Bunker, Pierre Kellenberger, 2008.
Wettbewerb
Auszeichnung + Ausstellung
Vernissage 15.05.2008
Ausstellung 16.05.–30.05.2008
Di-Fr 14.00–19.00 Uhr, Sa/So 11.00–17.00 Uhr
Stiftung BINZ39, Sihlquai 133, 8005 Zürich
Drei ehemalige F+F-Studierende und ein aktueller Student sind an der diesjährigen Ausstellung des vfg Nachwuchsförderpreises vertreten. Von fast 200 eingereichten Arbeiten hat die Jury deren zehn für die Präsentation ausgewählt. Der Fotostudent Pierre Kellenberger hat für seine Arbeit Bunker den 4. Preis gewonnen.

Neben dem Fotostudenten Pierre Kellenberger, sind auch die ehemaligen Fotostudentinnnen Lea Meienberg/Heta Multanen, die schon letztes Jahr gemeinsam einen vfg Nachwuchförderpreises gewonnen haben, in der Ausstellung vertreten ebenso die ehemalige Kunststudentin Katrin Hotz.

Pierre Kellenberger (*1985) zeigt in seiner prämierten Arbeit Bunker Interieurs aus den Schweizer Zivilschutzanlagen. Zu seiner Fotoserie schreibt er:
«Die Schweiz hatte eines der ehrgeizigsten Zivilschutzprojekte der Welt. Das Ziel war, für jeden Einwohner des Landes einen bomben- und strahlensicheren Schutzplatz zu gewähren. In den 60er Jahren wurden die meisten Anlagen gebaut. Mit dem Ende des kalten Krieges und dem Zusammenbruch des Sowjetreiches wurde der Zivilschutz als unnötig empfunden. Ich konzentrierte mich auf die minimalistische Einrichtung und alles, was dort herumliegt. Die Zeit scheint stillgestanden. Man hat das Gefühl, sich in einem Vakuum zu befinden, in dem sich seit 30 Jahren nichts mehr verändert hat. Alles ist auf den Ernstfall ausgerichtet und befindet sich in einem dauernden Wartezustand.»

Bilder aus der Fotoserie Bunker

Mit Arbeiten von: Vlado Alonso, Aurélien Bergot, Claudia Breitschmid, Regine von Felten, Matthieu Gafsou, Anne Golaz, Katrin Hotz, Elisa Larvego, Pierre Kellenberger sowie Lea Meienberg / Heta Multanen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Christoph Merian Verlag.
 
Framing Grayscales, Diplomarbeit von Marc Gertsch, 2023, Foto Ausstellungsansicht: Claudia Breitschmid
F+F Förderpreis 2023
Marc Gertsch,  Studiengang Visuelle Gestaltung HF
Der diesjährige F+F Förderpreis wird Marc Gertsch aus dem Studiengang Visuelle Gestaltung HF für seine Diplomarbeit Framing Grayscales verliehen. «Mit seiner tiefgründigen, auf eigenständiger Forschung und kritischer Selbstbefragung basierenden Arbeit» ist es ihm gelungen, die Jury zu überzeugen.

In Framing Grayscales setzt sich Marc Gertsch kritisch mit der diskriminierenden Dimension von Design auseinander. Sein Fokus gilt spezifischen Schriftarten, die kulturelle Elemente, Symbole und Praktiken zwecks kommerzieller oder ästhetischer Trends aus ihrem ursprünglichen Kontext reissen und in einer Weise verwenden, die stereotype und oberflächliche Darstellungen bestimmter Kulturen verstärken, während die eigentlichen Urheber:innen unsichtbar bleiben. Designer:innen tragen somit eine Verantwortung, sich diesen Dynamiken bewusst zu werden, um eine inklusive und gerechte Praxis zu fördern.

Die Jury zeigt sich von der Bearbeitung dieses «augenöffnenden, bisher nur wenig erforschten Themenfeldes von ausserordentlicher gesellschaftlicher Relevanz» beeindruckt. Neben dem «interdisziplinären Ansatz dank vermittelnder Rolle der unterschiedlichen, protestartigen Blachen», wird die «dennoch spielerische Herangehensweise mit Grafik und Design» hervorgehoben, womit die Arbeit in vielen unterschiedlichen Ausstellungs- und Vermittlungskontexten funktionieren und agieren könne. Framing Grayscales kläre nicht nur im Kontext des grafischen Designs über kulturelle Aneignung, «ethnische Schriften» und Diskriminierung in Design auf, sondern biete sich darüber hinaus auch anderen Interessent:innen zur Sensibilisierung gegenüber dem spezifischen Schriftgebrauch an. Die Jury sieht ein grosses Potenzial in der Thematik und ist der Überzeugung, dass Marc Gertsch mit seinem sorgfältigen und souveränem Gestaltungsansatz in der Zukunft noch weitere vielversprechende Anwendungen gelingen werden.

Der Förderpreis der F+F wird seit 2017 verliehen und ist mit CHF 4 000.– dotiert. Die Auszeichnung soll die Preisträger:innen darin bestärken ihr Projekt weiterzuverfolgen und den eingeschlagenen künstlerischen Weg fortzuführen. In diesem Jahr setzt sich die Jury aus der Künstlerin Claudia Kübler, F+F-Rektor Christoph Lang und der Kuratorin der diesjährigen Diplomausstellung, Marlene Bürgi, zusammen.
Abschlussausstellung Bild der Arbeit Endogen von Saskia Helg, Foto: Claudia-Breitschmid
Ausstellungen
Öffentliche Veranstaltungen
Fachklasse Fotografie EFZ/BM
Gaum-Langemann-Förderpreis 2025
Saskia Helg, Fachklasse Fotografie EFZ

Der Preis für Fotografie geht an Saskia Helg für ihre Arbeit Endogen. Die Fachjury schreibt in ihrem Bericht: «Endogen besticht durch ihren mutigen und experimentell unbeschwerten Einsatz der fotografischen Mittel, und schliesslich der gelungenen Montage von Text und gut editierten Bildsequenzen. Endogen gibt uns einen berührenden Zugang zu einem aktuellen und relevanten Thema: dem Leben in einer Welt, in der alle connected sind, aber du doch allein.»

