Lang hatten die Qual der Wahl, doch der Entscheid war schliesslich einstimmig: Der Förderpreis der F+F 2018 geht an Freiraum – Präludium und Fuge Op. 201 von Celia Längle.

Die mehrteilige Videoinstallation ist eine Komposition für einen Raum und eine Person und füllt fast 10 Stunden. Die Arbeit hat einen Auftakt im Lift, das Präludium und die Fuge befindet sich fortführend im zweiten Stock.

Mit dieser Arbeit ist die Preisträgerin ein besonderes Wagnis eingegangen. Sie hat sich der Langeweile, dem Nichtstun, dem Experiment gestellt und in diesem Prozess eine präzise Form entwickelt. Die Soundspur und die beiden Projektionen, die sich der schnellen Rezeption entziehen, öffnen einen Gedanken- und Erfahrungsraum für die Betrachter*in. Celia Längle hat als Fotografin eine künstlerische Sprache erprobt, die verschiedene Medien und Künste einbezieht, lobt die Jury.

Die neugierige und offene Haltung, sowie den Mut, diese durchzuhalten beeindruckte die Jury: «Wir hoffen, dass der Förderpreis für Celia Längle eine Ermutigung sein kann, sich dem künstlerischen Experiment immer wieder bedingungslos zu stellen.» Die Jury gratuliert zum Preis und zum Diplom.  
 
Ausstellungsansicht Manu, Abschlussarbeit von Juli Kopp, 2023, Foto: Claudia Breitschmid
Ausstellungen
Gaum-Langemann-Förderpreis 2023
Julia Kopp, Fachklasse Fotografie EFZ

Der Preis für Fotografie geht an Julia Kopp für ihre Arbeit Manu. Die ausgewählte Fachjury schreibt in ihrem Bericht: «Die Arbeit von Julia Kopp zeigt humanistische Fotografie. Die Arbeit zeigt, dass Fotografie Nähe bedeuten kann, sie zeigt weiter, dass auch der Akt des Fotografierens Nähe bedeuten kann. Dafür werden genreübergreifend verschiedene fotografische Stilmittel und Szenerien eingesetzt, es gelingt dadurch, einen Menschen als Menschen zu zeigen, facettenreich, tief, und menschlich. Ergreifende Nähe zeichnet diese Arbeit aus.»

Julia Kopp dokumentiert in ihrer Fotoarbeit einen guten Freund und lässt sich dabei auf eine persönliche Konfrontation mit auch unangenehmen Themen ein. Sie schreibt: «Manu wurde im Laufe der bald acht Jahre seit wir befreundet sind zu einem Teil meiner Familie. Er ist seit vier Jahren alkoholabhängig, leidet an Angststörungen und ist daran, seine Identität und sein Geschlecht zu finden. Diese Probleme verhindern oftmals, dass er seine Fortschritte wahrnehmen kann. Mit dieser Arbeit wollte ich Manu in erster Linie unterstützen und ihm eine Seite von sich zeigen, die er gerne übersieht. Wir verbrachten viel Zeit miteinander und ich lernte viel über ihn, aber auch über mich selber. Unsere Freundschaft ist daran gewachsen. Die Kamera schaffte die nötige Distanz, damit ich mich auf Situationen einlassen konnte, die ich sonst wohl nicht hätte handhaben können. Sie schaffte aber auch eine Nähe, die ich so zuvor nicht kannte. Sein Leben ist ein ständiger Kampf, der von Rückschlägen geprägt ist. Trotz der schwierigen Umstände sieht Manu das Positive im Leben und kämpft weiter.»

Die Gaum-Langemann Stiftung hat dieses Jahr zum ersten Mal im Rahmen der Abschlussausstellung der Fachklassen Fotografie EFZ/BM und Grafik EFZ/BM im Juli 2023 die mit je CHF 2 500.– dotierten Förderpreise für die beiden Abschlussarbeit mit besonderem Potenzial vergeben.

Mit der Auszeichnung unterstützt die Gaum-Langemann Stiftung junge Menschen in der Schweiz bei ihrer Berufsausbildung und fördert insbesondere handwerklich-gestalterische Berufsausbildungen. Die Auswahl erfolgt duch eine Jury, die sich aus Expert:innen aus der fotografischen und grafischen Berufspraxis und einer Vertretung der F+F zusammensetzt.

Mitglieder der Jury 2023: Nina Ruppen (Grafikerin und Art Direktorin, Vorstandsmitglied Junge Grafik), Partik Fuchs (Fotograf, kommerziell und freischaffend), Bruno Hass. (Vertretung F+F).

