Portrait, Familie, Beziehungen
Teresa Gruber
Kodak-Werbung
Seit wann spielt die Fotografie eine Rolle als Zeugin privater Glücksmomente? Welche Künstler*innen richteten die Kamera auf ihnen nahestehende Personen?

Wie wir uns selbst, unsere Biographie, Familie und Freunde wahrnehmen, definieren wir oft über fotografische Aufnahmen. Schon mit der Verbreitung der ersten Amateurkameras wurde die Fotografie zum identitätsstiftenden Medium, das ein möglichst perfektes Bild des erfüllten und erfolgreichen Lebens konstruiert. Diese Konventionen der Inszenierung wurden auch von der künstlerischen Fotografie reflektiert, die sich zugleich von der kompositionellen Unbefangenheit der Amateurfotografie inspirieren lässt. Tagebuchartige Aufzeichnungen von Fotografen wie Nobuyoshi Araki und Nan Goldin werden im Seminar mit vorangehenden und nachfolgenden Positionen konfrontiert.

Anmerkung: Die Veranstaltung findet in der Fotostiftung Schweiz, Winterthur statt
Modedesign HF
Studiengang
Modedesign HF
Mode ist immer eine Position! Du entwirfst und fertigst Mode im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Strömungen und kultureller Vielfalt. Der Studiengang Modedesign HF vermittelt dir die Kompetenzen zur Ausübung dieses faszinierenden Berufs.

Als Studierende*r erhältst du im Studiengang Modedesign HF eine fundierte handwerkliche, technische und gestalterische Grundlage für deine künftige Berufsausübung als Fashiondesigner*in. Die praxisorientierte Ausbildung fördert konzeptionelles Denken und kreatives Schaffen sowie deine Fähigkeit, Trends und Stiltendenzen frühzeitig auszumachen und dein Wissen in eigenständige und originelle Entwurfsarbeiten einfliessen zu lassen. Du erwirbst das nötige Fachwissen um eigene Entwürfe selbstständig zu realisieren – von der Konzeption, dem Entwurf über die Gestaltung von Schnittmustern bis hin zur Fertigung.

Der Studiengang vermittelt Kenntnisse verschiedener Gestaltungsmöglichkeiten sowie aktueller Technologien in der Textilindustrie. Neuste Entwicklungen, nicht nur in der Modewelt, sondern auch in der Wirtschaft und Gesellschaft, fliessen stets mit ein. Ebenso wird das Bewusstsein für kulturhistorische Zusammenhänge gefördert. Weiter erarbeiten sich die Studierenden Fähigkeiten, ihre Ideen reflektiert zu vertreten und professionell zu dokumentieren. Grundkenntnisse der finanziellen Geschäftsabwicklung und der gesetzlichen Rahmenbedingungen runden das Angebot ab.

Der Studiengang Modedesign dauert sechs Semester. Im ersten Studienjahr stehen die Vermittlung eines Grundverständnisses für das weite Feld des Modedesigns sowie handwerkliches Basiswissen im Zentrum. Während des Studiums entstehen mit wachsendem Komplexitätsgrad individuelle Kreationen und Projekte. Das Diplomsemester steht im Zeichen der Entwicklung einer eigenen Kollektion.

Die Dozierenden vertreten eine Vielfalt an gestalterischen Positionen. Sie bieten entsprechend wertvolle Vernetzungsmöglichkeiten.

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Modedesign HF
Studienbeginn und Dauer
Der Studiengang startet jeweils im August und umfasst 5400 Lernstunden, verteilt auf sechs Semester. Einschlägige Berufserfahrung und Vorbildungen können dem Studium angerechnet werden.

Ausbildungsstufe
Tertiärstufe, Höhere Berufsbildung, Höhere Fachschule
 
Diplom
Eidgenössisch anerkannter Titel dipl. Gestalterin/dipl.Gestalter HF Produktdesign mit Vertiefungsrichtung Modedesign

Kosten
Die Studiengebühren betragen für Studierende mit zivilrechtlichem Wohnsitz in der Schweiz oder Liechtenstein pro Semester: CHF 8 400.– (= CHF 1 400.– mtl.). Inbegriffen ist die individuelle Benutzung der Schulinfrastruktur auch ausserhalb der Unterrichtszeiten sowie die Nutzung der Tutorialplattform Linkedin Learning. Die Ausbildung an der F+F ist staatlich anerkannt und subventioniert. Studierende sind grundsätzlich in ihrem Wohnsitzkanton stipendienberechtigt.