Die Gaum-Langemann Stiftung hat dieses Jahr zum dritten Mal im Rahmen der Abschlussausstellung der EFZ/BM Fachklassen Fotografie und Grafik im Juli 2025 die mit je CHF 2 500.– dotierten Förderpreise für die beiden Abschlussarbeit mit besonderem Potenzial vergeben.

Mit der Auszeichnung unterstützt die Gaum-Langemann Stiftung junge Menschen in der Schweiz bei ihrer Berufsausbildung und fördert insbesondere handwerklich-gestalterische Berufsausbildungen. Die Auswahl erfolgt duch eine Jury, die sich aus Expert:innen aus der fotografischen und grafischen Berufspraxis und einer Vertretung der F+F zusammensetzt.

Gaum-Langemann-Förderpreise 2025
Mi. 02.07.2025

Im Rahmen der Abschlussausstellung der Fachklassen Fotografie und Grafik sind die Gaum-Langemann-Förderpreise vergeben worden. Ermöglicht hat dies die Gaum-Langemann Stiftung. Sie unterstützt junge Menschen in der Schweiz bei ihrer Berufsausbildung und fördert insbesondere handwerklich-gestalterische Berufsausbildungen. Es wurden zwei Preise überreicht:

  • Preis für die beste Abschlussarbeit Fotografie erhielt Saskia Helg mit der Arbeit Endogen
  • Preis für die beste Abschlussarbeit Grafik erhielt Anna Signorelli mit der Arbeit Frauen im Raum

Die mit je CHF 2 500.– dotierten Preise werden für Abschlussarbeiten mit besonderem Potenzial vergeben. Die Auswahl erfolgt duch eine Jury, die sich aus Expert:innen aus der fotografischen und grafischen Berufspraxis und einer Vertretung der F+F zusammensetzt.

Wir gratulieren beiden Absolventinnen herzlich!

Mitteilungen
Öffentliche Veranstaltungen
16. vfg Nachwuchsförderpreis der besten Schweizer Nachwuchsfotografen
Sa. 16.06.2012
Die Förderung junger fotografischer Talente ist der Vereinigung fotografischer GestalterInnen (vfg) besonders wichtig. Mit dem vfg Nachwuchsförderpreis wird nun schon zum 16. mal ein Wettbewerb unter talentierten Jungfotografen veranstaltet. Die Jury des 16. vfg Nachwuchsförderpreises wählte am Samstag, 16. Juni 2012, aus insgesamt 152 eingereichten Arbeiten die zehn Besten aus. Unter den zehn Gewinnern: die F+F Absolventen Pierre Kellenberger und Annick Ramp

Die Juroren (Katharina Ammann / Konservatorin Bündner Kunstmuseum Chur, William Ewing / Director of Curatorial Projects – Thames & Hudson, Luc Debraine / Kunsthistoriker und Redaktor L`Hebdo, Meinrad Schade / Fotograf und Corinne Vionnet / Fotografin) hatten es nicht leicht, unter den vielen hervorragenden Arbeiten die 10 Besten auszuwählen. Wer welchen Preis gewonnen hat, wird an der Vernissage am 19. September 2012 im ELAC (Espace Lausannois d`Art Contemporain) bekannt gegeben.
Diplomarbeit Mond/Still/Stand von Nora Ronja im Studiengang Kunst HF, 2025, Bild: Claudia Breitschmid
F+F Förderpreis 2025
Der F+F Förderpreis 2025 geht an Jael Bohm beziehungsweise Ronja Nora für das Projekt Mond/Still/Stand. Die 1996 geborene Winterthurerin ist Absolventin im Studiengang Kunst und sie überzeugt die Jury mit einer Textarbeit, die im Ausstellungsraum als Edition präsentiert wurde und sich über ein Tauschsystem in der Welt verbreitete.

Mond/Still/Stand ist ein kleines Buch, das in einer Auflage von 50 Stück produziert wurde. In dieser Textarbeit erprobt Ronja Nora Sprache als Mittel der Selbstermächtigung. Mit Kurztexten, die Datumsangaben über mehrere Jahre hinweg folgen, legt sie uns aber nicht einfach ein Tagebuch vor, sondern vielmehr Skizzen und Selbstbeobachtungen verpackt in einer eigenständigen Sprache. Grundlage der Inhalte sind Archivmaterial der Künstlerin aus den vergangenen drei Jahren – Texte, die sich mit innerem Erleben und sprachlichen Ausdrucksformen von Trauma auseinandersetzen. Diese nutzt Ronja Nora als ihr Material, wie ein:e Bildhauer:in Ton oder Stein bearbeitet, und fügt und arrangiert diese Texte zu einer überzeugenden Form.  
 