Abschlussausstellung Fachklassen Fotografie und Grafik EFZ/BM 2024
Vernissage
Mi. 03.07.2024, 18.00–21.00 Uhr
Ausstellung
04.–07.07.2024
F+F, Flurstrasse 89, 8047 Zürich
Begrüssung
18.30 Uhr, Erdgeschoss
Bruno Hass, Prorektor
Marc Latzel, Leiter Fachklasse Fotografie
Franziska Widmer, Leiterin Fachklasse Grafik

Preisvergabe
Gaum-Langemann-Förderpreise für Fotografie und Grafik
18.30 Uhr, Erdgeschoss

Öffnungzeiten
Do.–So. 12.00–18.00 Uhr

Absolvent:innen Fachklasse Fotografie:
  • Laurin Bleiker
  • Jasmin Egger
  • Alina Frommelt
  • Wynona Hollenstein
  • Morris Köchle
  • Flurina Kühne
  • Fiona Neuhauser
  • Tanja Schätti
  • Enya Seiler
  • Irina Stöcker
  • Alissa Strässle
Absolvent:innen Fachklasse Grafik:
  • Nathan Noah Bastino
  • Jade Comiskey
  • Elena Anna Cortiula
  • Julia Escherich
  • Zian Gmür
  • Lina Gosteli
  • Tobias Grätzer
  • Ellie Macleod
  • Julian Meier
  • Grace Starla Ongarello
  • Kayrah Ryter
  • Vanessa Schmutz
  • Cassandra Zehnder
F+F Förderpreis 2017
Antonino Russo, Visuelle Gestaltung HF
Der Stiftungsrat der F+F vergab dieses Jahr zum ersten Mal den mit CHF 4 000.– dotierten Förderpreis für eine Diplomarbeit der HF (Höhere Fachschule) Studiengänge. 

Ausgezeichnet wurde die Diplomarbeit von Antonino Russo (*1987, Balgach), Studiengang Visuelle Gestaltung HF für seine Arbeit: Uguale dove mi trovo in giro, lei mi guarda sempre. 

Mit seiner Arbeit zeichnet er das Portrait seines Vaters, der mit dem Auto von Sizilien in die Schweiz geflüchtet ist. Anhand eines Interviews und historischem und aktuellem Bildmaterial, geht er insbesondere den «typisch sizilianischen» Verhaltensweisen und Bräuchen, die sein Vater in die Schweiz mitgebracht hat, nach. Russo junior erlaubt sich als Gestalter auch Interpretationen dieses Materials. So verarbeitet er beispielsweise schmalzige Liebesbekundungen, die als Gekritzel auf den Strassen von Catania zu finden sind, zu kitschiger Typografie. 

Uguale dove mi trovo in giro, lei mi guarda sempre – so der Titel von Toni Russos Publikation – stellt Fragen nach der eigenen Herkunft: Was prägt die «europäische Strassenhundmischung», als die sich Toni bezeichnet, wie setzt sie sich zusammen? Am Anfang von Tonis Diplomprojekt stand eine Reise mit seinem Vater nach Sizilien, die erste seit langem, und so konzentrierte er sich auf seinen Papa.

Toni webt ein Netz aus Erinnerungen, wir springen hin und her zwischen den Anekdoten seines Papas und den Beobachtungen Tonis, hin und her zwischen den Seiten und den Zeiten; geschickt führt uns der Autor vom Etna ins Rheintal und wieder zurück zu Hühnern und Peperoni.

Toni ist es gelungen seine Fragen ohne jegliche Sentimentalität einzukreisen, vielleicht Antworten zu finden, sicher aber dem näher zu kommen, was Identität ausmacht. Gerade das Unspekatukläre und Alltägliche, das bedingungslos persönliche macht die fragmentarische Erzählung exemplarisch. Das Eintauchen in Tonis Russos Text- und Bildgewebe regt dazu an, darüber nachzudenken, wie sich Identitäten zusammensetzten, in einer Welt, in der sich alle bewegen, bewegen müssen. Natürlich ist das Buch auch gut gestaltet. Gut meint, die Gestaltung ist Teil der beschriebenen Inhalte, unterstützt sie, färbt sie ein, bringt sie erst zum Leuchten.