Berufliche Perspektiven
Freiberufliche*r Modedesigner*in; Assistent*in in Designerteams, in Atelier für individuelle Kund*innen; Mitarbeiter*in in einem Trendbüro, im Handel (Einkauf, Kundenberatung, Merchandising etc.), im Verlagswesen (Moderedaktion, Werbung etc.) oder beim Theater und Film (Ausstattung, Kostüme etc.)
Modedesign HF
Anmeldung, Bewerbung Studiengang Modedesign HF
Zulassungsbedingung
Mindestalter 18 Jahre. Abschluss auf Sekundarstufe II (drei- bis vierjährige berufliche Grundausbildung mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis oder Matura). Die Vorbildung muss nicht fachspezifisch sein. Bewerber*innen können mit Nachweis herausragender gestalterischer Fähigkeiten auch ohne abgeschlossene Sekundarstufe II «sur dossier» aufgenommen werden.

Aufnahmeverfahren
Nach Eingang der Online-Anmeldung werden die Bewerber*innen zu einer Aufnahmeprüfung eingeladen. Zusammen mit den Ergebnissen der Hausaufgabe, die wir vorgängig gestellt haben, bringen die Eingeladenen ein Motivationsschreiben und aussagekräftige persönliche Arbeiten mit (Mappe oder Portfolio). An der Aufnahmeprüfung gilt es, eine konkrete gestalterische Aufgabe zu erarbeiten. Beurteilt werden die Freude am Experiment, Mut und die Fähigkeit zu konzeptionellem Denken sowie Kreativität, Sorgfalt und Durchhaltevermögen. Fällt die Aufnahmeprüfung positiv aus, erfolgt eine Einladung zum Aufnahmegespräch. Anschliessend wird über die definitive Aufnahme entschieden. Die Prüfungsgebühr beträgt CHF 150.–.

Das Aufnahmeverfahren wird nach Absprache mit den Behörden, und unter Berücksichtigung der Schutzmassnahmen, regulär durchgeführt.

Wünschst du ein Abklärungsgespräch direkt mit der Studiengangsleitung? Dann richte deine Fragen per E-Mail direkt an Nicole Schmidt oder Heiner Wiedemann.

Infoveranstaltungen
Sind noch Fragen offen? Dann besuche uns unverbindlich an einem der monatlichen Infoabenden oder am Open House, lerne die Schulleitung kennen und informiere dich persönlich vor Ort.

Gerne berät dich unser Sekretariat telefonisch von Mo.–Fr. von 9.00–12.00 und von 14.00–17.00 Uhr unter 044 444 18 88. Fragen und Anliegen kannst du uns auch per E-mail übermitteln oder du bestellst dir dein gewünschtes Infomaterial über diesen Link direkt nach Hause.


Online-Anmeldung zum Aufnahmeverfahren:

  • Bewerbung Schuljahr 2021/22, Aufnahmeprüfung: Samstag, 12. Juni 2021, 10.00–17.00 Uhr
    Ausbildungsbeginn 23. August 2021
    Prüfungsgebühr: CHF 150.00
    Anmeldung
Modedesign HF
Menschen sind auch nur Fische
Janine Stählin, Alumna Modedesign HF, 2019, Foto: Veronique Hoegger
Janine Stählin hat 2019 ihr Studium zur Modedesignerin an der F+F Schule für Kunst und Design in Zürich abgeschlossen. Mit Ihrer Kollektion silent rebel hat die 30-jährige Luzernerin den Förderpreis der Schule gewonnen.

