Fachklasse Grafik EFZ/BM
Fachklasse Grafik EFZ/BM
Du hast Fantasie und Freude an Farben und Formen. Schriftgestaltung und Typografie interessieren dich. Wenn du ausserdem Mut zum Experiment hast und neugierig darauf bist, wie du deine gestalterischen Fähigkeiten in der Berufspraxis anwenden kannst, bist du in der Fachklasse Grafik richtig.

Grafik Design ist allgegenwärtig in unserer Kultur. Sie prägt einen beträchtlichen Teil unserer visuellen Eindrücke. Willst du dich vertieft mit Grafik Design auseinandersetzen und die Fachklasse Grafik besuchen, sind konzeptionelles und analytisches Denkvermögen und Experimentierlust gefragt, ebenso wie handwerkliche Fertigkeiten und sprachliche Kompetenzen. Als Grafikerin/Grafiker EFZ entwickelst du visuelle Konzepte, kommunizierst mittels Bild, Text und Farbe auf verschiedensten analogen und digitalen Medien. Du gestaltest und realisierst Broschüren, Bücher, Plakate und andere Printmedien sowie digitale Anwendungen wie Webseiten und Apps. 

Grafik Designer*innen haben einen breiten Tätigkeitshorizont: Sie entwickeln Corporate Design, Medien-, Informations- und Verpackungsgestaltungen oder gestalten Ausstellungensbeschriftungen. Diese Breite setzt voraus, dass die Lernenden an Entwicklungen des kulturellen, sozialen, politischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Lebens interessiert sind. Sie nehmen aktiv daran teil und bringen die nötige Offenheit für Neues mit.

Die abwechslungsreiche, vollschulische Ausbildung ist praxisnah gestaltet. Die Dozierenden bringen grosse Erfahrungen mit, denn sie sind ausnahmslos in grafischen Bereichen tätig. Die Ausbildung dauert acht Semester (vier Jahre) und schliesst mit dem Qualifikationsverfahren Grafikerin/Grafiker EFZ ab. Es besteht die Möglichkeit, parallel die gestalterische Berufsmaturitätsschule zu besuchen und diese als Grafikerin/Grafiker EFZ/BM abzuschliessen. 

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Fachklasse Grafik EFZ/BM
Dauer und Ferien
Die Ausbildung startet jeweils Mitte August und dauert vier Jahre (Vollzeit). 13 Wochen Ferien pro Jahr stimmen mit dem Stadtzürcher Schulferienkalender überein. 

Ausbildungsinhalte
Grundlagen und Anwendungen der visuellen Gestaltung in print- und digitalen Projekten wie Corporate Design, Plakatgestaltung, Editorial Design, Webdesign, Verpackungsgestaltung, Informationsgestaltung, Infografik, analoge und bewegte Typografie, Recht in der Gestaltung, Marketing und Kommunikation sowie Kunst-und Kulturunterricht. Ergänzend erhalten die Lernenden Sportunterricht. Lernende, die keine BMS absolvieren, besuchen zusätzlich den allgemeinbildenden Unterricht an der F+F.

Überbetriebliche Kurse 
Die drei überbetrieblichen Kurse finden extern in den Herbst- und Frühlingsferien statt: ÜK I Computer, ÜK II Produktionstechniken, ÜK III Idee & Konzept. Der Besuch der jeweils einwöchigen Kurse ist für alle Lernenden obligatorisch. Die Kosten sind in der Ausbildungsgebühr enthalten.

Praktikum 
Das sechsmonatige Praktikum startet Ende des 5. und dauert das ganze 6. Semester. Es kann im In- oder Ausland absolviert werden (Web-, Branding-, Werbeagentur, grafisches Atelier). Ein Praktikum im europäischen Raum wird von der Stiftung Movetia unterstützt. 

Ausbildungsstufe 
Schulisch organisierte Grundbildung auf Sekundarstufe II.

Abschluss
Die Ausbildung schliesst mit dem Qualifikationsverfahren für Grafikerinnen/Grafiker ab. Nach bestandenen Prüfungen wird den Absolvent*innen das eidgenössische Fähigkeitszeugnis Grafikerin/Grafiker EFZ verliehen.

Berufsmaturität (BM)
Der Unterricht findet wöchentlich jeweils an einem Tag an der Berufsmaturitätsschule Zürich (Ausrichtung Gestaltung und Kunst) statt. Weitere Informationen, Anmelde- und Prüfungstermine hier.

