F+F Kurse für experimentelle Gestaltung Zürich – Beginn: 1. Februar 1971
Michael Hiltbrunner
Filmkurs mit Georg Radanowicz und Urs Lüthi, Screenshot, 1972
Die Gründung der F+F Schule 1971 wird an Originalschauplätzen erforscht; mit damals Beteiligten und mit Begriffen der Cultural Studies zu Kultur, Macht und Identität.

Anfang 1971 wurde mit Kursen für experimentelle Gestaltung die F+F Schule gegründet. Die Förderung der kreativen Fähigkeiten und Entwicklung des künstlerischen Ausdrucks in Einzel- und Gruppenarbeit stand im Zentrum. Aktuelle Gestaltungsmethoden, Wissensvermittlung, Zusammenhänge zwischen Mensch und Umwelt, optisch-akustische-räumliche Gruppenarbeiten waren Hauptthemen. An Originalschauplätzen und mit Unterstützung von damals Beteiligten erforschen die Studierenden Motivation, Ziele und Umsetzung der Gründung der F+F.
 
Modedesign HF
Studiengang
Modedesign HF
Mode ist immer eine Position! Du entwirfst und fertigst Mode im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Strömungen und kultureller Vielfalt. Der Studiengang Modedesign HF vermittelt dir die Kompetenzen zur Ausübung dieses faszinierenden Berufs.

Als Studierende*r erhältst du im Studiengang Modedesign HF eine fundierte handwerkliche, technische und gestalterische Grundlage für deine künftige Berufsausübung als Fashiondesigner*in. Die praxisorientierte Ausbildung fördert konzeptionelles Denken und kreatives Schaffen sowie deine Fähigkeit, Trends und Stiltendenzen frühzeitig auszumachen und dein Wissen in eigenständige und originelle Entwurfsarbeiten einfliessen zu lassen. Du erwirbst das nötige Fachwissen um eigene Entwürfe selbstständig zu realisieren – von der Konzeption, dem Entwurf über die Gestaltung von Schnittmustern bis hin zur Fertigung.

Der Studiengang vermittelt Kenntnisse verschiedener Gestaltungsmöglichkeiten sowie aktueller Technologien in der Textilindustrie. Neuste Entwicklungen, nicht nur in der Modewelt, sondern auch in der Wirtschaft und Gesellschaft, fliessen stets mit ein. Ebenso wird das Bewusstsein für kulturhistorische Zusammenhänge gefördert. Weiter erarbeiten sich die Studierenden Fähigkeiten, ihre Ideen reflektiert zu vertreten und professionell zu dokumentieren. Grundkenntnisse der finanziellen Geschäftsabwicklung und der gesetzlichen Rahmenbedingungen runden das Angebot ab.

Der Studiengang Modedesign dauert sechs Semester. Im ersten Studienjahr stehen die Vermittlung eines Grundverständnisses für das weite Feld des Modedesigns sowie handwerkliches Basiswissen im Zentrum. Während des Studiums entstehen mit wachsendem Komplexitätsgrad individuelle Kreationen und Projekte. Das Diplomsemester steht im Zeichen der Entwicklung einer eigenen Kollektion.

Die Dozierenden vertreten eine Vielfalt an gestalterischen Positionen. Sie bieten entsprechend wertvolle Vernetzungsmöglichkeiten.

Folge uns
Facebook
Instagram
Modedesign HF
Studienbeginn und Dauer
Der Studiengang startet jeweils im August und umfasst 5400 Lernstunden, verteilt auf sechs Semester. Einschlägige Berufserfahrung und Vorbildungen können dem Studium angerechnet werden.

