Visuelle Gestaltung HF
Studiengang Visuelle Gestaltung HF
Grafik Design hat das Ziel, vielschichtige Inhalte in visuelle Botschaften zu übersetzen. Im Spannungsfeld zwischen Auftrag und Autorschaft lernst du kommunikative Anliegen mittels Bild und Typografie prägnant und eigenständig zu vermitteln.

Das Berufsfeld der visuellen Kommunikation und der Grafik ist durch die Digitalisierung komplexer, aber auch vielfältiger geworden. Schwerpunkte verschieben sich vom Print in den digitalen Raum und von der klassischen Werbung in die Social-Media-Kanäle. Heute bespielen Grafiker*innen nicht nur Plakatwände und Buchseiten, sondern auch Instagram, Apps und digitale Systeme.

Im Studium erwirbst du umfassende Kompetenzen, um grafische Aufträge zeitgemäss und praxisnah auszuführen – vom Entwurf über die Konzeption bis hin zur Realisation. Fundierte Entwurfstechniken und breit angelegte Fachkenntnisse bilden die Grundlagen. Die Verschränkung analoger und digitaler Medien und Werkzeuge spielt dabei eine massgebende Rolle. Das gestalterische Experiment steht im Zentrum. Du lernst, den gestalterischen Prozess zu reflektieren und tragfähige Konzepte zu entwickeln. Du erlangst Fähigkeiten in Argumentation und Präsentation, um grafische Lösungen zielorientiert zu entwerfen, zu realisieren und selbstbewusst zu vertreten.

Um Informationen und Anliegen differenziert und verantwortungsbewusst visualisieren zu können, stehst du im Dialog mit dem kulturellen und gesellschaftlichen Umfeld. Du hinterfragst visuelle Konventionen und setzt dich mit den aktuellen Technologien auseinander.

Du verwirklichst Projekte für Kund*innen und arbeitest in interdisziplinären Teams. Die Dozierenden des Studiengangs sind im Berufsfeld Grafik Design aktiv und vertreten eine Vielfalt von gestalterischen Positionen. Ausserdem bieten sie wertvolle Vernetzungsmöglichkeiten. 

Das einzige Vollzeit-Studium in Visueller Gestaltung auf Stufe Höhere Fachschule dauert sechs Semester. Im ersten Studienjahr werden die Grundlagen vermittelt, um im Hauptstudium komplexere grafische Aufgaben anzugehen. Bildgebende Verfahren wie Zeichnen, Fotografie und Animation, Fachwissen in Typografie, Layout, Screendesign und Bewegtbild, sowie Präsentation und produktionstechnisches Wissen bilden die Schwerpunkte. Im Hauptstudium werden die erlernten Fähigkeiten in konkreten Produkten, wie Corporate Designs und Editorial Designs, Plakaten und Infografiken zusammengeführt und medienübergreifend erprobt. Im Diplomsemester konzentrieren sich die Studierenden auf ein selbst konzipiertes Abschlussprojekt. 

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Visuelle Gestaltung HF
Studienbeginn und Dauer
Der Studiengang startet jeweils im August und umfasst 5400 Lernstunden, verteilt auf sechs Semester. Einschlägige Berufserfahrung und Vorbildungen können dem Studium angerechnet werden.

Ausbildungsstufe
Tertiärstufe, Höhere Berufsbildung, Höhere Fachschule
 
Diplom
Eidgenössisch anerkannter Titel dipl. Gestalterin/dipl. Gestalter HF Kommunikationsdesign mit Vertiefungsrichtung Visuelle Gestaltung
 
Kosten
Die Studiengebühren betragen für Studierende mit zivilrechtlichem Wohnsitz in der Schweiz oder Liechtenstein pro Semester: CHF 8 400.– (= CHF 1 400.– mtl.). Inbegriffen ist die individuelle Benutzung der Schulinfrastruktur auch ausserhalb der Unterrichtszeiten sowie die Nutzung der Tutorialplattform Linkedin Learning.Die Ausbildung an der F+F ist staatlich anerkannt und subventioniert. Studierende sind grundsätzlich in ihrem Wohnsitzkanton stipendienberechtigt.

Berufliche Perspektiven
Grafik Designer*in in Ateliers, Kommunikations- oder Werbeagenturen, in Kommunikationsabteilungen von Firmen oder Institutionen. Selbständige Tätigkeit.
Visuelle Gestaltung HF
Anmeldung, Bewerbung Studiengang Visuelle Gestaltung HF

Zulassungsbedingung
Mindestalter 18 Jahre. Abschluss auf Sekundarstufe II (drei- bis vierjährige berufliche Grundausbildung mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis oder Matura). Die Vorbildung muss nicht fachspezifisch sein. Bewerber*innen können mit Nachweis herausragender gestalterischer Fähigkeiten auch ohne abgeschlossene Sekundarstufe II «sur dossier» aufgenommen werden.