Kosten
Ausbildungsgebühr ohne BMS: 12 Raten à CHF 5 800.– (= CHF 1 450.– mtl.). Ausbildungsgebühr mit BMS: 12 Raten à CHF 5 400.– (= CHF 1 350.– mtl.). Im Schulgeld inbegriffen sind Basismaterial sowie die Nutzung der Tutorialplattform Linkedin Learning. Alle persönlichen Materialien, Fachliteratur, Datenträger usw. gehen zulasten der Lernenden. (ca. Kosten von CHF 350.– bis 450.– pro Semester). Zu Beginn der Ausbildung schaffen die Lernenden ein MacBook der aktuellen Generation an und sie lizenzieren das Adobe-CC-Serviceangebot. Die F+F berät dich dabei. 

Berufliche Perspektiven
Als Grafiker*in angestellt in Kommunikations- oder Werbeagenturen, grafischen Ateliers oder in Kommunikationsabteilungen von Firmen oder Institutionen. Mit dem EFZ-Abschluss kann ein Studium an einer Höheren Fachschule, mit der Berufsmatur ein Studium an einer Fachhochschule aufgenommen werden.
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Anmeldung- und Aufnahmeprüfung
  • Für den Ausbildungsbeginn im Schuljahr 2020/21 gibt es keine freien Plätze mehr, somit findet keine Aufnahmeprüfung mehr statt.
  • Die Aufnahmeprüfung für das Schuljahr 2021/22 wird im März 2021 durchgeführt und wird im neuen Schuljahr an dieser Stelle publiziert.
  • Wir empfehlen allen Fachklasse Grafik Interessierten den gestalterischen Vorkurs an einer von swiss design schools anerkannten Schule zu absolvieren. Kandidat*innen ohne gestalterischen Vorkurs/Propädeutikum haben erfahrungsgemäss nur geringe Chancen die Aufnahmeprüfung in die Fachklasse Grafik zu bestehen.
  • Ein Einstieg ins zweite oder dritte Ausbildungsjahr ist unter Umständen möglich, wenn beispielsweise ein Lehrverhältnis in einem Betrieb aufgelöst wurde. Kontaktiere dafür bitte direkt das Sekretariat.


Gerne berät dich unser Sekretariat telefonisch von Mo–Fr. von 9.00–12.00 und von 14.00–17.00 Uhr unter 044 444 18 88.

Fragen und Anliegen kannst du uns auch per E-mail übermitteln oder du bestellst dir dein gewünschtes Infomaterial über diesen Link direkt nach Hause.

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Einblick in den Alltag der Fachklasse Grafik
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ABU Lehrplan
Allgemeinbildender Unterricht (ABU) des Ausbildungsgangs Fachklasse Grafik EFZ.
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Gestaltungsmanual
Philipp Aebischer

Das Gestaltungsmanual ist eine Wegleitung für eine konsequente Gestaltung. Darin werden alle wichtigen gestalterischen Aspekte wie die Verwendung des Logos, die zur Auswahl stehenden Schriften, Raster, Bildwelten und dergleichen festgehalten.

Du erhältst Einblicke in verschiedene Manuals. Du versuchst herauszufinden, welche gestalterischen Anleitungen hilfreich sind und welche möglicherweise einschränkend wirken. Auf der Basis eines Gestaltungsmanuals entwickelst du ansprechende Inserate, Flyer, Broschüren oder andere Kommunikationsmittel. Es ist eine Herausforderung, sich an die Gestaltungsrichtlinien zu halten und dennoch eine eigenständige Gestaltung zu entwerfen.
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Infografik
Tom Menzi

Wie können Informationen über ein bestimmtes Thema mittels einer Kombination von Schrift, Bild und/oder Zeichnung übersichtlich und verständlich vermittelt werden? Was macht eine Infografik aus? Welche Wissensarten eigenen sich dafür?

Wir sichten sowohl historische als auch aktuelle Infografiken und beschäftigen uns mit unterschiedlichen Formen der Erkenntnisvisualisierung. Wir besuchen die Infografikabteilung einer Tageszeitung, erfahren wie dort gearbeitet wird und welche Produktionsbedingungen gelten. Mit eigens recherchierten Themen entwickelst und entwirfst du eine Infografikfamilie und präsentierst sie anschliessend.
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ÜK 1, ÜK 2, ÜK 3

In externen überbetrieblichen Kursen (ÜK) übst du das in den verschiedenen Projekten erworbene Handwerk und erweiterst dabei dein Wissen.