Ausbildungsstufe
Tertiärstufe, Höhere Berufsbildung, Höhere Fachschule
 
Diplom
Eidgenössisch anerkannter Titel dipl. Gestalterin/dipl.Gestalter HF Produktdesign mit Vertiefungsrichtung Modedesign

Kosten
Die Studiengebühren betragen für Studierende mit zivilrechtlichem Wohnsitz in der Schweiz oder Liechtenstein pro Semester: CHF 8 400.– (= CHF 1 400.– mtl.). Inbegriffen ist die individuelle Benutzung der Schulinfrastruktur auch ausserhalb der Unterrichtszeiten sowie die Nutzung der Tutorialplattform Linkedin Learning. Die Ausbildung an der F+F ist staatlich anerkannt und subventioniert. Studierende sind grundsätzlich in ihrem Wohnsitzkanton stipendienberechtigt.

Berufliche Perspektiven
Freiberufliche*r Modedesigner*in; Assistent*in in Designerteams, in Atelier für individuelle Kund*innen; Mitarbeiter*in in einem Trendbüro, im Handel (Einkauf, Kundenberatung, Merchandising etc.), im Verlagswesen (Moderedaktion, Werbung etc.) oder beim Theater und Film (Ausstattung, Kostüme etc.)
Modedesign HF
Anmeldung, Bewerbung Studiengang Modedesign HF
Zulassungsbedingung
Mindestalter 18 Jahre. Abschluss auf Sekundarstufe II (drei- bis vierjährige berufliche Grundausbildung mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis oder Matura). Die Vorbildung muss nicht fachspezifisch sein. Bewerber*innen können mit Nachweis herausragender gestalterischer Fähigkeiten auch ohne abgeschlossene Sekundarstufe II «sur dossier» aufgenommen werden.

Aufnahmeverfahren
Nach Eingang der Online-Anmeldung werden die Bewerber*innen zu einer Aufnahmeprüfung eingeladen. Zusammen mit den Ergebnissen der Hausaufgabe, die wir vorgängig gestellt haben, bringen die Eingeladenen ein Motivationsschreiben und aussagekräftige persönliche Arbeiten mit (Mappe oder Portfolio). An der Aufnahmeprüfung gilt es, eine konkrete gestalterische Aufgabe zu erarbeiten. Beurteilt werden die Freude am Experiment, Mut und die Fähigkeit zu konzeptionellem Denken sowie Kreativität, Sorgfalt und Durchhaltevermögen. Fällt die Aufnahmeprüfung positiv aus, erfolgt eine Einladung zum Aufnahmegespräch. Anschliessend wird über die definitive Aufnahme entschieden. Die Prüfungsgebühr beträgt CHF 150.–.

Das Aufnahmeverfahren wird nach Absprache mit den Behörden, und unter Berücksichtigung der Schutzmassnahmen, regulär durchgeführt.

Wünschst du ein Abklärungsgespräch direkt mit der Studiengangsleitung? Dann richte deine Fragen per E-Mail direkt an Nicole Schmidt oder Heiner Wiedemann.

Infoveranstaltungen
Sind noch Fragen offen? Dann besuche uns unverbindlich an einem der monatlichen Infoabenden oder am Open House, lerne die Schulleitung kennen und informiere dich persönlich vor Ort.

Gerne berät dich unser Sekretariat telefonisch von Mo.–Fr. von 9.00–12.00 und von 14.00–17.00 Uhr unter 044 444 18 88. Fragen und Anliegen kannst du uns auch per E-mail übermitteln oder du bestellst dir dein gewünschtes Infomaterial über diesen Link direkt nach Hause.


Online-Anmeldung zum Aufnahmeverfahren:

  • Bewerbung Schuljahr 2021/22, Aufnahmeprüfung: Samstag, 12. Juni 2021, 10.00–17.00 Uhr
    Ausbildungsbeginn 23. August 2021
    Prüfungsgebühr: CHF 150.00
    Anmeldung
Modedesign HF
Menschen sind auch nur Fische
Janine Stählin, Alumna Modedesign HF, 2019, Foto: Veronique Hoegger
Janine Stählin hat 2019 ihr Studium zur Modedesignerin an der F+F Schule für Kunst und Design in Zürich abgeschlossen. Mit Ihrer Kollektion silent rebel hat die 30-jährige Luzernerin den Förderpreis der Schule gewonnen.