Aufnahmeverfahren 
Nach Eingang der Online-Anmeldung wird den Bewerber*innen ein Thema für eine Projektaufgabe mitgeteilt. Die Lösung wird dem Sekretariat zusammen mit einer Arbeitsdokumentation, einem Motivationsschreiben und einem Lebenslauf eingereicht. Bei positiver Beurteilung der Unterlagen werden die Bewerber*innen zu einem Aufnahmegespräch eingeladen. Danach wird über die Aufnahme in den Studiengang entschieden. Eintritte während des laufenden Semesters sind in der Regel ausgeschlossen. Die Prüfungsgebühr beträgt CHF 150.–.

Wünschst du ein Abklärungsgespräch direkt mit der Studiengangsleitung? Dann richte deine Fragen per E-Mail direkt an Ilia Vasella.

Das Aufnahmeverfahren wird nach Absprache mit den Behörden, und unter Berücksichtigung der Schutzmassnahmen, regulär durchgeführt. 

Infoveranstaltungen
Sind noch Fragen offen? Dann besuche uns unverbindlich an einem der monatlichen Infoabenden oder am Open House, lerne die Schulleitung kennen und informiere dich persönlich vor Ort.

Gerne berät dich unser Sekretariat telefonisch von Mo.–Fr. von 9.00–12.00 und von 14.00–17.00 Uhr unter 044 444 18 88. Fragen und Anliegen kannst du uns auch per E-mail übermitteln oder du bestellst dir dein gewünschtes Infomaterial über diesen Link direkt nach Hause.

Online-Anmeldung:

  • Bewerbung Schuljahr 2021/22
    Ausbildungsbeginn 30. August 2021
    Prüfungsgebühr: CHF 150.00
    Anmeldung
Portfolio
Ilia Vasella
Portfolio, Monika Gerber, 2020
Durch die kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Arbeiten und durch Feedbacks anderer schärfst du dein persönliches Profil. Im Seminar klären wir, welche Auswahl an Arbeiten und welche Präsentationsform dein Profil stärken und dieses für Dritte deutlich macht. Ebenso lernst du die nötigen Schritte von der Auswahl deiner Arbeiten bis zur Gestaltung deines Portfolios zu planen und umzusetzen. Dazu gehört die adäquate Wahl des Mediums und das Schreiben von Begleittexten. Im Weiteren gilt es zu berücksichtigen, dass dein Portfolio einem fortwährenden Prozess der Aktualisierung unterworfen ist. Die Analyse vielfältiger Beispiele – vom Portfolio für eine Studienbewerbung bis zur Repräsentation renommierter Grafikateliers – unterstützt dich bei der eigenen Positionierung.
Visuelle Gestaltung HF
Aileen Howlett, Fotografie, 2016
Visuelle Gestaltung HF
«Hier kenne ich fast alle. Das motiviert mich»
Binyam Taye Tadele (Stipendium Welcome), Foto: Veronique Hoegger, 2018
Den ersten Anstoss zu einer Grafikausbildung gaben ihm Zeitungen. Über den Vorkurs fand Binyam Taye Tadele in den HF-Studiengang Visuelle Gestaltung an der F+F.

Die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba liegt im weitläufigen Hochland. Binyam Taye Tadele lebte und arbeitete hier als Schlosser und Buchhalter. Bis er 2012 in die Schweiz flüchtete, weil er politisch verfolgt wurde. In der Schweiz las er viel Zeitung – auch aus gestalterischem Interesse: «Ich wollte wissen, wie man Zeitungen gestaltet. Über die Methoden wollte ich mehr erfahren», sagt Binyam. In der Folge hat er sich über die Autonome Schule Zürich, an der er sich engagiert, für den Vorkurs an der F+F eingeschrieben und nach dessen Abschluss das HF-Studium Visuelle Gestaltung begonnen. «Die Grafik hier in der Schweiz sagt mir zu, obwohl ich mich eine ganz andere Kultur gewöhnt bin. In Äthiopien nutzt man ganz andere Farbkonzepte – und es gibt verschiedene Sprachen, zum Beispiel die Hauptsprache Amharisch, die in einem eigenen Alphabet geschrieben wird. Deshalb ist es für mich eine Herausforderung, meine Ansichten der Gestaltung einzubringen.»