Wunderbare organge-weisse, an Fische und Quallen erinnernde, Outfits vor tiefblauem Hintergrund – so präsentiert Janine Stählin eine ihrer Kollektionen auf ihrer Website. «Dahinter steht der Gedanke, dass sich der Mensch manchmal wie ein Fisch im Aquarium gefangen und beobachtet fühlt.» Während ihrer dreijährigen Ausbildung hat sie sich intensiv mit der seelischen Verletzbarkeit des Menschen auseinandergesetzt. «Mir war es wichtig, persönliche Erfahrungen in die Arbeiten einzubringen. Ich wollte das Thema aber nicht depressiv, sondern mit Freude und Humor darstellen.» Dabei ist ihr das Kleidungsstück Mittel zum Zweck. Es geht ihr um die Inszenierung: Um den Menschen, der das Kleidungsstück trägt, wie er sich bewegt, um seinen Ausdruck im Gesicht, um seine Ausstrahlung aber auch um die Musik, die die Kollektion untermalt. «Mich fasziniert es, Emotionen zu transportieren und damit Menschen zu berühren», sagt Janine.  

An der F+F hat Janine die nötige Zeit und den Raum gefunden, ihre persönlichen Lebenserfahrungen kreativ umzusetzen. «Die Ausbildung hat mir die Möglichkeit gegeben, mich selber zu entdecken. Und ich habe mein Selbstvertrauen in den Jahren an der F+F stärken können,» resümiert die junge Designerin. Ursprünglich hat sie die Ausbildung zur Sekundarlehrerin gemacht und ist eher zufällig zur Mode gekommen. «Während ich unterrichtete, habe ich gemerkt, dass ich viel Kreativität in mir habe. Ich habe aber lang nicht gewusst, welches Medium für mich das Richtige ist.» In einem Nähkurs hat sie eine Dozentin der F+F kennengelernt, die sie umgehend an die an die Schule eingeladen hat. «Mir hat das familiäre Umfeld, die Herzlichkeit und Offenheit der Leute an der F+F sehr gefallen».

Die Freiheiten, die die Studierenden geniessen, verlangen von ihnen viel Eigeninitiative. Die Lehrkräfte stehen ihnen aber jederzeit beratend zur Seite. Janine Stählin: «Man ist mega frei. Es ist wenig vorgegeben, aber das ist auch anspruchsvoll.»

Janine hat nun ihr HF-Diplom Modedesignerin in der Tasche. «Mit meinem Abschluss habe ich Bestätigung erhalten, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Und ich habe herausgefunden, auf welche Art ich mich ausdrücken kann. Diesen Weg will ich weiterverfolgen.» Ihr momentaner Plan: Zunächst 50 bis 60 Prozent in der Gastronomie und als Lehrerin arbeiten, um die restliche Zeit für eigene Projekte zu nutzen. Das ist auch dringend nötig, denn sonst fehlt der Welt künftig ein Stück fantastische Kreation.
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Deine Faszination ist Mode und du willst sie du zum Beruf machen? Melde dich jetzt an für die Aufnahmeprüfung am 12. Juni 2021 zum Studiengang Modedesign
Modedesign HF
«Die F+F hat mich geflasht.»
Diplomkollektion REALITY IS PERCEPTION von Laura Heer-Vermot-Petit-Outhenin, 2020, Foto: Maurice Keiser
Als sich Laura Heer-Vermot-Petit-Outhenin an der F+F bewarb, war sie gerade alt genug für den Studiengang Modedesign HF. Inzwischen hat sie mit einem Förderpreis abgeschlossen. Im Gespräch erzählt sie, was ihr von der Zeit an der Schule bleibt.

Direkt nach der Schule schloss Laura den Berufsvorbereitungskurs an der Modefachschule Modeco an, dann kam sie zur F+F an den Studiengang Modedesign HF. Im ersten Semester feierte sie ihren 18. Geburtstag. «Kreativität war für mich der einzige Weg», sagt Laura, «alles andere war keine Option.» An der Mode fasziniert sie, dass kein Weg an ihr vorbei führt: «Mode ist die Disziplin in der Kunst, die jeden dazu zwingt, sich mit ihr auseinanderzusetzen. Mode findet immer statt.»

Durch Mode drückt Laura Wandelbarkeit und das ganze Spektrum ihrer Persönlichkeit aus. Und so wählte sie auch ein sehr intimes Thema für ihre Diplomkollektion REALITY IS PERCEPTION. In skulpturalen Entwürfen übersetzt sie Schmerz und physisches Unwohlsein ins Textile. Es sei die erste Kollektion, in der sie ihre Stärken voll habe ausleben können, erzählt Laura. «Ich finde meine Sprache am Körper und nicht auf dem Blatt.» Trotz des schweren Themas hinterlässt die Arbeit viel Positives – zum Beispiel den Förderpreis der F+F. Das Preisgeld deponiert sie vorerst auf dem Sparkonto. «Am liebsten möchte ich es nutzen, um mich im Styling selbstständig zu machen. Aber erst mal muss ich Schlaf nachholen», lacht die Designerin.