Wunderbare organge-weisse, an Fische und Quallen erinnernde, Outfits vor tiefblauem Hintergrund – so präsentiert Janine Stählin eine ihrer Kollektionen auf ihrer Website. «Dahinter steht der Gedanke, dass sich der Mensch manchmal wie ein Fisch im Aquarium gefangen und beobachtet fühlt.» Während ihrer dreijährigen Ausbildung hat sie sich intensiv mit der seelischen Verletzbarkeit des Menschen auseinandergesetzt. «Mir war es wichtig, persönliche Erfahrungen in die Arbeiten einzubringen. Ich wollte das Thema aber nicht depressiv, sondern mit Freude und Humor darstellen.» Dabei ist ihr das Kleidungsstück Mittel zum Zweck. Es geht ihr um die Inszenierung: Um den Menschen, der das Kleidungsstück trägt, wie er sich bewegt, um seinen Ausdruck im Gesicht, um seine Ausstrahlung aber auch um die Musik, die die Kollektion untermalt. «Mich fasziniert es, Emotionen zu transportieren und damit Menschen zu berühren», sagt Janine.  

An der F+F hat Janine die nötige Zeit und den Raum gefunden, ihre persönlichen Lebenserfahrungen kreativ umzusetzen. «Die Ausbildung hat mir die Möglichkeit gegeben, mich selber zu entdecken. Und ich habe mein Selbstvertrauen in den Jahren an der F+F stärken können,» resümiert die junge Designerin. Ursprünglich hat sie die Ausbildung zur Sekundarlehrerin gemacht und ist eher zufällig zur Mode gekommen. «Während ich unterrichtete, habe ich gemerkt, dass ich viel Kreativität in mir habe. Ich habe aber lang nicht gewusst, welches Medium für mich das Richtige ist.» In einem Nähkurs hat sie eine Dozentin der F+F kennengelernt, die sie umgehend an die an die Schule eingeladen hat. «Mir hat das familiäre Umfeld, die Herzlichkeit und Offenheit der Leute an der F+F sehr gefallen».

Die Freiheiten, die die Studierenden geniessen, verlangen von ihnen viel Eigeninitiative. Die Lehrkräfte stehen ihnen aber jederzeit beratend zur Seite. Janine Stählin: «Man ist mega frei. Es ist wenig vorgegeben, aber das ist auch anspruchsvoll.»

Janine hat nun ihr HF-Diplom Modedesignerin in der Tasche. «Mit meinem Abschluss habe ich Bestätigung erhalten, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Und ich habe herausgefunden, auf welche Art ich mich ausdrücken kann. Diesen Weg will ich weiterverfolgen.» Ihr momentaner Plan: Zunächst 50 bis 60 Prozent in der Gastronomie und als Lehrerin arbeiten, um die restliche Zeit für eigene Projekte zu nutzen. Das ist auch dringend nötig, denn sonst fehlt der Welt künftig ein Stück fantastische Kreation.
Modedesign HF
Jetzt anmelden!
Deine Faszination ist Mode und du willst sie du zum Beruf machen? Melde dich jetzt an für die Aufnahmeprüfung am 12. Juni 2021 zum Studiengang Modedesign
Modedesign HF
«Die F+F hat mich geflasht.»
Diplomkollektion REALITY IS PERCEPTION von Laura Heer-Vermot-Petit-Outhenin, 2020, Foto: Maurice Keiser
Als sich Laura Heer-Vermot-Petit-Outhenin an der F+F bewarb, war sie gerade alt genug für den Studiengang Modedesign HF. Inzwischen hat sie mit einem Förderpreis abgeschlossen. Im Gespräch erzählt sie, was ihr von der Zeit an der Schule bleibt.

Direkt nach der Schule schloss Laura den Berufsvorbereitungskurs an der Modefachschule Modeco an, dann kam sie zur F+F an den Studiengang Modedesign HF. Im ersten Semester feierte sie ihren 18. Geburtstag. «Kreativität war für mich der einzige Weg», sagt Laura, «alles andere war keine Option.» An der Mode fasziniert sie, dass kein Weg an ihr vorbei führt: «Mode ist die Disziplin in der Kunst, die jeden dazu zwingt, sich mit ihr auseinanderzusetzen. Mode findet immer statt.»