Binyam geht aber seinen Weg: Momentan arbeitet er an einer Serie von Fotoporträts, die Menschen und ihre Gefühle zeigen. Was er in einem Jahr macht, wenn er sein Diplom in der Tasche hat, weiss er noch nicht: «Ich habe mich noch nicht entschieden, ob ich mich anstellen lassen will oder ob ich mich selbständig mache. Auf jeden Fall muss ich Geld verdienen.» An der F+F fand er, was er suchte: «die Schule ist offen, speziell für andere Kulturen. Wir sind wie eine Familie hier, helfen uns gegenseitig und geben unsere Kenntnisse weiter. Hier kenne ich fast alle. Das motiviert mich.»
Grundlagen Farbe
Nora Fata
Catherine Burkhard
Konzepte für gestalterische Projekte
Elisabeth Sprenger
Das Seminar vermittelt dir Struktur und Aufbau sowie unterschiedliche Herangehensweisen, wie ein solches Konzept erarbeitet werden kann. Das Formulieren von Absichten und Zielvorstellungen für gestalterische Projekte und Aufträge bildet eine Grundlage für die Kommunikation im künstlerischen und angewandten Arbeitsalltag. Ebenso dient ein Konzept der Klärung des eigenen Vorhabens.
Visuelle Gestaltung HF
Fotografie und Bildfindung, Nicolas Hadorn, 2018
Bildediting
Sarah Keller
Bildediting, 2019, Foto: Isabel Seiffert
Unter Verwendung eigener Arbeiten und denjenigen Anderer erprobst du in kurzen Übungen unterschiedliche Strategien, wie du eine Auswahl von Bildern zu schlüssigen Serien zusammenstellen kannst. Dabei löst du deine Bilder aus ihrem ursprünglichen Bezugsrahmen heraus und versuchst, Gemeinsamkeiten und formale Zusammenhänge zu erkennen. Die Resultate diskutierst du im Plenum. In dem Seminar befasst du dich ausserdem mit dem Kontext, in welchem deine Bilder veröffentlicht werden. Wie beeinflusst dieser die Wirkung und Leseweise deiner Bilder?
Einführung schriftliche Recherchearbeit
Elisabeth Sprenger
Du wirst in Methoden des Recherchierens und theoretischen Arbeitens eingeführt und lernst unterschiedliche Textformen und Herangehensweisen kennen. Mit der schriftlichen Recherchearbeit erarbeitest du dir ein breites Wissen, das dir als Basis für die visuelle Vermittlung dient. Du tauchst in dein Thema ein, reflektierst die Ergebnisse deiner Suche und hältst sie schriftlich fest.
Druckverfahren
Janine Föllmi
Druckverfahren, 2020, Foto: Claudia Breitschmied
Du wirst mit den verschiedenen Druckverfahren, ihren Erkennungsmerkmalen und Einsatzgebieten vertraut gemacht. Du lernst, Vor- und Nachteile der Druckverfahren zu interpretieren sowie deren Einfluss auf die Druckkosten zu beurteilen.
Portfolio
Ilia Vasella
Franco Bonaventura
Portfolio, Valentina Morrone, 2017
Durch die kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Arbeiten und durch Feedbacks anderer schärfst du dein persönliches Profil. Im Seminar klären wir, welche Auswahl an Arbeiten und welche Präsentationsform dein Profil stärken und dieses für Dritte deutlich macht. Ebenso lernst du die nötigen Schritte von der Auswahl deiner Arbeiten bis zur Gestaltung deines Portfolios zu planen und umzusetzen. Dazu gehört die adäquate Wahl des Mediums und das Schreiben von Begleittexten. Im Weiteren gilt es zu berücksichtigen, dass dein Portfolio einem fortwährenden Prozess der Aktualisierung unterworfen ist. Die Analyse vielfältiger Beispiele – vom Portfolio für eine Studienbewerbung bis zur Repräsentation renommierter Grafikateliers – unterstützt dich bei der eigenen Positionierung.
Visuelle Gestaltung HF, Diplomarbeit, 2019 
Visuelle Gestaltung HF
Kurz und bewegt, Jonas Wicki, 2019
Visuelle Gestaltung HF
Idee Form Aussage!, 2018
Druckvorstufe und Colormanagement
Franco Bonaventura
Druckvorstufe und Colormanagement, Caroline von Moos, 2020
Als Druckvorstufe wird die Abfolge bestimmter Schritte vor dem Druckprozess bezeichnet. Du erlernst die Grundlagen der Datenbearbeitung im Photoshop, insbesondere in Hinblick auf den Offsetdruck. Für die Weitergabe von Daten werden deren Aufbereitung in Indesign und Photoshop, sowie die nötigen Einstellungen und Kontrollinstrumente des Acrobat-Reader vermittelt. Zudem machst du dich vertraut mit dem Colormanagement in der Druckvorstufe und dessen Bedeutung in der Datenaufbereitung.
Druckstoff Papier
Janine Föllmi
Du wirst mit den Einsatzmöglichkeiten sowie den Besonderheiten des Druckstoffes Papier vertraut gemacht und du lernst Begriffe wie Laufrichtung, Volumen und Gewicht kennen. Die Einsatzgebiete unterschiedlichster Papiersorten werden unter Berücksichtigung von ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten erläutert. Materialrecherche, die Bestellung von Mustermaterialien, eine adäquate Papierwahl und deren Wirkung auf die Kosten werden erprobt und diskutiert.