Es bleibt zu wünschen, dass der Preis dazu beiträgt, dass es nicht bei dem einen Exemplar bleibt, welches Toni für die Ausstellung herstellen lassen konnte und die farbenfrohe Publikation bald unser aller Büchergestelle bereichert!
Abschlussausstellung, Arbeit Frauen im Raum​​​​​ von Anna Signorelli, Bild: Claudia Breitschmid
Ausstellungen
Öffentliche Veranstaltungen
Fachklasse Grafik EFZ/BM
Gaum-Langemann-Förderpreis 2025
Anna Signorelli, Fachklasse Grafik EFZ

Der Preis für Grafik geht an Anna Signorelli für ihre Arbeit Frauen im Raum. Die Fachjury schreibt in ihrem Bericht: «Das Buch Frauen im Raum eröffnet für sich einen eigenen Raum, in dem das ganze Spannungsfeld von Unorten des öffentlichen Raums und privaten Rückzugsorten seinen Ort findet. Dies gelingt dank einer zurückgenommenen, reflektierten und umsichtigen Erzählperspektive, der angenehmen Leseführung, dem raffinierten Layout, dem ausgewogenen Einsatz von Text und Bild, der verspielten und zugleich intuitiven Struktur, dem gekonnten Einsatz grafischer Mittel, dem spannenden Umgang mit Weissraum und Farben. So wird eine insgesamt konsistente und sehr ansprechende Atmosphäre zum Eintauchen geschaffen.»

Die Gaum-Langemann Stiftung hat dieses Jahr zum dritten Mal im Rahmen der Abschlussausstellung der EFZ/BM Fachklassen Fotografie und Grafik im Juli 2025 die mit je CHF 2 500.– dotierten Förderpreise für die beiden Abschlussarbeit mit besonderem Potenzial vergeben.

Mit der Auszeichnung unterstützt die Gaum-Langemann Stiftung junge Menschen in der Schweiz bei ihrer Berufsausbildung und fördert insbesondere handwerklich-gestalterische Berufsausbildungen. Die Auswahl erfolgt duch eine Jury, die sich aus Expert:innen aus der fotografischen und grafischen Berufspraxis und einer Vertretung der F+F zusammensetzt.

Bild vLnR: Katrin Freisager (Jurorin), Vanessa Schmutz (Gewinnerin Grafik), Conradi Frei (Juror), Tanja Schätti (Gewinnerin Fotografie), Bruno Hass (Juror), Bettina Loustalot (Gaum-Langemann Stiftung)
Gaum-Langemann-Förderpreise 2024
Mi. 03.07.2024

Im Rahmen der Abschlussausstellung der Fachklassen Fotografie und Grafik sind die Gaum-Langemann-Förderpreise vergeben worden. Ermöglicht hat dies die Gaum-Langemann Stiftung. Sie unterstützt junge Menschen in der Schweiz bei ihrer Berufsausbildung und fördert insbesondere handwerklich-gestalterische Berufsausbildungen. Es wurden zwei Preise überreicht:

  • Preis für die beste Abschlussarbeit Fotografie erhielt Tanja Schätti für das Fotobuch Blindtal
  • Preis für die beste Abschlussarbeit Grafik erhielt Vanessa Schmutz für den Bild-Text-Film Ardel Font

Die mit je CHF 2 500.– dotierten Preise werden für Abschlussarbeiten mit besonderem Potenzial vergeben. Die Auswahl erfolgt duch eine Jury, die sich aus Expert:innen aus der fotografischen und grafischen Berufspraxis und einer Vertretung der F+F zusammensetzt.

Wir gratulieren beiden Absolventinnen herzlich!

Buchseite aus Blindtal, Abschlussarbeit von Tanja Schätti, 2024, Foto: Claudia Breitschmid
Gaum-Langemann-Förderpreis 2024
Tanja Schätti, Fachklasse Fotografie EFZ

Der Preis für Fotografie geht an Tanja Schätti für ihre Arbeit Blindtal. Die ausgewählte Fachjury schreibt in ihrem Bericht: «In Blindtal geht es um Schwermut. Die Arbeit knüpft an die Befindlichkeiten der Fotografin an. Doch geht die Arbeit über die persönliche Ebene hinaus: Sie entwirft eine abstrakte, eine künstliche Landschaft. Die Reise ins Blindtal ist reich an Eindrücken. Sie er-schöpfen sich nicht in Eindeutigkeit, sondern bleiben vage und werfen so immer wieder Fragen nach Absicht und Inszenierung auf. Kreisend geht die Reise vor sich, über verschiedene Zugänge und Anläufe, über Portraits, Landschaften, Tonfiguren, durch Bilderfindungen und Bildmanipulationen. Das Buch Blindtal überzeugt durch raffinierte Bilderabfolgen und Bildpaare. Die Lektüre des Buchs ist wie eine geführte Reise auf engen Wegen die tiefsten Tiefen des Tals.»