Zentral ist die Untersuchung der eigenen Sprache. Wie kann sie Leiden und Schwierigkeiten widerspiegeln, ohne auf therapeutische Begrifflichkeiten oder explizite Gewaltdarstellungen zurückzugreifen? Und wie können wir Erfahrungen, unser Leben und unsere Gefühlswelten teilen? Hier setzt die Installation im Raum an. Am Abend nach der Vernissage waren keine der 50 Bücher mehr im Raum, sondern statt ihnen Gegenstände, welche die Besucher:innen eingeladen waren, gegen das Buch zu tauschen. Ronja Nora initiierte mit ihrer Einladung einen symbolischen Akt des sich Verbindens mit der Welt. Zurück bleibt ein Archiv von Gegenständen, von denen jeder einzelne seine eigene Geschichte erzählt. Im Besitz der Künstlerin leben diese weiter und werden - so hoffen wir – weiter bearbeitet. Die Bücher hingegen haben bei den 50 Besitzer:innen ein neues Dasein und eine neue Funktion, bleiben aber über die limitierte Auflage und dem Tausch miteinander verbunden. 
 
Die Installation von Ronja Nora transformiert Sprache in eine materielle prozesshafte Form. Dies ist nicht nur ein interessanter Beitrag zur Verwendung von Text und Sprache als Mittel und Material der bildenden Kunst, sondern auch ein gelungener Vorschlag, wie von und über Intimität, über Beziehungen und sich Verbinden als Notwendigkeit unserer Zeit gesprochen werden kann. 

Wir gratulieren Jael Bohm/Ronja Nora zu dieser Arbeit und möchten sie mit dem Förderpreis bestärken, den eingeschlagenen künstlerischen Weg weiter zu verfolgen: Wir sind gespannt darauf, mehr von ihr zu sehen und zu lesen.

Die Entscheidung fiel der Jury in diesem Jahr wieder ausserordentlich schwer. Die Jury möchte daher zwei weitere Projekte speziell erwähnen, die sie überzeugend fand: Die Diplomkollektion von Kathy Jeilyn Matos SWEEP: BEING UNSEEN IS THE NEW BLACK und insbesondere deren konzeptioneller Zugang berührte die Jury gleichermassen wie der wunderbar musikalische Film von Elena Morena Weber Encore!

Der Förderpreis der F+F wird seit 2017 verliehen und ist mit CHF 4 000.– dotiert. Die Auszeichnung soll die Preisträger:innen darin bestärken ihr Projekt weiterzuverfolgen und den eingeschlagenen künstlerischen Weg fortzuführen. In diesem Jahr setzt sich die Jury aus dem F+F-Rektor Christoph Lang, dem Stiftungsratspräsident Rolf Staub, und der Kuratorin der diesjährigen Diplomausstellung, Yasmine Afschar, zusammen.
Buchseite aus Blindtal, Abschlussarbeit von Tanja Schätti, 2024, Foto: Claudia Breitschmid
Gaum-Langemann-Förderpreis 2024
Tanja Schätti, Fachklasse Fotografie EFZ

Der Preis für Fotografie geht an Tanja Schätti für ihre Arbeit Blindtal. Die ausgewählte Fachjury schreibt in ihrem Bericht: «In Blindtal geht es um Schwermut. Die Arbeit knüpft an die Befindlichkeiten der Fotografin an. Doch geht die Arbeit über die persönliche Ebene hinaus: Sie entwirft eine abstrakte, eine künstliche Landschaft. Die Reise ins Blindtal ist reich an Eindrücken. Sie er-schöpfen sich nicht in Eindeutigkeit, sondern bleiben vage und werfen so immer wieder Fragen nach Absicht und Inszenierung auf. Kreisend geht die Reise vor sich, über verschiedene Zugänge und Anläufe, über Portraits, Landschaften, Tonfiguren, durch Bilderfindungen und Bildmanipulationen. Das Buch Blindtal überzeugt durch raffinierte Bilderabfolgen und Bildpaare. Die Lektüre des Buchs ist wie eine geführte Reise auf engen Wegen die tiefsten Tiefen des Tals.»

Tanja Schätti setzt sich in ihrem Fotobuch mit ihrer eigenen Schwermut und ihren Ängsten auseinander. Sie sagt dazu: «Ich fotografiere Stimmungsbilder und Selbstporträts, die für mich mit negativen Gefühlen verbunden sind. Dies hilft mir, mich mit verschiedenen Aspekten meiner Schwermut zu beschäftigen. Mittels analoger Bildmanipulationen versuche ich, Schichten sichtbar zu machen, diese aufzubrechen und sie teilweise auch wieder sorgfältig zu verschliessen. Die Tonfiguren materialisieren meine immer wiederkehrenden Ängste. Ich gestalte sie jeweils auf dem Höhepunkt meines Gefühls. Sie bieten mir die Möglichkeit, negative Emotionen loszulassen und ihnen eine Gestalt zu geben. »

Die Gaum-Langemann Stiftung hat dieses Jahr zum zweiten Mal im Rahmen der Abschlussausstellung der Fachklassen Fotografie EFZ/ BM und Grafik EFZ/BM im Juli 2024 die mit je CHF 2 500.– dotierten Förderpreise für die beiden Abschlussarbeit mit besonderem Potenzial vergeben.

Mit der Auszeichnung unterstützt die Gaum-Langemann Stiftung junge Menschen in der Schweiz bei ihrer Berufsausbildung und fördert insbesondere handwerklich-gestalterische Berufsausbildungen. Die Auswahl erfolgt duch eine Jury, die sich aus Expert:innen aus der fotografischen und grafischen Berufspraxis und einer Vertretung der F+F zusammensetzt.