Von der Studienzeit nimmt Laura viele Kontakte und die ansteckende Energie der Mitstudierenden mit. «Die F+F hat mich geflasht. Sie ist ein Chaos, aber ein positives Chaos.» Die Dozierenden fördern und fordern, was die Studierenden zur Selbständigkeit animiert und ihnen Sicherheit für die spätere Arbeitswelt gibt. Bei dem Schweizer Label YVY der Modedesignerin Yvonne Reichmuth konnte Laura noch während des Studiums in einem Praktikum erste Erfahrungen sammeln. Den Kontakt dazu bekam sie über die Schule. Und der beste Ratschlag, den ihr die Dozierenden mit auf den Weg gaben? «Bügeln. Vor jeder Präsentation ordentlich bügeln – das rettet jede Kollektion.»
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Studiengang Modedesign HF im Interview
Was heisst es, Modedesign an der F+F zu studieren? Das fragt die Ausstellung Wild Thing – Modeszene Schweiz im Museum für Gestaltung. Die Studiengangsleitung Nicole Schmidt und Heiner Wiedemann haben sich an einen Tisch gesetzt, und die Frage beantwortet. Die lange Antwort ist im Museum für Gestaltung zu sehen; die Kurzversion im Frage-Antwort-Ping-Pong hier.

Die Ausstellung Wild Thing – Modeszene Schweiz ist noch bis zum 11.04.2021 im Museum für Gestaltung an der AUsstellungsstrasse zu sehen. 
Diplomausstellung 2021
HF-Studiengänge Film, Fotografie, Kunst, Modedesign, Visuelle Gestaltung
Silent Opening
Mi. 19.05.2021, 11.00–18.00 Uhr
Ausstellung
Di.–So. und Feiertage 11.00–18.00 Uhr
Do. 11.00–20.00 Uhr
Barbetrieb jeweils ab 14.00 Uhr
Kunsthalle Zürich, Limmatstrasse 270, 8005 Zürich
Herzliche Einladung zur Diplomausstellung HF-Studiengänge Film, Fotografie, Kunst, Modedesign und Visuelle Gestaltung in der Kunsthalle Zürich.
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Ready to wear
Esther Annen
Foto: Pamela Castillo
Von der ersten Naht bis zum professionell eingenähten Reissverschluss vermittelt dir dieses Seminar wichtige Grundkenntnisse der Verarbeitung. Du nähst Musterstücke aus verschiedenen Stoffen und bekommst so ein Gefühl für den Umgang mit verschiedenen nähtechnischen Techniken. 

Du lernst anhand von Praxisbeispielen, wie du deine eigenen Ideen umsetzen kannst und suchst nach material- und designgerechten Lösungen. Es entstehen Krägen, Manschetten, Knopfleisten. Du übst verschiedene Saumtechniken, lernst die korrekte Einarbeitung von Taschen und machst dich mit einem sorgfältig gewählten Finish vertraut. Dabei entsteht eine breite Sammlung von Mustern, die dir als «Nachschlagewerk» dient und dich bei der Umsetzung eigener Designs unterstützt.

Mitbringen: Rollmesser, Nähutensilien, Stoff- und Papierschere, Geodreieck


 
Kollektion für ein kontemporäres Label
Heiner Wiedemann
Prozess Vladislav Alexander Ruegger 2020, Foto: Nicole Schmidt
Du analysierst die DNA des Modelabels, das du im Projekt Substanz und Image der Mode-Brands ausgewählt hast. Wie positioniert sich dieser Brand: Avantgardistisch, innovativ oder traditionell? Wie gehen die Exponent*innen des Brands mit Formen, Materialien, Muster und Oberflächen um? Wie ist die Kollektion aufgebaut?