Durch Mode drückt Laura Wandelbarkeit und das ganze Spektrum ihrer Persönlichkeit aus. Und so wählte sie auch ein sehr intimes Thema für ihre Diplomkollektion REALITY IS PERCEPTION. In skulpturalen Entwürfen übersetzt sie Schmerz und physisches Unwohlsein ins Textile. Es sei die erste Kollektion, in der sie ihre Stärken voll habe ausleben können, erzählt Laura. «Ich finde meine Sprache am Körper und nicht auf dem Blatt.» Trotz des schweren Themas hinterlässt die Arbeit viel Positives – zum Beispiel den Förderpreis der F+F. Das Preisgeld deponiert sie vorerst auf dem Sparkonto. «Am liebsten möchte ich es nutzen, um mich im Styling selbstständig zu machen. Aber erst mal muss ich Schlaf nachholen», lacht die Designerin.

Von der Studienzeit nimmt Laura viele Kontakte und die ansteckende Energie der Mitstudierenden mit. «Die F+F hat mich geflasht. Sie ist ein Chaos, aber ein positives Chaos.» Die Dozierenden fördern und fordern, was die Studierenden zur Selbständigkeit animiert und ihnen Sicherheit für die spätere Arbeitswelt gibt. Bei dem Schweizer Label YVY der Modedesignerin Yvonne Reichmuth konnte Laura noch während des Studiums in einem Praktikum erste Erfahrungen sammeln. Den Kontakt dazu bekam sie über die Schule. Und der beste Ratschlag, den ihr die Dozierenden mit auf den Weg gaben? «Bügeln. Vor jeder Präsentation ordentlich bügeln – das rettet jede Kollektion.»
Modedesign HF
Studiengang Modedesign HF im Interview
Was heisst es, Modedesign an der F+F zu studieren? Das fragt die Ausstellung Wild Thing – Modeszene Schweiz im Museum für Gestaltung. Die Studiengangsleitung Nicole Schmidt und Heiner Wiedemann haben sich an einen Tisch gesetzt, und die Frage beantwortet. Die lange Antwort ist im Museum für Gestaltung zu sehen; die Kurzversion im Frage-Antwort-Ping-Pong hier.

Die Ausstellung Wild Thing – Modeszene Schweiz ist noch bis zum 11.04.2021 im Museum für Gestaltung an der AUsstellungsstrasse zu sehen. 
Dada weltweit – Politischer Dada-Club in Berlin und Readymades in New York
Salome Hohl
Eva Kasser
Schnitt mit dem Küchenmesser, Dada durch die letzte Weimarer Bierbauchkulturepoche Deutschlands, Hannah Höch, 1919
Der Unterricht widmet sich dem Dadaismus im Ausland: Während sich im Nachkriegseuropa eine vorwiegend politische Haltung durchsetzte, positionierten sich die Dadaist*innen in New York indes ironisch provokativ gegen kunsthistorische Traditionen.

Wir untersuchen die künstlerischen Haltungen der ausländischen Dada-Zentren: Von der Nachkriegszeit bestimmt war der 1918 gegründete «Club Dada» in Berlin vorwiegend politisch motiviert und angeführt von Protagonist*innen wie Hannah Höch, Georg Grosz, Raoul Hausmann, Johannes Baader oder John Heartfield. In New York allerdings verstand sich der ab 1919 entwickelte Dada-Kreis, bestehend aus Exilant*innen wie Marcel Duchamp, Francis Picabia oder Elsa von Freytag-Loringhofen im Bruch mit dem tradierten Kunstbegriff. Im Unterricht werden die unterschiedlichen Reaktionen auf die Gegenwart diskutiert und heutige Möglichkeiten der künstlerischen Ausdrucksweisen besprochen.