Mitteilungen
Öffentliche Veranstaltungen
Förderpreis Erna und Curt Burgauer Stiftung
10.09.2012
F+F-Dozentin Sabian Baumann wurde 1962 in Zug in der Schweiz geboren und lebt in Zürich. Seit über zehn Jahren unterrichtet sie am Vorkurs der F+F Schule für Kunst und Mediendesign «Dreidimensionale Gestaltung».

Während sich ihre zeichnerische Arbeit narrativ darstellt und Fragestellungen rund um die geschlechterspezifische Identitäts- und Genderkonstruktion aufwirft, mutet ihr skulpturales Werk abstrakt an und verfolgt vorwiegend phänomenologische, formal-analytische Überlegungen. Baumann, die regelmässig in Ausstellungen im In- und Ausland vertreten ist, gehört zu den bedeutendsten Künstlerinnen ihrer Generation in der Schweiz.

Der Preis der Erna und Curt Burgauer Stiftung wird über drei Jahre ausgerichtet und ist im dritten Jahr mit einer Ausstellung, Publikation oder der Realisation eines Werkes verbunden. Der Förderpreis wird periodisch und zusätzlich zu den jährlich an bildende KünsterInnen und MusikerInnen zugesprochenen Beiträgen im Gesamtbetrag von CHF 100‘000.– vergeben. Über die Vergabe entscheidet der Stiftungsrat. Ihm gehören Dr. Tobia Bezzola, Lukas Heuss, Cathérine Hug und Dr. Peter Uhlmann an. Eine Bewerbung ist nicht möglich.
Abschlussausstellung, Arbeit Frauen im Raum​​​​​ von Anna Signorelli, Bild: Claudia Breitschmid
Ausstellungen
Öffentliche Veranstaltungen
Fachklasse Grafik EFZ/BM
Gaum-Langemann-Förderpreis 2025
Anna Signorelli, Fachklasse Grafik EFZ

Der Preis für Grafik geht an Anna Signorelli für ihre Arbeit Frauen im Raum. Die Fachjury schreibt in ihrem Bericht: «Das Buch Frauen im Raum eröffnet für sich einen eigenen Raum, in dem das ganze Spannungsfeld von Unorten des öffentlichen Raums und privaten Rückzugsorten seinen Ort findet. Dies gelingt dank einer zurückgenommenen, reflektierten und umsichtigen Erzählperspektive, der angenehmen Leseführung, dem raffinierten Layout, dem ausgewogenen Einsatz von Text und Bild, der verspielten und zugleich intuitiven Struktur, dem gekonnten Einsatz grafischer Mittel, dem spannenden Umgang mit Weissraum und Farben. So wird eine insgesamt konsistente und sehr ansprechende Atmosphäre zum Eintauchen geschaffen.»

Die Gaum-Langemann Stiftung hat dieses Jahr zum dritten Mal im Rahmen der Abschlussausstellung der EFZ/BM Fachklassen Fotografie und Grafik im Juli 2025 die mit je CHF 2 500.– dotierten Förderpreise für die beiden Abschlussarbeit mit besonderem Potenzial vergeben.

Mit der Auszeichnung unterstützt die Gaum-Langemann Stiftung junge Menschen in der Schweiz bei ihrer Berufsausbildung und fördert insbesondere handwerklich-gestalterische Berufsausbildungen. Die Auswahl erfolgt duch eine Jury, die sich aus Expert:innen aus der fotografischen und grafischen Berufspraxis und einer Vertretung der F+F zusammensetzt.

Bild vLnR: Katrin Freisager (Jurorin), Vanessa Schmutz (Gewinnerin Grafik), Conradi Frei (Juror), Tanja Schätti (Gewinnerin Fotografie), Bruno Hass (Juror), Bettina Loustalot (Gaum-Langemann Stiftung)
Gaum-Langemann-Förderpreise 2024
Mi. 03.07.2024

Im Rahmen der Abschlussausstellung der Fachklassen Fotografie und Grafik sind die Gaum-Langemann-Förderpreise vergeben worden. Ermöglicht hat dies die Gaum-Langemann Stiftung. Sie unterstützt junge Menschen in der Schweiz bei ihrer Berufsausbildung und fördert insbesondere handwerklich-gestalterische Berufsausbildungen. Es wurden zwei Preise überreicht:

  • Preis für die beste Abschlussarbeit Fotografie erhielt Tanja Schätti für das Fotobuch Blindtal
  • Preis für die beste Abschlussarbeit Grafik erhielt Vanessa Schmutz für den Bild-Text-Film Ardel Font

Die mit je CHF 2 500.– dotierten Preise werden für Abschlussarbeiten mit besonderem Potenzial vergeben. Die Auswahl erfolgt duch eine Jury, die sich aus Expert:innen aus der fotografischen und grafischen Berufspraxis und einer Vertretung der F+F zusammensetzt.

Wir gratulieren beiden Absolventinnen herzlich!

Leandra Tiemann, Diplomarbeit mod.lab, 2026, Foto: Claudia Breitschmid 
F+F Förderpreis 2026
Der diesjährige F+F Förderpreis geht an Leandra Tiemann für ihr Projekt mod.lab im Studiengang Visuelle Gestaltung. Mit dieser Arbeit formuliert Leandra Tiemann eine überzeugende und zukunftsweisende Antwort auf aktuelle Herausforderungen der digitalen Gestaltungspraxis und zeigt auf, wie gestalterische Werkzeuge neu gedacht und gemeinschaftlich weiterentwickelt werden können.