Du recherchierst ausführlich über das Modelabel, das du im Projekt Substanz und Image der Mode- Brands ausgewählt hast: Welche Zielgruppen spricht es an? In welchem Preissegment sind die Produkte angesiedelt? Wie charakterisieren sich die Kleiderformen dieses Brands? Sind sie konstruiert, dekonstruiert, drapiert oder experimentell? Hat das Label eine unverkennbare Handschrift? Wo liegen die Chancen für eine Weiterentwicklung des Labels? Von dieser Analyse lässt du dich inspirieren. Auf Basis dieser Recherche entwirfst du eine visionäre Kleinkollektion für einen Brand.

Mitbringen: Arbeitsbuch und Zeichenutensilien
Modedesign HF
Diplomkollektionen 2020: Otto Onno von Ejra Sunna Brunner
Basis von Ejra Sunna Brunners (*1998, von Glarus Nord GL) Kollektion Otto Onno ist ein hedonistisches Lebensgefühl des Genusses. Dabei lässt sie eine Rockstar-GlamourWelt aus den 1970er-Jahren aufleben, die fasziniert und inspiriert, und die von einem entfesselten Freiheitsdrang und einer absoluten Jetztverbundenheit getragen wird. Der Raum, in dem die Looks gezeigt werden, beschwört diese Stimmung herauf und macht sie fühlbar, ohne die Zuschauer*innen direkt zu involvieren.
Arbeitspräsentation 1
Anikó Risch
Nicole Schmidt
Heiner Wiedemann
In der Semesterpause erarbeitest du anhand deiner im ersten Studienjahr erworbenen Fähigkeiten deine Promotionsarbeit für den Übertritt ins zweite Studienjahr. Die Erkenntnisse, die du im Projekt Accessoires gewonnen hast, nutzt du ebenfalls.

Im Fokus stehen der Gestaltungsprozess und das selbstverantwortliche Arbeiten. Anlässlich der Arbeitspräsentation1 erläuterst du den Produktionsablauf – von der Idee bis zum fertigen Produkt. Du präsentierst deine Arbeit einer Fachjury und stellst dich ihren Fragen.
Praktisches Wissen
Michael Hiltbrunner
Handbücher im Cultural Studies, Workshop «Hexenkult» von Mona Gerber und Mirjam Hurschler, 2019, Foto: Michael Hiltbrunner
Mit praktischem Wissen, gut für den Alltag, wichtig für die Arbeit: Kochbücher, Wanderbücher, Yogabücher, Wikipedia, Discogs, Bibliotheksverzeichnisse. In dieser Lehrveranstaltung stellen wir uns gegenseitig solche Handbücher und Verzeichnisse vor.

Handbücher und Verzeichnisse stellen keine Fragen, sie erklären, wie «etwas» geht. Dies zu erreichen, ist für alle Bereiche der Cultural Studies lebenswichtig. So können wichtige Errungenschaften aus komplexen Diskursen in Disability und Diversity Studies, Queer und Gender Studies, Postkolonialismus und Critical Whiteness, Feminismus, Nachhaltigkeit und Klimaschutz, aber auch in Media und Visual Studies praktisch umgesetzt werden. Alle Teilnehmer*innen stellen ein solches Handbuch oder Online-Verzeichnis vor und wir realisieren gemeinsam eine Auswahl von Ratschlägen, Winken, Kniffs und Rezepten. Bei Bedarf können wir auch ein neues Handbuch verfassen.
Modezeichnen
Monika Amrein
Entwürfe: Leila Osmani Foto: Nicole Schmidt
Im Fokus steht das figürliche Zeichnen. Du lernst die Proportionen des Körpers kennen und diese zeichnerisch umzusetzen. Im Zentrum stehen Skills, die es dir ermöglichen, anhand von eigenständigen Skizzen deine Designideen zu kommunizieren.

Anhand des menschlichen Körpers, verschiedener Kleidungsstücke und Drapierungen auf der Büste schulst du das Auge für Linienführungen und Details. Mit Hilfe verschiedener Colorationstechniken entwickelst du aussagekräftige Modezeichnungen. Das genaue Beobachten und Skizzieren gibt dir Sicherheit beim Zeichnen und erlaubt dir Formen herauszukristallisieren und zu thematisieren. So entstehen eigenständige Ideenmuster, die wiederum thematisch gegliedert zur Kollektionsgestaltung verhelfen. 