Anmerkung: Die Veranstaltung findet im historischen Saal des Cabaret Voltaire, Zürich statt
 
Look & Accessoires
Heiner Wiedemann
Entwurf: Laura Heer-Vermot-Petit-Outhenin Foto: Pamela Castillo
«Die Accessoires! Sie umspielen die Silhouette, betonen den Stil oder unterdrücken ihn. Sie tragen die Handschrift ihres Schöpfers, seine Persönlichkeit, ergänzen ein Kleidungsstück oder stehen im Widerspruch zu ihm, aber immer sind sie anders, sie bestätigen, betonen oder zerstören.» 

Dieses Zitat des israelischen Modeschöpfers Alber Elbaz wird in diesem Projekt aus Sicht des Looks beleuchtet. Deine Entwürfe im Projekt Accessoires sind Grundlage für die Umsetzung eines Gesamtlooks. Überhöht, ergänzt oder unterdrückt die Wirkung der Kleider das Accessoire? Du entwickelst mehrere Kleidungstücke, die sich über eine gemeinsame Designsprache in einem Gesamtlook und den Accessoires verbinden. Die Auseinandersetzung mit Umsetzungs- und Herstellungsmöglichkeiten hilft dir, deine Entwürfe zu realisieren. Im Anschluss an dieses Seminar erarbeitest du selbständig die Teile für die Arbeitspräsentation 2.
Die Projekte Accessoires und Look & Accessoires stehen in enger Wechselbeziehung zueinander.

Mitbringen: Arbeitsbuch, Kollektionskonzept, Schnittwerkzeug, Nähuntensilien

 
Konzeptarbeit
Anikó Risch
Arbeitsbuch: Leonardo Anic Foto: Iris Delruby Ruprecht
Was will ich? Was interessiert mich? Wo stehe ich? Wie kann ich mich als Modedesigner*in positionieren? Dieses Seminar befasst sich mit der schriftlichen Konzeptarbeit.

Du erweiterst deine konzeptionellen und kommunikativen Kompetenzen und wendest gezielt Methoden an, um Ideen und Recherchen zu verdichten, zu strukturieren und zu bewerten. Im Seminar setzt du dich mit dem Zeitgeist und deiner eigenen Identität auseinander. Dabei spielen deine Inspirationen eine tragende Rolle und du reflektierst deine Ideen und Haltungen. Die schriftliche Arbeit dient dir als fundierte Grundlage für die Entwicklung deiner Kollektion. Sie zeigt, dass du dich eigenständig mit dem selbst gewählten Thema auseinandergesetzt hast.

Die Seminare Konzeptarbeit, KollektionsgedankeFarbe, Form, Textur sowie Kollektionsumsetzung stehen in enger Wechselbeziehung zueinander.

Mitbringen: Arbeitsbuch


 
Unterschätztes Wissen: Körperpraktiken in der Kunst
Caroline Ann Baur
Salome Hohl
Izidora L. Lethe
Montage Ana Mendieta, Imágen de Yágul, 1973/2018 und Labanotations-Schema
Im Seminar besprechen wir den Körper als Ort, an dem Wissen zerschlagen und re-artikuliert wird. Der Körper ist in der darstellenden und bildenden Kunst Träger von gesellschaftlichen Regulierungen und zugleich Mittel zur Überschreitung dieser Grenzen.

Der Monte Verità im Tessin gilt als Wiege der Gegenkultur. Die Avantgardist*innen fokussierten Anfang des 20. Jahrhunderts den Körper und emanzipierten ihn unter anderem durch Ausdruckstanz aus dem Korsett der bürgerlichen Moderne. Das Denken durch den Körper und seine Bewegungen haben in aktuellen künstlerischen Strategien einen wichtigen Platz eingenommen. Der Unterricht widmet sich der Frage, inwiefern Körper im Kontext von disziplinübergreifenden, queeren, postkolonialen oder posthumanen Konzepten bestehende Kategorien herausfordern und erweitern können. Diskussionsgrundlagen sind Beispiele aus der Kunstgeschichte, kritischen Kulturtheorie und eine aktuelle Ausstellung auf dem Monte Verità.
Modeentwurf
Monika Amrein
Entwürfe Lejla Osmani 2020, Foto: Nicole Schmidt
Du lernst weitere zeichnerische Entwurfstechniken kennen, welche dein Auge für die wichtigsten Abläufe beim Entwickeln einer Kollektion schulen und dir Sicherheit beim Erstellen von Kollektionskonzepten geben.