Ausgehend von ihrer Recherche zur digitalen Autonomie in der visuellen Kommunikation überführt sie theoretische Fragestellungen in eine konkret nutzbare Plattform. Auf mod-lab.org stellt sie Werkzeuge zur Verfügung, die die Manipulation und generative Erstellung grafischer Elemente ermöglichen. Der zugrunde liegende Quellcode wird über GitHub oder vergleichbare Repositories öffentlich zugänglich gemacht und im Sinne von Open Source zur Einsicht, Weiterentwicklung und Verbreitung freigegeben. Die Plattform eröffnet Designer:innen die Möglichkeit, anpassbare Werkzeuge zu nutzen und zu entwickeln, um individuelle Gestaltungskonzepte umzusetzen und gestalterische Prozesse zu vereinfachen und zu erweitern.

In der Diplomausstellung übersetzte Leandra Tiemann die Idee von mod.lab in eine sorgfältig inszenierte Installation, die ihren persönlichen Arbeitskontext aufgreift und für Besucher:innen erfahrbar macht. Zwei Bildschirme eröffnen unterschiedliche Zugänge zum Projekt: Während auf dem einen ein Video die Anwendung der Plattform dokumentiert, lädt der rechte dazu ein, mod.lab unmittelbar selbst zu erkunden. Die Open Source Bibliothek ist intuitiv und übersichtlich gestaltet und ermöglicht auch Personen ohne gestalterischen Hintergrund oder besondere technische Vorkenntnisse einen unmittelbaren und intuitiven Zugang.

Mit mod.lab schlägt Leandra Tiemann eine Brücke zwischen individuellem gestalterischem Schaffen und einem Verständnis von Design als gemeinschaftlichem Prozess des Teilens, Lernens und Weiterentwickelns. Besonders hervorzuheben ist die Verbindung von gestalterischer Praxis, technologischem Verständnis und gesellschaftlicher Haltung. Das Projekt versteht Open Source nicht nur als technische Infrastruktur, sondern als kulturelle Praxis des Teilens und Experimentierens.

Die Jury würdigt die Klarheit der Konzeption, die sorgfältige Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen von Designer:innen, die Experimentierfreude und spielerische Offenheit, die den entwickelten Werkzeugen eingeschrieben ist. Indem sie Werkzeuge öffentlich und kostenlos zugänglich macht, entsteht ein nachhaltiges Ökosystem, das Wissen demokratisiert und kreative Eigenständigkeit fördert. 

Besonders bemerkenswert ist, dass die Plattform bereits bereits kurz nach ihrer Veröffentlichung über einen Open Call Beiträge Schweizer Designer:innen versammeln konnte. Dies unterstreicht nicht nur die Relevanz des Anliegens, sondern verweist auch auf das Potenzial von mod.lab, weit über den Rahmen der Diplomausstellung hinaus Wirkung zu entfalten. Die Arbeit überzeugt durch ihre gesellschaftliche Aktualität, ihre gestalterische Qualität und ihren hohen Innovationsgrad. Gerade in einer Zeit rasanter technologischer Entwicklungen leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Diskussion über digitale Souveränität im Design. Es eröffnet neue Perspektiven auf kollaborative und selbstbestimmte Formen der Gestaltung und zeigt, wie technologische Werkzeuge zu Orten des Austauschs, der Teilhabe und der kreativen Eigenständigkeit werden können.

Der Förderpreis der F+F wird seit 2017 verliehen und ist mit CHF 4 000.– dotiert. Die Auszeichnung soll die Preisträger:innen darin bestärken ihr Projekt weiterzuverfolgen und den eingeschlagenen künstlerischen Weg fortzuführen. In diesem Jahr setzt sich die Jury aus der Künstlerin Zuzana Ponicanova, F+F-Rektor Christoph Lang und der Kuratorin der diesjährigen Diplomausstellung, Celine Matter, zusammen.
Bild: Simplexgrafik, 2009
Mitteilungen
Öffentliche Veranstaltungen
Visuelle Gestaltung HF
Werkbund Förderpreis 2009
Bereits zum zweiten Mal verleiht der Schweizerische Werkbund SWB einen Förderpreis für junge Gestalter:innen. Es freut uns ganz besonders, dass der Preis im Kreis der Diplomand:innen des Studiengangs Visuelle Gestaltung der F+F Schule für Kunst und Design ausgesprochen wird – Wir gratulieren Hadi Alabudi ganz herzlich!

Aus der Laudatio von Anja Meyer (SWB): «Ausgezeichnet werden laut Richtlinien Arbeiten, die sich innerhalb des jeweiligen Studiengangs als auch bezüglich Interdisziplinarität besonders auszeichnen und welche engagiert und kritisch Bezug nehmen auf relevante kulturelle, technische und soziale Entwicklungen. (...) Die Arbeit von Hadi Alabudi zeichnen wir aus, da wir denken, dass gesellschaftlich aktuelle Themen auch immer einen gestalterischen Bezug haben. Hadi Alabudi verarbeitet eine persönliche Erfahrung eines sehr aktuellen Themas, nämlich des Umgangs mit fremdem Kulturgut. Die Arbeit unternimmt einen Übersetzungsversuch zwischen der lateinischen und der arabischen Schrift. (...)»