Tanja Schätti setzt sich in ihrem Fotobuch mit ihrer eigenen Schwermut und ihren Ängsten auseinander. Sie sagt dazu: «Ich fotografiere Stimmungsbilder und Selbstporträts, die für mich mit negativen Gefühlen verbunden sind. Dies hilft mir, mich mit verschiedenen Aspekten meiner Schwermut zu beschäftigen. Mittels analoger Bildmanipulationen versuche ich, Schichten sichtbar zu machen, diese aufzubrechen und sie teilweise auch wieder sorgfältig zu verschliessen. Die Tonfiguren materialisieren meine immer wiederkehrenden Ängste. Ich gestalte sie jeweils auf dem Höhepunkt meines Gefühls. Sie bieten mir die Möglichkeit, negative Emotionen loszulassen und ihnen eine Gestalt zu geben. »

Die Gaum-Langemann Stiftung hat dieses Jahr zum zweiten Mal im Rahmen der Abschlussausstellung der Fachklassen Fotografie EFZ/ BM und Grafik EFZ/BM im Juli 2024 die mit je CHF 2 500.– dotierten Förderpreise für die beiden Abschlussarbeit mit besonderem Potenzial vergeben.

Mit der Auszeichnung unterstützt die Gaum-Langemann Stiftung junge Menschen in der Schweiz bei ihrer Berufsausbildung und fördert insbesondere handwerklich-gestalterische Berufsausbildungen. Die Auswahl erfolgt duch eine Jury, die sich aus Expert:innen aus der fotografischen und grafischen Berufspraxis und einer Vertretung der F+F zusammensetzt.

Ich will alles und zwar jetzt!, Diplomarbeit von Julia Schlenker, 2024, Foto: Angelika Annen
F+F Förderpreis 2024
Julia Schlenker, Studiengang Modedesign HF
Der diesjährige F+F Förderpreis geht an Julia Schlenker, Absolventin im Studiengang Modedesign. Sie überzeugt die Jury mit ihrer Diplomarbeit Ich will alles und zwar jetzt! und ihrer Kollektion aus fünf Looks, in denen Eleganz und Trash zusammenwirken, um das altbekannte Diktum «Kleider machen Leute» auf den Kopf zu stellen.

Da gibt es zum Beispiel ein Täschchen, braun, haarig, kugelrund. Die Plüschtierästhetik weckt Assoziationen an mindestens vier andere Luxuslabels, die so ein Stück im Angebot haben könnten. Es könnte deshalb für eine Nachahmung gehalten werden, würde der Blick nicht an der Leine hängen bleiben, die dort runterbaumelt. Und dann fällt der flauschige Haarball zu Boden und das Model schleift ihn hinter sich her und wir fragen uns, ob dieses Cape aus zwei mit buntem und gepresstem Textilkonfetti befüllten Kissen und gold-glänzenden Sicherheitsnadeln demnächst in der Oper oder doch eher beim Feierabendbier vor dem Späti um die Ecke zu sehen sein wird.

Das offensichtliche Zitieren einer Markenästhetik soll beim Betrachten ersichtlich werden und einem ein Schmunzeln entlocken, weil jeder Verweis so pointiert platziert ist, dass dahinter eine Kritik spürbar wird. Eine Kritik, die dem «anything goes» der Warenlogik eine Nachhaltigkeit abringt, in der wir Stilbewusstsein und Trend wieder voneinander trennen.

Viele Marken zitieren andere Marken oder sich selbst; Julia Schlenker aber beweist mit ihrem Diplomprojekt, dass Zitate Charme und Eigenheit besitzen müssen, dass sie durchdacht werden wollen und dass daraus eine Schönheit entsteht, die uns vorgefertigte Ideale überdenken lässt. Ein «Too much», das gewollt ist, das verunsichert und das uns zwingt, die Lesbarkeit der dargebotenen Symbole auch als Ausdruck unserer schnelllebigen Zeit zu verstehen. 

Wir gratulieren Julia Schlenker zu dieser Arbeit und möchten gleichzeitig die herausragende Qualität der Arbeiten des gesamten Studiengangs Mode hervorheben. Zu bewundern sind dabei nicht die Leistungen von Einzelpositionen wie beispielsweise Patricia Crivelli, deren Diplomkollektion Raw Perspectives ebenfalls herausragte.