Du setzt die Skizze als wichtiges Instrument zur Veranschaulichung deiner Entwürfe ein und lernst durch das Stellungszeichnen das schnelle Erfassen von Form, Volumen und Proportion. Durch gezielte Übungen beim Kolorieren werden deine Modezeichnungen und Illustrationen freier und spontaner. Du entwickelst deine zeichnerische Handschrift. Erste Flachzeichnungen ergänzen deine zeichnerischen Fähigkeiten und dienen zusätzlich als Vorbereitung für eine eigenständige Entwurfsarbeit. Sie bildet den Abschluss des Seminares und gibt dir die Möglichkeit, das Erlernte selbstständig in der Praxis umzusetzen.

Mitbringen: Zeichenutensilien, Arbeitsbuch
Ehre und Gewalt: Der Mafiafilm
Till Brockmann
Ob im amerikanischen oder im italienische Mafiafilm: Das Genre ist eine formidable Projektionsfläche der Macht, Politik und Wirtschaft, des Erfolgs und auch der Männlichkeit.

Die Mafia ist Schreckensbild und Faszinosum zugleich: Keine andere verbrecherische Organisation hat die Fantasie so stark beflügelt und so oft Kinoleinwände erobert, wie sie. Der Mafiafilm bietet als Genre eine Vielzahl dramaturgisch profitabler Ansatzpunkte: Aufstiegsgeschichten und Verdrängungskämpfe, Spannungsverhältnisse zwischen Freunden und Familienmitgliedern, zwischen auferlegter Pflicht und persönlichen Gefühl, zwischen einem ideellen Ehrenkodex und konkreter, blutrünstiger Gewalt. Im Unterricht werden sowohl amerikanische als auch italienische Mafiafilme vor- und gegenübergestellt.
Recherche & Bibliothek
Samuel Ammann
«Der Umgang mit Büchern führt zum Wahnsinn», sagte der Gelehrte Erasmus von Rotterdam vor 500 Jahren. Im Zeitalter von Google und Wikipedia erhalten Buch und Bibliothek neue Bedeutungen: Sinnlichkeit, Ruhe, Haptik und Kontemplation.

Erkundet werden die schönsten und wichtigsten Bibliotheken, Studierzimmer und Institute Zürichs. Diese Räume eröffnen Zugang zum «Touch of Soul», der durch die Glasoberflächen der Touchscreens mehr und mehr abhanden kommt – Kontakt zu Material, Sein und Verweilen. Wir besuchen das Medieninformationszentrum der ZHdK mit einer Einführung in das Netzwerk und den Suchkatalog von Schweizer Bibliotheken (NEBIS), die Pestalozzi Volksbibliothek, das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft, die auf Kunst spezialisierte Bibliothek des Kunsthauses Zürich sowie die vom Stararchitekten Santiago Calatrava erbaute Bibliothek an der Universität Zürich.

Voraussetzung: Die Studierenden sollen sich ein Recherche-Thema ausdenken. Idealerweise etwas im Bereich Kunst, was für sie/ihn Sinn ergibt, aktuell ist oder einen Bezug zu einem Seminar oder Projekt hat
Mitbringen: Identitätskarte, um die NEBIS-Biblio-Karte der Zürcher Zentralbibliothek zu lösen. Ticket oder Abonnement für die öffentlichen Zürcher Verkehrsmittel
Anmerkung: Die Veranstaltung findet extern statt
Substanz und Image der Mode-Brands
Heiner Wiedemann
Recherche: Besime Sasivari Foto: Nicole Schmidt
Wie entwickeln sich Kollektionen im Spannungsfeld von Ikonographie der Marke und charismatischer Designer*innen? Wie gehen sie mit dem Gleichgewicht von Tradition und Innovation um? Und welche Rolle spielt die DNA des Labels?