Die Jury, bestehend aus Ilia Vasella (Leitung Studiengang Visuelle Gestaltung), Urs Lehni (Graifker und Dozent) sowie Agnès Laube als Vertreterin des SWB.
Marion RItzmann, 2005
Mitteilungen
Öffentliche Veranstaltungen
Kunstförderpreis stART
Vernissage und Preisübergabe
Do.15.12.2005, 18.00 Uhr
Ausstellung
16.12.2005–27.01.2006
St. Jakob-Strasse 25, 4002 Basel
Die Firma PricewaterhouseCoopers Basel verleiht die Auszeichnung für Absolventen der HGK Basel der Assistentin für den Vorkurs und die Gestalter-Ausbildung. Zudem an der Regionalen des Kunstvereins Freiburg zu sehen bis 08.01.2006.
Gaum-Langemann Stiftung  
Seit 2023 werden an der Abschlussausstellung der beiden EFZ-Fachklassen Fotografie und Grafik die Gaum-Langemann-Förderpreise für Abschlussarbeiten mit besonderem Potenzial vergeben. Die Auswahl der Gewinner:innen erfolgt durch eine Jury, die sich aus Expert:innen der fotografischen und grafischen Berufspraxis sowie einer Vertretung der F+F zusammensetzt. Jährlich werden zwei Preise vergeben, die jeweils mit CHF 2 500.– dotiert sind.

Die Gaum-Langemann-Stiftung fördert und unterstützt hauptsächlich handwerkliche Berufsausbildungen junger Menschen mit Wohnsitz in der Schweiz, vorzugsweise mit Bezug zu Zürich. Insbesondere fördert die Stiftung auch handwerklich-gestalterische Berufsausbildungen.
Diplomkollektion, silent rebel von Janine Stähelin, 2019, Foto: Yannick Monteiro
F+F Förderpreis 2019
Janine Stähelin, Studiengang Modedesign HF
Die Jury für den Förderpreis der F+F bestand dieses Jahr aus dem Kuratorenteam der Diplomausstellung – Fanny Hauser und Viktor Neumann – der Vertreterin des Stiftungsrates Zuzana Ponicanova und dem Rektor Christoph Lang. Die Jury hat die 19 Diplomarbeiten aus den 5 Studiengängen begutachtet und befand mehrere Abschlussarbeiten als preiswürdig. Obwohl der Jahrgang als stark eingeschätzt wurde, konnte sich die Jury einstimmig darauf einigen, eine Diplomarbeit mit dem Förderpreis, der mit CHF 4 000.– dotiert ist, auszuzeichnen.

Der Förderpreis der F+F geht 2019 an die Kollektion silent rebel von Janine Stähelin. 

Die Diplomandin überzeugte über die fertige Kollektion hinaus: «Die Jury ist tief beeindruckt von der Komplexität und Sensibilität des künstlerischen Prozesses, der eine substantielle, kritische Auseinandersetzung und Befragung von tradierten Körperkonzepten und Rollenbildern offenbart hat.»

Janine Stähelin hat über den gesamten Entstehungsprozess bis hin zur finalen Präsentation ihrer Kollektion gezeigt, wie Formen und Schnitte, Materialentwicklung und –zusammensetzung in ihrer Kollektion gekonnt zusammenspielen und dadurch Gefühle zu transportieren vermögen. Auch von ihrer Klarheit im Umgang mit der räumlichen und performativen Präsentation war die Jury beeindruckt: «Dies zeugt von einer ästhetisch-gestalterischen Expertise sowie einer klaren und eigenständigen künstlerischen Sprache.»

Die Kollektion silent rebel erzählt von dem Spannungsverhältnis zwischen Stärke und Fragilität oder vielmehr von der Stärke der Fragilität. Sie erlaubt es, das Konzept von Stärke zu überwinden und Fragilität zu zelebrieren. 

Die Jury gratuliert Janine Stählin von ganzem Herzen und hofft, dass der Förderpreis es ihr ermöglichen wird, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzuverfolgen: «Wir wünschen ihr und allen anderen Diplomandinnen und Diplomanden alles Beste für ihre Zukunft.»
Förderpreis Gleichstellung von Frau und Mann, Ausschreibungsplakat von Manuel Bächler, 2006.
Mitteilungen
Öffentliche Veranstaltungen
Visuelle Gestaltung HF
Gestaltungsbeitrag Ausschreibungsplakat
11.04.2006
Förderpreis der Stadt Zürich für die Gleichstellung von Frau und Mann – Jury wählt Arbeit von Grafikstudent Manuel Bächler für sein Ausschreibungsplakat aus.
Ich will alles und zwar jetzt!, Diplomarbeit von Julia Schlenker, 2024, Foto: Angelika Annen
F+F Förderpreis 2024
Julia Schlenker, Studiengang Modedesign HF
Der diesjährige F+F Förderpreis geht an Julia SchlenkerAbsolventin im Studiengang Modedesign. Sie überzeugt die Jury mit ihrer Diplomarbeit Ich will alles und zwar jetzt! und ihrer Kollektion aus fünf Looks, in denen Eleganz und Trash zusammenwirken, um das altbekannte Diktum «Kleider machen Leute» auf den Kopf zu stellen.

Da gibt es zum Beispiel ein Täschchen, braun, haarig, kugelrund. Die Plüschtierästhetik weckt Assoziationen an mindestens vier andere Luxuslabels, die so ein Stück im Angebot haben könnten. Es könnte deshalb für eine Nachahmung gehalten werden, würde der Blick nicht an der Leine hängen bleiben, die dort runterbaumelt. Und dann fällt der flauschige Haarball zu Boden und das Model schleift ihn hinter sich her und wir fragen uns, ob dieses Cape aus zwei mit buntem und gepresstem Textilkonfetti befüllten Kissen und gold-glänzenden Sicherheitsnadeln demnächst in der Oper oder doch eher beim Feierabendbier vor dem Späti um die Ecke zu sehen sein wird.