Anmerkung: Das Seminar ist offen für Anmeldungen aus der Weiterbildung

Mitbringen: Zeichenutensilien, Arbeitsbuch


 
More than pretty colors
Arienne Birchler
Unterricht: More than pretty colors
Die Farbe. Neben Form und Textur, der dritte wichtige Pfeiler im Design. Ihr Auftreten als Einzelgänger, als Paar, als wildes Durcheinander, in komplexer Systematik oder in einem intuitiven Grüppchen, jede Wahl ist eine Entscheidung, die für die Wahrnehmung essentielle Auswirkungen hat. 

Farben sind eine Sprache – und ohne Pinsel, die jenen Ausdruck verleihen, wäre man wohl wortlos. Das Seminar soll die Welt der Farben auffächern und die Wahrnehmung dafür sensibilisieren. Und es soll einen Überblick verschaffen über ihre Geschichte in der Gesellschaft, Kunst, Mode und Architektur sowie in der Recherche im Hier und Jetzt. Der Unterricht pendelt zwischen praktischen Arbeiten, einem ersten Moodboard, theoretischen Inputs, Betrachtungen und Diskussionen.
Die Seminare More than pretty colors und Mode?Mode! stehen in enger Wechselbeziehung zueinander.

Anmerkung: Das Seminar ist offen für Anmeldungen aus der Weiterbildung.
Mitbringen: Skizzenheft, Zeichenutensilien, Leim, Schere
Diplomjurierung/Kolloquium
Kollektionspräsentation: Gilles Treskatsch Foto: Pamela Castillo
Ein Höhepunkt: Die Diplomschau! Wir präsentieren einer breiten Öffentlichkeit die Diplomarbeiten. Im Mittelpunkt der Inszenierung stehen die Diplomand*innen. Sie präsentieren ihre Abschlussarbeiten erstmals einem grösseren Publikum!
 

Nach intensiven Zeiten des Entwerfens, Produzierens und Probierens werden die Ergebnisse endlich bewundert und beurteilt. Neben Freund*innen und Verwandten, die den Diplomanden*Innen während der Ausbildungszeit zur Seite standen, sind Exponent*innen der Textil- und Modebranche mit dabei. Es ist der alljährliche Höhepunkt im Studiengang Modedesign.
Aufnehmen, Inventarisieren, Sortieren
Teresa Gruber
Articles of China, Plate III aus: The Pencil of Nature, 1844–1848, Foto: W. H. F. Talbot
Die Fotografie ist angesichts ihrer Geschichte prädestiniert für ein Medium der Ordnung und des Vergleichs.

Zeitgenössische Künstler*innen wie Penelope Umbrico oder Peter Piller betreiben medienreflexive Bildforschung und führen die Tradition der fotografischen Bestandsaufnahme fort, indem sie gefundene Bilder von Amateurfotografen zu typologischen Serien zusammenstellen. Diese Tradition untersucht das Seminar anhand von Beispielen aus der Geschichte der Fotografie, von ihren Anfängen im 19. Jahrhundert bis heute, von Dokumentationen mit wissenschaftlichem Anspruch bis hin zu künstlerischen Konzepten. Dabei wird der Einfluss von gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen ebenso berücksichtigt wie die Bedeutung von Institutionen für die Etablierung eines fotohistorischen Kanons.
Styling
Laura Heer-Vermot-Petit-Outhenin
Kollektion: Gilles Treskatsch Foto: Pamela Castillo
Was macht einen überraschenden Look aus? Du lernst wichtige Aspekte kennen, die bei der Visualisierung deiner Try-Outs, deiner fertigen Produkte die Stimmung deiner Vision widergeben und die Betrachter*innen in deine Welt entführen kann.

Ein aussagekräftiges Foto im Prozess wie auch im Lookbook ist ein Zusammenspiel des Stylings der Kleidungstücke, der Accessoires, des Menschen darin und seiner Erscheinung, der Location, der Pose und der Inszenierung. Welche Rolle übernehmen alle diese Aspekte? Inwiefern beeinflussen sie die Wirkung? Welches Gewicht hat die Inszenierung? Du wählst bewusst alle Details, um die Aussage deiner Kreationen präzise zu unterstützen.

Mitbringen: Arbeitsbuch, Kollektionsteile, Try-Outs, Accessoires