Du setzt dich intensiv mit Aspekten rund um kontemporäre Mode-Brands auseinander. Können die Kollektionen noch den Zeitgeist spiegeln? Wie weit können sie zeitlich datiert werden? Folgen die Kollektionen Trends und hinterlassen sie Spuren? Wie radikal wird das Image poliert – oder wiederbelebt? Abschliessend wählst du ein Label aus. Es dient uns als Basis für das Projekt Kollektion für ein kontemporäres Label und Looks für ein kontemporäres Label.

Mitbringen: Arbeitsbuch, Zeichenutensilien

 
Schnittgestaltung
Susanne Hirt
Entwurf Vladislav Alexander Ruegger Foto: Nicole Schmidt
Zwischen weiten Hemden, die den Körper umspielen und engen Kleidern, die sich wie eine zweite Haut anfühlen, liegt ein grosser gestalterischer Spielraum. Durch Hinzufügen oder Entfernen von Nähten, Abnähern und Falten lassen sich neue Formen finden.

Ziel dieses Seminars ist es zu erkunden, wie Weite und Volumen geschaffen werden können. Lustvoll und experimentell verhelfen wir dem engen Kleid zu Volumen. Die enge Form zeigt uns den Körper in bekannter Form. Wie diese Form an Fülle gewinnt, erkundest du anhand von Beispielen und unterschiedlicher Techniken. Ein besonderer Reiz liegt darin, verschiedene Grundformen miteinander zu kombinieren. Im Seminar entdeckst du ausserdem neue Schnitttechniken und lernst Kragenformen, Nahtverlegungen, Verschlussmöglichkeiten und weiteres kennen. Zusammen mit den Erkenntnissen, die du aus dem Seminar ready-to-wear gewinnst, bilden sie wichtige Grundlagen des Schneiderhandwerks.

Mitbringen: Massstab, Massband, Geodreieck, Papierschere
Looks für ein kontemporäres Modelabel
Heiner Wiedemann
Look Besime Sasivari, 2020 Foto: Abinaya Selvanayagam
Aus deinen Entwürfen für die Kollektion, die im Seminar Kollektion für ein kontemporäres Mode Label entstanden sind, wählst du drei prägnante Looks aus. Du entwickelst deren Formen und Schnitte und setzt die Teile mit Originalmaterial um. Dabei setzt du Schnitt und Verarbeitung als Gestaltungselement ein.

Deine im Arbeitsbuch festgehaltenen Entwürfe aus dem Seminar Kollektion für ein kontemporäres Mode Label sind die Grundlage für die Umsetzung von drei Looks oder von mehreren Einzelteilen. In diesem Projekt beantworten wir alle praxisrelevanten Fragen. Die Auseinandersetzung mit komplexen Umsetzungs- und Herstellungsmöglichkeiten hilft dir, deine Entwürfe zu realisieren. Im Anschluss an dieses Seminar erarbeitest du selbständig die Teile für die Arbeitspräsentation 2.

Mitbringen: Arbeitsbuch, Kollektionskonzept, Schnittwerkzeug, Nähuntensilien
Arbeitspräsentation 1
Anikó Risch
Nicole Schmidt
Heiner Wiedemann
In der Semesterpause erarbeitest du anhand deiner im ersten Studienjahr erworbenen Fähigkeiten deine Promotionsarbeit für den Übertritt ins zweite Studienjahr. Die Erkenntnisse, die du im Projekt Accessoires gewonnen hast, nutzt du ebenfalls.

Im Fokus stehen der Gestaltungsprozess und das selbstverantwortliche Arbeiten. Anlässlich der Arbeitspräsentation1 erläuterst du den Produktionsablauf – von der Idee bis zum fertigen Produkt. Du präsentierst deine Arbeit einer Fachjury und stellst dich ihren Fragen.