Die überbetrieblichen Kurse ergänzen die Bildung in der beruflichen Praxis sowie die schulische Bildung. Der Besuch der jeweils einwöchigen Kurse ist für alle Lernenden obligatorisch.

ÜK 1    Computer: 1. Semester, 5 Tage
ÜK 2    Produktionstechniken, Print und Screen: 3. Semester, 5 Tage
ÜK 3     Idee und Konzept: 6. Semester, 5 Tage
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Farbe
Catherine Burkhard
Nora Fata

Was für Bedeutungen haben Farben und wie können sie in der Gestaltung eingesetzt werden? Du sammelst, erweiterst und reflektierst dein Wissen über die Wirkung von Farbe.

Am Anfang mischst du sorgfältig Farbtöne, in Stufen aufgehellt und verdunkelt und streichst diese grossflächig auf. Dadurch entsteht ein reichhaltiger Farbfächer, der die Dimensionen der Farbe sichtbar macht. Auf ihm bauen wir die nachfolgenden Farbübungen und Farbexperimente auf: Davon leitest du Farbsysteme ab und kreierst Farbklänge und Farbkompositionen. Wir finden ein Vokabular für einzelne Farben und verbinden Farbe mit Sprache. In einem letzten Schritt entwickelst du daraus eine persönliche Arbeit zum Thema Farbe.
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Verpackungen
Heidi Würgler
© Enrico Allia

Du entwirfst eine Verpackung und schaffst dabei ein stimmiges Zusammenspiel von Hülle und Inhalt: Was vermittelt uns eine Verpackung? Wie positioniert sich ein Produkt auf dem Markt?

Recherchieren, Analysieren, Brainstormen, Konzipieren, Gestalten, Modifizieren, Optimieren, Reflektieren und Realisieren: Bei diesem Projekt durchlaufen wir den gesamten Gestaltungsprozess. Die Wahl des Stanzrisses ist dabei genau so wichtig wie die Positionierung und Hierarchisierung der Texte und Gestaltungselemente.
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Zeichnen, Abstraktion Schwarz-Weiss
Tom Menzi

In diesem Projekt widmen wir uns dem experimentellen Zeichnen auf Basis von Schwarz und Weiss.

Wir erfahren das kommunikative und sinnliche Potenzial, das die Zeichnung als Arbeits- und Reflexionsinstrument hat. Wo macht es Sinn, etwas bildlich zu gewichten? Und welche Texthierarchien braucht es, um Inhalte verständlich zu vermitteln? Wir lernen die Gestaltungssoftware Adobe Indesign kennen und können deren Möglichkeiten im Projekt auch gleich ausgiebig anwenden.
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Typografie im Raum
Sebastian Cremers
Arbeit: Joelle Junker und Lina Aroldi

Anhand einer Fotoserie beschäftigst du dich in einem ersten Schritt mit den Möglichkeiten von Typografie im Raum.

In einem zweiten Schritt wirst du zum Kameramann und zur Kamerafrau: Du entwickelst mit Video oder Stop Motion eine Animation von Typografie im Raum. Mit verschiedenen Experimenten erfährst du die Vorzüge unterschiedlicher Materialien, den Einsatz von Beleuchtung und die Bedeutung von Lesbarkeit in Raum und Zeit.
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Allgemeinbildender Unterricht (ABU) Lernbereiche Sprache, Kommunikation und Gesellschaft
Karin Baumann
Volker Fürst

Im Mittelpunkt der Bildungsziele des allgemeinbildenden Unterrichts stehen Sprachkompetenzen, wie sie im persönlichen, beruflichen und gesellschaftlichen Kontext erforderlich sind. Diese Sprachkompetenzen basieren auf den neu entwickelten Grundlagen des gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen.

Hinsichtlich der verschiedenen Berufe und Grundbildungen sind Schwerpunkte möglich. Der Lernbereich Gesellschaft umfasst acht Aspekte: Ethik, Identität und Sozialisation, Kultur, Ökologie, Politik, Recht, Technologie und Wirtschaft. Die persönliche, berufliche und gesellschaftliche Realität in den Themen des Schullehrplans werden unter diesen Aspekten betrachtet. Bei der Behandlung eines Themas ergänzen sich die verschiedenen Aspekte und erlauben einen interdisziplinären Zugang aus verschiedenen Blickwinkeln. Zusätzliche Perspektiven wie Geschichte, Gender und Nachhaltigkeit erweitern diesen Zugang.
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Webdesign, Digitale Medien
Boris Périsset