Das offensichtliche Zitieren einer Markenästhetik soll beim Betrachten ersichtlich werden und einem ein Schmunzeln entlocken, weil jeder Verweis so pointiert platziert ist, dass dahinter eine Kritik spürbar wird. Eine Kritik, die dem «anything goes» der Warenlogik eine Nachhaltigkeit abringt, in der wir Stilbewusstsein und Trend wieder voneinander trennen.

Viele Marken zitieren andere Marken oder sich selbst; Julia Schlenker aber beweist mit ihrem Diplomprojekt, dass Zitate Charme und Eigenheit besitzen müssen, dass sie durchdacht werden wollen und dass daraus eine Schönheit entsteht, die uns vorgefertigte Ideale überdenken lässt. Ein «Too much», das gewollt ist, das verunsichert und das uns zwingt, die Lesbarkeit der dargebotenen Symbole auch als Ausdruck unserer schnelllebigen Zeit zu verstehen. 

Wir gratulieren Julia Schlenker zu dieser Arbeit und möchten gleichzeitig die herausragende Qualität der Arbeiten des gesamten Studiengangs Mode hervorheben. Zu bewundern sind dabei nicht die Leistungen von Einzelpositionen wie beispielsweise Patricia Crivelli, deren Diplomkollektion Raw Perspectives ebenfalls herausragte.

Mehr noch erkannte die Jury, dass sich die Modeabsolvent:innen gegenseitig zu Höchstleistungen angespornt haben und die Entscheidung der Vergabe nur einer Förderauszeichnung in diesem Jahr äusserst schwerfiel. Wir bedanken uns für so viel Kollegialität und gegenseitige Wertschätzung von Arbeit, Zeit und Hingabe, die wir als Grundlage für den Wissenstransfer an der F+F hochschätzen. 

Der Förderpreis der F+F wird seit 2017 verliehen und ist mit CHF 4 000.– dotiert. Die Auszeichnung soll die Preisträger:innen darin bestärken ihr Projekt weiterzuverfolgen und den eingeschlagenen künstlerischen Weg fortzuführen. In diesem Jahr setzt sich die Jury aus dem F+F-Rektor Christoph Lang, dem Stiftungsratsmitglied Zuzana Ponicanova, und der Kuratorin der diesjährigen Diplomausstellung, Bassma El Adisey, zusammen.
Diplomkollektion REALITY IS PERCEPTION von Laura Heer-Vermot-Petit-Outhenin, 2020, Foto: Maurice Keiser
F+F Förderpreis 2020
Laura Heer-Vermot-Petit-Outhenin, Studiengang Modedesign HF
Feingliedrig und zerbrechlich thematisiert Laura Heer-Vermot-Petit-Outhenin in ihrer Kollektion REALITY IS PERCEPTION körperliches Unwohlsein und Schmerz. Für ihre Umsetzung und Präsentation verleiht ihr die Jury einen der Förderpreise der F+F, der mit CHF 3 000.– dotiert ist.

Aus klassischen Kleidungsstücken wie Hemd und Blazer kreiert Laura eine skulpturale Kollektion, die den Körper seiner Träger*innen verzerrt und verfremdet. Gliedmassen werden gestreckt und unterbrochen. Aus Nylonstrümpfen und Latex wird eine wulstige zweite Haut. In ihrer Zusammensetzung lässt sie der Betrachter*in Raum für eigene Bilder: REALITY IS PERCEPTION.

Die Grundidee ihrer Kollektion fand Laura in einem Fiebertraum. Ausgehend von körperlichem Unwohlsein untersucht die Designerin Kleidung als Möglichkeit, den damit verbundenen Emotionen und Gefühlswelten Ausdruck zu verleihen. Inspiration zog sie aus Arbeiten von Künstler*innen, beispielsweise den fliehenden Figuren Alberto Giacomettis, aber auch von Rebecca Horns erweiterten Gliedmasse und Marina Abramovićs Aushalten vor dem gespannten Bogen.

Die Arbeit überzeugt durch den «souveränen Einsatz von Medien und Material», sowie der «Fähigkeit der Designerin ihre eigene Arbeit zu reflektieren», begründet die Jury den Entscheid. Sehr gelungen fand die Jury auch die Präsentation der Kollektion in der Ausstellung. In atmosphärischer Weise inszenierte sie eine raumgreifende Installation, in der sie den Bogen spannt zwischen Kleidung, den verschiedenen Bildwelten und einem eigens produzierten Film.

In den Ferien nach dem Diplom, müsse sie erstmal Schlaf nachholen, lacht Laura. «Das Preisgeld deponiere ich auf dem Sparkonto, bis ich weiss, wie es weitergehen soll. Aber ich möchte mich selbstständig machen.»

Die Preise wurden anlässlich der Diplomfeier 2020 der HF-Studiengänge Film, Fotografie, Kunst, Modedesign und Visuelle Gestaltung von Rolf Staub (Präsident der Stiftung F+F) den beiden Preisträgerinnen überreicht. Der diesjährigen Jury gehörte Nadja Baldini (Co-Kuratorin der Diplomausstellung), Zuzana Ponicanova (Vertretung des Stiftungrates) und Christoph Lang (Rektor der F+F Schule für Kunst und Design als Delegierter der Schulleitung) an.
NEVERENDING I – Lärm machen, Kira van Eijsdens, Diplomarbeit 2021, Foto: Claudia Breitschmid
F+F Förderpreis 2021
Kira van Eijsden, Studiengang Kunst HF
Der F+F Förderpreis 2021 wird an Kira van Eijsden für ihre Arbeit NEVERENDING I – Lärm machen verliehen. Diese künstlerische Position, zusammen mit ihrer Performance ES BRODELT hat die Jury überzeugt und begeistert. Das Werk ist für die Jury nicht nur ausserordentlich gut durchdacht, sondern auch inhaltlich hochaktuell, brisant und ortsspezifisch, womit van Eijsden den Zuschlag erhält.