Mehr noch erkannte die Jury, dass sich die Modeabsolvent:innen gegenseitig zu Höchstleistungen angespornt haben und die Entscheidung der Vergabe nur einer Förderauszeichnung in diesem Jahr äusserst schwerfiel. Wir bedanken uns für so viel Kollegialität und gegenseitige Wertschätzung von Arbeit, Zeit und Hingabe, die wir als Grundlage für den Wissenstransfer an der F+F hochschätzen. 

Der Förderpreis der F+F wird seit 2017 verliehen und ist mit CHF 4 000.– dotiert. Die Auszeichnung soll die Preisträger:innen darin bestärken ihr Projekt weiterzuverfolgen und den eingeschlagenen künstlerischen Weg fortzuführen. In diesem Jahr setzt sich die Jury aus dem F+F-Rektor Christoph Lang, dem Stiftungsratsmitglied Zuzana Ponicanova, und der Kuratorin der diesjährigen Diplomausstellung, Bassma El Adisey, zusammen.
Ausstellungsansicht  Ah! & Oh!, Abschlussarbeit von Liv Hägeli, 2023, Foto: Claudia Breitschmid
Gaum-Langemann-Förderpreis 2023
Liv Hägeli, Fachklasse Grafik EFZ

Der Preis für Fotografie geht an Liv Hägeli für ihre Arbeit Ah! & Oh!.Die ausgewählte Fachjury schreibt in ihrem Bericht: «Ihre Arbeit ist druckreif. Eine durchdachte Plakatserie mit einem Gestaltungsraster, das Regeln vorgibt und zugleich Flexibilität ermöglicht. Die Arbeit zeigt ein spannendes Spiel mit Ebenen und Überschneidungen. Sie verwendet eine äusserst raffiniert ausgetüftelte Formensprache für die verschiedenen Emotionen. Spielerisch und sehr gelungen ist der Umgang mit Typographie. Äusserst wirkungsvoll und gekonnt sind die Gestaltungelemente ins Format gesetzt.»

Liv Hägeli setzt in ihrer Arbeit die Wirkung von Schrift und Gestaltung auf die Gefühle gezielt ein. Sie schreibt dazu: «Verschiedene Emotionen werden auf einer Plakatserie für die fiktive Ausstellung Ah & Oh – Empfindungen und wir im Stapferhaus Lenzburg dargestellt. Es geht um das breite Spektrum von Gefühlen und wie wir diese ausdrücken. Die sechs Grundemotionen werden bei den Aussen-Plakaten der Ausstellung in skurrilen Bildern dargestellt und sollen beim Betrachten genau dieses Gefühl auslösen. In der Ausstellung werden die einzelnen Gefühle mit Hilfe von Teaser-Plakaten angekündigt. Diese funktionieren mit einem Farbcode als Signaletik durch die Ausstellung.»

Die Gaum-Langemann Stiftung hat dieses Jahr zum ersten Mal im Rahmen der Abschlussausstellung der Fachklassen Fotografie EFZ/BM und Grafik EFZ/BM im Juli 2023 die mit je CHF 2 500.– dotierten Förderpreise für die beiden Abschlussarbeit mit besonderem Potenzial vergeben.

Mit der Auszeichnung unterstützt die Gaum-Langemann Stiftung junge Menschen in der Schweiz bei ihrer Berufsausbildung und fördert insbesondere handwerklich-gestalterische Berufsausbildungen. Die Auswahl erfolgt duch eine Jury, die sich aus Expert:innen aus der fotografischen und grafischen Berufspraxis und einer Vertretung der F+F zusammensetzt.

Mitglieder der Jury 2023: Nina Ruppen (Grafikerin und Art Direktorin, Vorstandsmitglied Junge Grafik), Partik Fuchs (Fotograf, kommerziell und freischaffend), Bruno Hass. (Vertretung F+F).

28.03.06, 05.24, Lea Meienberg und Heta Multanen
Kooperationen
Öffentliche Veranstaltungen
Vfg Nachwuchsförderpreis
Vernissage
03.05.2007, 18.00 Uhr
Ausstellung
04.05.–20.05.2007
Stiftung Binz39, Sihlquai 133, 8005 Zürich
Nachwuchsförderpreis 2. Preis der Vereinigung fotografischer GestalteInnen vfg für Lea Meienberg und Heta Multanen.

Die Jury hat aus 222 Einsendungen die 12 Besten prämiert. Jurymitglieder waren 2007 folgende Fachpersonen: Elisabeth Kaufmann, Galeristin, Zürich; Virginie Otth, Fotografin, Lausanne; Melody Gygax, Bildredaktorin der Basler Zeitung, Zürich; Tom Haller, Fotograf, Zürich; Nicolas Faure, Fotograf, Meyrin