Wie funktioniert eigentlich eine Webseite genau? Du erhältst Einblick in die theoretischen Hintergründe des Web sowie des Webdesigns. Und du erfährst, was es braucht, um eine Website zu gestalten: Von der Webseiten-Architektur über die Gestaltungsaufbereitung bis zum Umgang mit responsivem Design. Du lernst verschiedene Arbeitswerkzeuge kennen und entwickelst damit eine funktionierende Webseitenstruktur mit zeitgemässem Design. Ziel ist es, dein Wissen zu reflektieren und mit ausgewählten Methoden und Tools selbstständig eine Webseite zu gestalten und umzusetzen.
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Illustrator, Siebdruck
Heidi Würgler
Yves Sablonier

Illustrator ist ein wichtiges Basis-Computerprogramm in der grafischen Arbeit. Dessen Beherrschung gehört zum unverzichtbaren Instrumentarium jedes Gestalters und jeder Gestalterin.

Anhand einer vorgegebenen Aufgabe, lernst du die Werkzeuge und Grundfunktionen des vektorbasierten Grafik- und Zeichenprogramms kennen und anwenden. Wir erproben die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten des Programms und loten damit auch dessen Grenzen aus. Im Projekt entwickelte Designs nehmen wir als Vorlage für das nachfolgende Siebdruckprojekt. Im zweiten Teil dieses Projekts besuchen wir die Siebdruck-Werkstatt der F+F und üben die verschiedenen Möglichkeiten des Überdruckens, sowie einzelner Farbkombinationen. Du lernst damit die technischen Eckdaten des Verfahrens kennen und erhältst Einblicke in die Geschichte des Siebdruckens.
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Testlauf: Die vertiefende praktische Arbeit des Qualifikationsverfahrens
Philipp Aebischer
Arbeit: Nathan Tomaschett

Ein Grafiker oder eine Grafikerin sollte zum Schluss der Ausbildung Gelerntes auch anwenden können. Geprüft werden im Qualifikationsverfahren (QV) deshalb die Leistungsziele der übergeordneten Bereiche wie Analyse, Planung, Idee, Konzept, Entwurf und Detailgestaltung.

Um Sicherheit für die vertiefende praktische Arbeit (VPA) zu erlangen, erarbeitest du unter möglichst identischen Rahmenbedingungen über vier Etappen ein medienübergreifendes Gestaltungsprojekt.

Du analysierst ein vorgegebenes Thema und ziehst deine persönliche Schlussfolgerung betreffend Positionierung, Kommunikationszielen, gestalterische Strategie und Massnahmenideen des ausgewählten Themenbereichs in einer mehrseitigen Dokumentation. Diese ist die Basis für die nächste Etappe: Das Gestaltungskonzept. Aufgrund der erarbeiteten inhaltlichen und konzeptionellen Schlussfolgerung wird ein Gestaltungskonzept entwickelt. Daraus wird in einer nächsten Etappe eine Umsetzung mit verschiedenen Gestaltungsmedien erarbeitet, die abschliessend präsentiert und besprochen wird.

Die Kombination einer systematischen mit einer experimentierfreudigen Vorgehensweise sowie einem gestalterischen Qualitätsanspruch an die Ausarbeitung, ist innerhalb der zeitlichen Vorgaben eine Herausforderung. Einen Entstehungsprozesses über alle Etappen mit gestalterischen Variationen und dem Einblick in die Entscheidungskriterien aufzuzeigen, dient der Argumentation einer stringenten Umsetzung und ist von zentraler Bedeutung für die VPA am QV.
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Typo in Bewegung
Fabio Parizzi
Orginal-Plakat von David Kühne

Aus einem bildhaften Text oder einer Aussage erstellst du eine kurze typografische Filmsequenz.

Du lernst die Komponenten eines Storyboards kennen und anwenden. Im spielerischen Umgang mit animierten Buchstaben kannst du eine Aussage verstärken oder verfremden. Dabei spielt der richtige Takt und der Rhythmus eine wichtige Rolle.
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Fotografie
Stephan Rappo
Fotografie: Domingo Schneider

Basierend auf einem vorgegebenen Thema generierst du fotografische Bildwelten. Du wählst nach eigenen Kriterien Bilder aus, die du danach digital bearbeitest.

Du trainierst in diesem Projekt «aktives Sehen» und damit dein fotografische Auge. Zu diesem Zweck betrachtest und analysierst du Bilder aus verschiedenen Medien. Weiter thematisieren wir die Schnittstellen zu den Grafiker*innen, die unsere Auftraggeber*innen sind.
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Fotoreportage: Véronique Hoegger