NEVERENDING I – Lärm machen besteht aus acht Monitoren, die auf einem äusserlich prekären Holzgerüst angebracht sind. Dieses hat die Künstlerin aus Materialien der vorhergehenden Ausstellung in der Kunsthalle direkt vor Ort aufgebaut. So hat sie Sprache und Material der Institution angeeignet und umgenutzt, um sich buchstäblich Raum zu verschaffen. Auf jedem der Monitore ist die Künstlerin als Performerin vor einem Green Screen zu sehen. Sie verkörpert dabei verschiedene Rollen und Rollenmuster, die Frauen zugeschrieben werden, und untersucht diese körperlich, sprachlich und musikalisch. Besucher*innen können über einen Schaltkasten zwischen den unterschiedlichen Filmen umschalten.

Die starke visuelle Präsenz und die zentrale Positionierung des Werks in der Ausstellung deckt sich mit der konzeptuellen und inhaltlichen Ausrichtung der Arbeit: van Eijsden will selbstbewusst und gezielt Platz einnehmen und fordert diesen ein. Der Künstlerin gelingt es somit sowohl inhaltlich wie auch räumlich ein klares Zeichen der Selbstermächtigung zu setzten.

Wut und Zorn gegen das Patriarchat und seine Auswucherungen werden in der Arbeit mal intim, mal wissenschaftlich oder musikalisch thematisiert. Mit Verve, Selbstkritik und einer Prise Selbstironie nähert sich van Eijsden der brisanten Thematik: eindringlich, kraftvoll, aber eben auch humorvoll.

Obwohl technisch aufwendig, wurden für das Holzgerüst vorhandene Mittel eingesetzt, wodurch ein weiteres hochaktuelles Thema wie die Nachhaltigkeit in der Kunstproduktion von der Künstlerin berücksichtigt wird.

Die Mehrkanal-Installation wirkt auf angenehme Art offen und skalierbar, ohne dabei beliebig zu sein. Die Jury schätzt sehr, dass gerade diese Offenheit Raum für Imagination und Reflektion lässt und damit weit über den Moment hinausweist. Den überzeugenden Einbezug des Publikums verstärkt zusätzlich diesen Aspekt. Besucher*innen wird eine Wahlmöglichkeit zugesprochen, ihre Agency wurde von der Künstlerin in der Werkkonzeption angelegt. Das heisst, das Publikum erhält die Macht, auszuwählen – aber auch Filme abzubrechen. So wird ihm Raum überantwortet, was keine kleine Geste ist, sondern zukunftsweisend.

Die Jury ist der Auffassung, dass mit der Diplomarbeit NEVERENDING I – Lärm machen eine Künstlerin ausgezeichnet wird, die eine sehr aktuelle Thematik formal zeitgemäss umgesetzt hat. Sie ist beeindruckt von der darstellerischen Präsenz, von der konzeptuellen Stringenz, vom Sinn für subversives Spiel und von der dem Werk innewohnenden Grosszügigkeit. Die Jury hofft, in naher Zukunft noch mehr von ihr als Künstlerin und Performerin zu sehen. Die Verleihung des Förderpreises soll Kira van Eijsen dabei bestärken, den eingeschlagenen künstlerischen Weg fortzuführen. Dafür wünschen wir ihr im Namen der Schule alles Gute und gratulieren.

Der F+F Förderpreis wird seit 2017 jährlich verliehen und ist mit CHF 4 000.– dotiert. Der Jury gehörten 2021 die Kuratorin der Diplomausstellung, Irene Grillo, der Direktor der Kunsthalle Zürich, Daniel Baumann und der Rektor der F+F Schule für Kunst und Design, Christoph Lang an.
Abschlussausstellung Fachklassen Fotografie und Grafik EFZ/BM 2025
Vernissage
Mi. 02.07.2025, 18.00–21.00 Uhr
Ausstellung
03.–06.07.2024
F+F, Flurstrasse 89, 8047 Zürich
Begrüssung
18.30 Uhr, Erdgeschoss
Bruno Hass, Prorektor
Marc Latzel, Leiter Fachklasse Fotografie
Franziska Widmer, Leiterin Fachklasse Grafik

Preisvergabe
Gaum-Langemann-Förderpreise für Fotografie und Grafik
18.30 Uhr, Erdgeschoss

Öffnungszeiten
Donnerstag–Sonntag 12.00–18.00 Uhr

Absolvent:innen Fachklasse Fotografie:
  • Catrin Isabell Bautista Casilla
  • Johann Bigler
  • Oonagh Erfmann
  • Saskia Helg
  • Miwa Kawasaki
  • Morris Köchle
  • Sinia Luna Mader
  • Mascha Negri
  • Noel Neuhaus
Absolvent:innen Fachklasse Grafik:
  • Eleni Nina Giannakis
  • Anthony Hofmann
  • Clementine Krauss
  • Lilly Kuriger
  • Angelina Linley
  • Allegra Marinho da Silva
  • Rahman Mogushkov
  • Karina Ottowitz
  • Alina Perrenoud
  • Mischa Roos
  • Anna Signorelli
  • Bigna Teichmann